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Hobbys im Lebenslauf: Was sollte man angeben, was nicht?

Simone Madre
Simone Madre

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8.3.2022, 14:45 Uhr
Es ist ratsam Sportarten, wie etwa Basketball, als Hobby im Lebenslauf einzugeben.

© taoonex, Pixabay, LizenzCC Es ist ratsam Sportarten, wie etwa Basketball, als Hobby im Lebenslauf einzugeben.

Jeder Mensch verfolgt irgendwelche Hobbys. Doch muss man seine Hobbys im Lebenslauf angeben? Die Angabe der privaten Interessen in einem Bewerbungsschreiben beruht grundsätzlich auf Freiwilligkeit. Welche Hobbys gehören in einen Lebenslauf und welche eher nicht? Alle Antworten rund um diese Fragestellung gibt es hier.

Wie wichtig sind Hobbys im Lebenslauf?

Hobbys im Lebenslauf runden nicht nur das Profil ab, sondern geben auch Auskunft über private Interessen und soziale Fähigkeiten. Bei der Auswahl und Auflistung der Hobbys sollten Bewerber aber vorsichtig sein, denn manche Hobbys wirken sich eher negativ aus und sollten daher in der Bewerbung lieber unberücksichtigt bleiben. Freizeitaktivitäten im Lebenslauf sind freiwillig und ergänzen das Persönlichkeitsprofil. Die Hobbys liefern unter Umständen Hinweise auf die Vielschichtigkeit und das Engagement eines Bewerbers.

Welche Hobbys sollte man nennen und welche lieber nicht?

Was sagen Hobbys über die jeweilige Person aus und was denken Personaler über die privaten Interessen? Zunächst einmal sollte sich der Bewerber immer die Frage stellen, was das jeweilige Hobby über die Person aussagt und wie er sich präsentieren möchte.

Häufig genannte Hobbys sind Lesen, Laufen, Reisen, Schwimmen, Fahrrad fahren, Reiten, Kochen, Wandern, Fußballspielen und viele weitere. Diese Hobbys sind nicht falsch, aber gelten gemeinhin eher als langweilig. Die Freizeitgestaltung klingt normal und wenig spektakulär. Damit können sich die meisten Bewerber wohl nicht von der Masse abheben, fallen jedoch auch nicht negativ auf.

Hobbys, die Bewerber NICHT auflisten sollten, sind beispielsweise Fernsehen, Chillen oder Computerspiele. Auch wenn Computerspiele teilweise strategisches Denken erfordern oder in Teams gespielt werden können, haben diese Hobbys auch heute noch ein eher negatives Image und sollten daher vermieden werden.

Diese Hobbys sollten Bewerber ebenfalls besser NICHT angeben:

- Bergsteigen
- Fallschirmspringen
- Höhlentauchen
- Moto Cross
- Freeclimbing

Extremsportarten sind lebensgefährlich und zeigen eine hohe Risikobereitschaft des Bewerbers auf. Personaler müssen immer die Sorge haben, dass die Adrenalin-Junkies nicht aus dem nächsten Sommerurlaub oder der nächsten Abenteuerreise zurückkommen. Zugleich kann sich diese Risikobereitschaft auch auf das Berufsleben auswirken. Hier bevorzugen Personaler erfahrungsgemäß Bewerber mit bodenständigen Hobbys.

Ebenfalls ungeeignete Hobbys für den Lebenslauf sind Freizeitaktivitäten, die sehr zeitintensiv sind. Solche Aktivitäten wirken auf den Personaler so, als würde der Bewerber nach jedem Wochenende erschöpft und müde bei der Arbeit erscheinen.

Welche Hobbys im Lebenslauf fallen positiv auf?

Damit die Freizeitaktivitäten eine positive Wirkung im Lebenslauf haben, sollten Bewerber ihrem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass sie ein aktives Leben führen und dieses stets positiv gestalten. Soziales Engagement, Teamfähigkeit und körperliche Fitness gelten als zusätzliche Pluspunkte in einer Bewerbung. Ein bisschen interessanter als der durchschnittliche Bewerber zu sein, reicht hier vollkommen aus. Denn die Hobbys im Lebenslauf werden niemals im Mittelpunkt einer Bewertung stehen, sondern nur das gewiss Extra bieten.

Welche Freizeitaktivitäten bei dem Vorgesetzten gut ankommen, ist immer individuell. Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt auch die persönlichen Vorlieben und Interessen des Gegenübers. Erfahrungsgemäß werden die folgenden Hobbys meist vom Personaler positiv aufgenommen.

- Musik machen (Teamfähigkeit, Kreativität, Präsentation und Kommunikation)
- Turniertanzen (Teamfähigkeit, Fitness, Koordination und Wettkampf)
- Engagement im Verein (Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Projektmanagement)
- GeocachingAnzeige (Strategie, Orientierung und analytisches Denken)
- Yoga (mentale Stärke, Ausgeglichenheit, Selbstbeherrschung und innere Ruhe)
- MarathonAnzeige (Fitness, Ausdauer und Disziplin)

Zudem können auch etwas ausgefallene Hobbys positiv auffallen:

- Salsa tanzen
- SlackliningAnzeige
- Eisbaden
- Programmieren
- Padel-Tennis
- ZaubernAnzeige

Bewerber sollten ihre Hobbys nicht einfach nur auflisten, sondern auch gezielt erklären. Job-Interessierte können dem Leser einen Einblick in ihr Privatleben verschaffen, ohne gleich ausschweifend zu werden. Ein paar Stichworte reichen dabei schon aus, um die Neugierde beim Gegenüber zu wecken und sich interessant zu machen. Dann ist die Einladung für das persönliche Bewerbungsgespräch schon fast sicher.

Beispiel für eine gelungene Darstellung der Hobbys im Lebenslauf

Interessen & Hobbys

Lesen (Kriminalliteratur in englischer Sprache)
Kochen (insbesondere mexikanische und afrikanische Küche)
Reisen (Ziel: Besuch aller Hauptstädte der Welt, 70 von 195)
Basketball spielen (aktives Mitglied seit 2010, erste Mannschaft)

Wie viele Hobbys sollte man aufzählen?

Hier gilt die Devise: Weniger ist mehr. Bewerber müssen nicht alle Facetten ihrer Persönlichkeit preisgeben. Empfehlenswert ist es, sich auch bei den Hobbys stets auf das Wesentliche zu konzentrieren und maximal drei Freizeitaktivitäten aufzulisten. Wer zu viele Freizeitaktivitäten aufzählt, erweckt den Eindruck, dass die privaten Interessen eine weitaus wichtigere Rolle als die beruflichen Kompetenzen spielen.

Wertvolle Tipps für Hobbys im Lebenslauf

1) Bezug zum Beruf: Bewerber sollten das Hobby bedacht auswählen und mit der angestrebten Stelle verknüpfen. Die mit dem Hobby verbundenen, positiven Charaktereigenschaften sollten auch im Beruf nützlich sein. Beispiele dafür sind eine Köchin, die einen eigenen Rezepte-Blog hat oder ein Sozialarbeiter, der sich ehrenamtlich engagiert.
2) Erfolge aufzeigen: Arbeitgeber mögen ambitionierte und erfolgreiche Bewerber. Im Lebenslauf können Bewerber ihre eigenen Ziele aufzeigen oder auch Erfolge aus der privaten Vergangenheit darstellen.
3) Wahrheit: Bei den Angaben zu den Hobbys im Lebenslauf sollten Bewerber unbedingt bei der Wahrheit bleiben. Wenn die Hobbys zu langweilig oder unpassend sind, dann können sie einfach weggelassen werden. Abrunden können Bewerber ihr Profil auch im persönlichen Vorstellungsgespräch, um den Personaler vollends zu überzeugen.

Haben Bewerber Vorteile aufgrund von Hobbys im Lebenslauf?

Bewerber können bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber punkten, wenn sie aus einem "Standard-Hobby” interessante Nebentätigkeiten entwickeln. Bestenfalls weisen die Bewerber mit kurzen Ergänzungen oder Erklärungen direkt auf die angestrebte Stelle hin. Wer indirekt auf relevante und berufsbezogene Fähigkeiten verweist, sichert sich möglicherweise einen entscheidenden Vorsprung gegenüber den anderen Bewerbern.

Freiwilliges oder ehrenamtliches Engagement sorgen für Bonuspunkte bei der Bewerbung. Wer seine Freizeit für sinnvolle Aufgaben aufwendet, um Menschen zu helfen, dem werden automatisch positive Charaktereigenschaften unterstellt. Das kommt bei Vorgesetzten immer gut an, vorausgesetzt der Rest der Bewerbung stimmt ebenfalls. Unter positiv konnotierten Eigenschaften fallen auch Dienste bei der freiwilligen Feuerwehr oder in der Nachbarschaftshilfe. Ganz egal, was man Gutes tut, man sollte dies nicht verstecken und in seiner Bewerbung offenlegen.

Sport als Hobby im Lebenslauf kommt ebenfalls grundsätzlich gut an, denn sportlichen Menschen werden Eigenschaften wie Disziplin, Leistungsfähigkeit und Fitness zugeschrieben. Wer sportbegeistert ist, kann dies in seiner Bewerbung verdeutlichen. Vor allem bei sitzenden Tätigkeiten wird Sport zum Ausgleich positiv bewertet. Wer viel Sport treibt, bleibt gesund und beugt Krankheiten vor. Infolgedessen fehlen die Arbeitnehmer seltener im Beruf.

Beim Sport sollte aber die Aktivität eine Rolle spielen. Eine passive Mitgliedschaft in einem Sportverein reicht nicht aus, um im Lebenslauf Berücksichtigung zu finden. Wer aber regelmäßig eine Sportart ausübt und eventuell sogar konkrete Ziele verfolgt, kann dies mit gutem Gewissen in seinem Lebenslauf berücksichtigen.

Beispiele für berufsbezogene Interessen:

- Ingenieur restauriert selbst Oldtimer
- Bäckerin hat einen YouTube-Kanal mit Backrezepten
- Koch hilft ehrenamtlich bei der Tafel
- Social-Media-Manager pflegt den Instagram-Account einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung
- Gärtner züchtet selbst Tulpen und hat schon Preise damit gewonnen

Wer spannende Hobbys und Interessen in seinem Lebenslauf angibt, sollte auch auf entsprechende Rückfragen vorbereitet sein.

Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?

Hobbys gehören im Lebenslauf immer ans Ende unter die Kategorie "Persönliche Kompetenzen". Freizeitaktivitäten und Hobbys finden neben den Skills wie Sprachkenntnissen oder Computerfertigkeiten ihren Platz.

Wie Sie Sprachen im Lebenslauf angeben, erfahren Sie in unserem Beitrag.

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