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Wie füllt man Kühlmittel im Auto nach und worauf muss man achten?

Simone Madre
Simone Madre

SEO-Redakteurin

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24.1.2023, 08:10 Uhr
Kühlflüssigkeit kann man auch selbst nachfüllen. Dabei muss man auf einige Dinge achten.

© IMAGO / agefotostock Kühlflüssigkeit kann man auch selbst nachfüllen. Dabei muss man auf einige Dinge achten.

In diesem Artikel:

Damit der Motor nicht überhitzt und Schaden nimmt, sollten Autobesitzer regelmäßig den Füllstand der Kühlflüssigkeit kontrollieren und gegebenenfalls Kühlmittel nachfüllen. Allerdings gibt es einige Dinge, die man dabei beherzigen sollte. In diesem Artikel gibt es alle wichtigen Tipps, um Kühlflüssigkeit im Auto eigenständig und sicher nachzufüllen.

In einem Verbrennungsmotor entsteht viel Wärme. Damit der Motor nicht überhitzt, muss die Wärme auch wieder abgeführt werden. Dies übernimmt das Motor-Kühlsystem. Aber welche Funktion hat die Kühlflüssigkeit dabei? Die Kühlflüssigkeit im Auto nimmt die Motorwärme auf. In der zirkulierenden Flüssigkeit wird sie zum Kühler weitergeleitet und dort nach außen abgeführt. Ein Thermostat steuert den Kühlmittelfluss, um die Temperatur der Kühlflüssigkeit und des Motors konstant zu halten.

Man spricht oft vom "Kühlkreislauf", aber eigentlich gibt es zwei: den großen und den kleinen Kühlkreislauf. Anfangs läuft die Flüssigkeit durch den kleinen Kreislauf und heizt sich somit schnell auf. Erst wenn es eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht hat, öffnet sich zusätzlich der große Kühlkreislauf.

Die Kühlflüssigkeit besteht aus einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel (oftmals Ethylenglykol). Dazu kommen Zusätze, die einen zusätzlichen Korrosions- und Rostschutz bieten. Handelsüblich ist die Kühlflüssigkeit entweder fertig angemischt oder sollte mit mit möglichst kalkfreiem Wasser vermischt werden. Oftmals wird dabei destilliertes oder entmineralisiertes Wasser verwendet. Wichtig ist auch, dass die Kühlflüssigkeit zum Auto passt (siehe unten).

Einen Kühlmittelverlust erkennt man meist an folgenden Problemen:

  • Ansteigen der Temperatur
  • Niedriger Pegelstand im Kühlwasserbehälter (Warnleuchte oder eigene Überprüfung)
  • Feuchte Flecken im Motorraum
  • Wasserlachen unter dem Auto
  • Weißer Rauch aus dem Auspuff
  • Wasserschläuche porös oder mit Rissen
  • Öl im Kühlwasser

Beim Betrieb des Autos werden der Verbrennungsmotor sowie umliegende Teile sehr heiß, sodass eine regelmäßige Kühlung erforderlich ist. Wenn dies nicht gegeben ist, kann der Motor festlaufen. Ist der Motor überhitzt, kann die Zylinderkopfdichtung durchbrennen. Dies kann sogar zu einem Motor-Totalschaden führen.

Moderne Bordcomputer geben eine Warnung über die Kontrollleuchte ab, sobald der Motor überhitzt. Dabei leuchten sie rot auf. Bei älteren Autos muss eigenständig auf die Instrumente geachtet werden. Die Anzeige für die Motortemperatur befindet sich auf der Instrumententafel.

Wenn die Kühlmittel-Kontrollleuchte rot leuchtet, sollten Autofahrer unverzüglich stehen bleiben und den Motor abstellen. Hier besteht eine akute Überhitzungsgefahr. Daher ist es empfehlenswert, die Pannenhilfe zu rufen. Auf keinen Fall sollte bei einem heißem Motor der Kühlerverschluss geöffnet werden. Hier entsteht höchste Verletzungsgefahr durch den Austritt des unter Druck stehenden heißen Wassers beziehungsweise Dampfs.

Im Motorraum erkennt man den transparenten oder weißen Kühlmittelbehälter am Warnsymbol "Vorsicht Verbrühungsgefahr". Die Markierungen "Min" und "Max" geben den minimalen und maximalen Füllstand der Kühlflüssigkeit an. Wenn der Motor kalt ist und man eben steht, sollte sich der Kühlmittelstand zwischen den beiden Markierungen befinden.

Achtung: Das Kühlmittel sollte nur bei kaltem Motor kontrolliert werden. Bei überhitztem Motor sollte dieser unbedingt abgeschaltet werden. Anschließend muss man warten, bis der Motor abgekühlt ist, bevor man den Kühlmittelbehälter öffnet. Im Notfall kann man nach dieser Wartezeit klares Wasser nachfüllen.

Wenn der Flüssigkeitsstand zu hoch ist, stimmt möglicherweise etwas nicht. Deshalb sollte das Auto in die Werkstatt gebracht werden. Wenn allerdings der Flüssigkeitsstand zu niedrig ist, sollte der Kühlkreislauf auf undichte Stellen überprüft werden. Falls der Pegel bereits kurze Zeit nach dem Auffüllen wieder sinkt, liegt wahrscheinlich ein Defekt vor.

Kühlflüssigkeit hält leider nicht für immer. Der Wechsel ist vom jeweiligen Hersteller vorgeschrieben. Allerdings vergessen viele Fahrzeugbesitzer den Austausch, da er häufig in die zweite Lebenshälfte des Fahrzeugs fällt, in viele Besitzer es mit der Wartung nach Herstellervorgaben nicht mehr so genau nehmen.

Tipp: Wer regelmäßig den Füllstand des Motoröls, der Bremsflüssigkeit und des Scheibenwaschwassers überprüft, sollte auch stets den Kühlmittelstand kontrollieren.

Kühlflüssigkeit kann man selber nachfüllen. Hierbei sollte man wissen:

  • Wenn man Kühlmittel nachfüllen will, wartet man, bis das Auto ganz kalt ist. Erstens besteht eine Verletzungsgefahr durch Druck und Dampf, wenn man versucht, den heißen Kühlmittelbehälter zu öffnen. Zweitens kann viel kalte Flüssigkeit auch einem noch warmen Motor schaden. Dieser kann sich verziehen.
  • Wenn es zu einem Kühlmittelverlust kommt, hat das einen Grund. Die Flüssigkeit befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf und sollte somit nicht verdunsten. Wird sie weniger, spricht das für eine Störung oder einen Defekt, der in einer Werkstatt untersucht werden sollte. Bei einem langsamen Verlust ist oft ein poröser Schlauch oder ein Problem an der Kopfdichtung die Ursache. Bis man mit dem Auto zu einer Werkstatt kommt, kann man aber auch selbst Kühlmittel nachfüllen, um über dem Minimalwert zu bleiben.
  • Das Kühlmittel muss zum Auto passen. Die Zusätze sind teilweise motorenspezifisch, zum Beispiel silikathaltig für Aluminiummotoren und silikatfrei für Stahlmotoren. Zudem sollten verschiedenen Kühlmittel nicht einfach so miteinander vermischt werden, da ihre Zusammensetzung nicht unbedingt zusammen passt. Dabei könnten Säuren oder Verklumpungen entstehen. Am besten nimmt man das Mittel, das bereits im Auto ist. Im Zweifel kann man in einer Werkstatt nachfragen. Zudem steht im Fahrzeughandbuch, welches Kühlmittel laut Hersteller verwendet werden sollte. Klares Wasser passt im Notfall zu allen Kühlmitteln, allerdings sollte die Flüssigkeit in Bälde durch das passende Kühlmittel ergänzt oder ganz ausgetauscht werden. Denn so verringert man den Frost- und Korrosionsschutz.
  • Beim Nachfüllen kommt es auf die richtige Mischung an. Hierzu muss man sich durchlesen, was auf der Flasche steht. Konzentrierte Mittel müssen verdünnt werden, damit sie richtig funktionieren. In purer Form würden sie die Motorwärme nicht ausreichend abführen. Es gibt aber auch gebrauchsfertige Mischungen, die bereits verdünnt wurden. Bei Konzentraten wird meist ein Mischungsverhältnis von 50:50 empfohlen. Besser als hartes Leitungswasser ist destilliertes Wasser. Leitungswasser enthält je nach Gegend größere oder kleinere Mengen an Kalk, die sich ablagern und die Dichtungen angreifen können.
  • Die Kühlflüssigkeit ist giftig und sollte nicht ins Grundwasser gelangen. Deshalb sollte man beim Befüllen vorsichtig sein. Ein Trichter kann hilfreich sein.

Vor allem in der kalten Jahreszeit ist es von hoher Bedeutung, dass das Kühlwasser Frostschutz enthält. Ohne die Zugabe könnte das Kühlwasser einfrieren und Schäden am Motor verursachen. Mithilfe des Frostschutzmittels kann das Wasser selbst bei Außentemperaturen von minus 30 Grad Celsius nicht gefrieren.

Die Konzentration des Frostschutzmittels kann mit dem richtigen Gerät ganz einfach ermittelt werden: Im Handel und an manchen Tankstellen gibt es dazu eine Prüfspindel, die man in das Kühlwasser hält. Die Spindel zeigt an, bis zu welcher Temperatur der Frostschutz noch wirkt. Wenn der Wert höher ist als minus 20 Grad Celsius, sollte Frostschutzmittel nachgefüllt werden.

Für einen Kühlmittelverlust gibt es eine Vielzahl von potenziellen Ursachen. Diese lassen sich manchmal schlecht finden, teilweise sind sie auch mit einer langwierigen Suche verbunden. Um die Ursache für den Kühlwasserverlust zu erkennen, sollten zunächst die Kühlwasserschläuche untersucht werden.

  • Veraltete Schläuche: Oftmals sind veraltete Schläuche (mit Rissen oder porösen Stellen) Ursache für den Verlust von Kühlwasser.
  • Undichte Anschlüsse: Aber auch die Anschlüsse können undicht sein. Marder beißen sich beispielsweise gerne an Gummischläuchen fest und hinterlassen dort gravierende Schäden.
  • Verschlissene Keilriemen: Die Ursache für den Verlust kann auch der Keilriemen sein, der verschlissen ist oder zu wenig Spannung hat. Folglich kann die Wasserpumpe nicht ausreichend arbeiten, sodass der Motor überhitzt.
  • Undichter Kühler: Auch ein undichter Kühler kann die Verlustquelle des Kühlwassers sein: Diesen erkennt man an Verkrustungen der Lamellen, welche die Farbe des verwendeten Kühlmittels haben. Der Kühler kann zwar abgedichtet werden, als dauerhafte Lösung sollte man ihn allerdings austauschen.
  • Defekte Zylinderkopfdichtung: Wenn die Zylinderkopfdichtung Ursache für den Kühlmittelverlust ist, tritt Wasser aus dem Kühlsystem aus und gelangt in den Ölkreislauf. Dies kann zu Motorschäden führen und richtig teuer für den Fahrzeugbesitzer werden. Aber auch wenn Öl in das Kühlwasser gelangt und das Kühlsystem verstopft, kann die Kühlflüssigkeit verloren gehen. Ein charakteristisches Symptom für eine defekte Zylinderkopfdichtung ist weißer Rauch aus dem Auspuff. Hierbei gelangt Kühlwasser in den Brennraum und verdampft. Wenn etwas weißer Rauch nur zu Beginn der Fahrt auffällt, könnte es sich aber auch um Kondenswasser innerhalb der Abgasanlage handeln. Das wäre kein Problem.
  • Kaputter Wärmetauscher: Wenn der Wärmetauscher kaputt ist, kann das Wasser aus dem Kühlsystem austreten. Typische Warnzeichen sind feuchte Stellen in der Nähe des Wärmetauschers oder im vorderen Fußraum des Autos.

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