Wuchert in fast ganz Bayern

Landratsamt warnt: Diese Giftpflanze löst Hautverbrennungen aus

10.6.2022, 14:18 Uhr
Die Giftpflanze wird teilweise mehr als drei Meter hoch.

© imageBROKER/Ottfried Schreiter via www.imago-images.de Die Giftpflanze wird teilweise mehr als drei Meter hoch.

Sie ist eine der größten Stauden und ein sogenannter Neophyt - also eine eingeschleppte Art, die sich in der Natur so stark ausgebreitet hat, dass sie für heimische Arten zur Bedrohung wird. Sie ist fast überall in Bayern zu finden - und sie breitet sich in ganz Deutschland immer stärker aus. Doch nicht nur für einheimische Pflanzen ist sie eine Gefahr.

Häufig wird der Riesen-Bärenklau mit dem bei uns heimischen Engelwurz verwechselt. Die bis zu zwei Meter hohe, heimische Pflanze weist gewisse Ähnlichkeiten mit dem gebietsfremden Riesen-Bärenklau auf. Bei genauerem Hinsehen unterscheiden sie sich jedoch deutlich.

Die Engelwurz blüht gelblich-grün, der Riesen-Bärenklau weiß. Die Blätter der Engelwurz sind gefiedert, die Blüten halbkugelförmig, der Riesen-Bärenklau hingegen besitzt gelappte, weniger spitze Blätter und flache Blüten. Trotz allem hat das Landratsamt Bamberg nun eine Warnung ausgesprochen. Denn eine Verwechslung kann schmerzhafte Folgen haben.

Der giftige Pflanzensaft verursacht Verbrennungen. Dabei können Brandblasen entstehen, die unbedingt von einem Arzt behandelt werden sollten. Wer sich dennoch an die Entfernung wagt: Folgende Schutzmaßnahmen verringern das Risiko einer Verletzung.

Woher stammt die Pflanze?

Die aus dem Kaukasus stammende Wildpflanze wurde um 1900 als Gartenpflanze in Europa eingeführt - damals galt der Riesen-Bärenklau mit seinen 80.000 Blüten als Zierpflanze. Doch bald ignorierte die Staude die Grenzen der Gärten und fing an, sich unkontrolliert in der heimischen Natur auszubreiten. Die Pflanze ist nun nicht nur in Bayern zu finden - in ganz Europa und Nordamerika wuchert sie als Neophyt. Mittlerweile organisieren die Ortsvereine verschiedener Naturschutzverbände regelmäßig Beseitigungsaktionen. Freiwillige Helfer können damit einen Beitrag dazu leisten, sie zu bekämpfen.

Was macht die Pflanze so giftig?

Die Pflanze ist phototoxisch: Das bedeutet, dass der Pflanzensaft lichtsensible Stoffe enthält - durch Tageslicht werden diese chemisch umgebaut und verwandeln sich in Substanzen, die hautreizend wirken: Rötungen, Blasenbildung, Juckreiz und andere Hautreaktionen sind die Folge. Auf den ersten Blick erscheinen sie wie ein starker Sonnenbrand oder hitzebedingte Verbrennungen.

Wie schützt man sich am besten?

Besonders wichtig bei der Entfernung des Riesen-Bärenklaus, ist der Schutz der Haut. Am besten eignet sich wasserfeste Kleidung: Regenjacke und -hose, Gummistiefel, Gummihandschuhe. Aber auch ein Gesichtsschutz, beispielsweise ein Visier, ist von Vorteil. Denn der Riesen-Bärenklau kann über drei Meter hoch werden - die Wahrscheinlichkeit von Hautkontakt ist dementsprechend groß.

Nach dem Entfernen sollte beim Ausziehen der Kleidung außerdem darauf geachtet werden, nicht mit dem Saft in Berührung zu kommen. Mit einem Gartenschlauch sollte die Schutzkleidung deswegen vorher gründlich abgewaschen werden.

Wie wird sie richtig entfernt?

Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bildet sich eine große Blattrosette - im zweiten der lange hohe Stiel. Am Ende des Stiels erscheint dann der Blütenstand. Obwohl Riesen-Bärenklau nur zweijährig ist, verbreitet er sich schnell. Das liegt daran, dass dieser sehr stark samt.

Um die Giftpflanze zu entfernen, sollte zunächst der Stängel vor der Blüte etwa 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten werden: Am besten gelingt das mit einem Freischneider, einer Motorsense oder einer scharfen Hacke. Daraufhin wird mit einem Spaten die Pfahlwurzel entfernt, da der Bärenklau ansonsten neu austreibt.
Meist sind sogar schon einjährige Pflanzen sehr hoch und groß - weswegen auch bei diesen zunächst die Blätter abgeschnitten werden sollten. Solange die Pflanzenreste noch keine Blüten tragen, dürfen sie nach der Entfernung einfach liegen gelassen werden - von ihnen besteht dann keine Gefahr der Versamung.

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