Es muss nicht immer Chemie sein

Die besten Hausmittel. So einfach werden Sie Schildläuse los

14.8.2022, 10:30 Uhr
Der Lavendelduft von Rosen kann Schildläuse fernhalten.

© pixel2013, Pixabay, LizenzCC Der Lavendelduft von Rosen kann Schildläuse fernhalten.

Wenn sich Schildläuse erst einmal auf einer Pflanze angesiedelt haben, sollte man sie schnellstmöglich bekämpfen. Denn sie schädigen nicht nur den Pflanzen, sondern breiten sich auch immer weiter aus. Wie man die Schildläuse erkennt und was man bei einem Schädlingsbefall tun sollte, erfahren Sie hier.

Schildläuse erkennen: Was sind Schildläuse?

Schildläuse, auch weiße Fliegen genannt, sind eine bestimmte Art der Blattläuse. Während die Männchen keine Gefahr für Pflanzen aller Art darstellen, sind die weiblichen Schildläuse durchaus gefährlich. Die weiblichen Schildläuse stechen die Pflanzen an und ernähren sich von deren Pflanzensäften, sodass das Wachstum eingeschränkt wird. Unter dem gebildeten Panzer legen die Weibchen auch ihre Eier ab. Wenn sich die Schildläuse einmal unter einem Panzer festgesetzt haben, können sie sich nicht mehr fortbewegen. Daher sitzen sie gut getarnt auf der Unterseite der Pflanzenblätter und sind für den Menschen nur schwer erkennbar.

Dennoch gibt es deutliche Warnsignale, um einen Schildläuse-Befall zu identifizieren:

- Klebrige Spritzer (Honigtau) auf den Blättern, da die Schildläuse die zuckerhaltigen Bestandteile der Pflanzensäfte ausscheiden

- Ameisen und Pilze (schwarze Verfärbung) werden durch den Zuckersaft angelockt und schädigen die Pflanze zusätzlich

- Blattabwurf

- Verfärbte Blätter

- Äste und Triebe, die verkrustet sind

- Ungeöffnete Knospen

- Weiße Gespinste (Wollläuse breiten sich aus und gehören zur Familie der Schildläuse)

- Die Blätter haben braune oder grüne Höcker (Panzer der Schildläuse)

Schildläuse bekämpfen: So geht‘s

Schildläuse schaden nicht nur einer Pflanze, sondern breiten sich auch auf allen umliegenden Pflanzen aus. Daher sollte die befallene Pflanze umgehend in einen separaten Raum gestellt werden. Wenn nur einzelne Bereiche der Pflanze betroffen sind, können diese entfernt und im Restmüll (nicht auf dem Kompost) entsorgt werden. Wenn Pflanzen über den Winter in ein Winterquartier gestellt werden, sollte darauf geachtet werden, dass keine Schildläuse mehr vorhanden sind. Denn diese breiten sich sonst auf den umliegenden Pflanzen aus.

Diese Methoden helfen bei der Schädlingsbekämpfung:

Wachstumsbedingungen verbessern

Schildläuse befallen meistens Pflanzen, die vorher schon geschwächt sind und an einem Mangel leiden. Dies kann zu wenig Sonnenlicht oder eine Überdüngung sein. Daher ist die Verbesserung der Wachstumsbedingungen das beste Mittel, um den Schädlingsbefall vorzubeugen. Dazu sollte die Pflanze an einen hellen und kühlen Ort umgesiedelt werden. Die Erde sollte gelockert und mit Mulch oder Kompost angereichert werden.

Pflanzendusche bei jungen Schildläusen

Auch eine Pflanzendusche, bei der die Pflanze kopfüber gehalten und mit Seife abgespült wird, kann sehr wirksam sein. Dabei ist allerdings ein starker Wasserstrahl notwendig. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Eier noch weiter auf der Pflanze verteilt werden. Deshalb ist diese Methode nur bei jungen Tieren, die sich noch nicht festgesetzt haben, sinnvoll.

Gezielte Schädlingsbekämpfung

Man kann Schildläuse einzeln mit einem spitzen Messer oder einer Pipette von den Pflanzen sammeln und in ein Küchenpapier geben. Die Schädlinge können nicht weglaufen. Deshalb ist die Methode sehr effizient, wenn auch sehr mühselig in der Umsetzung. Allerdings sollte man darauf achten, man keine Schildlaus übersieht. Pflanzenliebhaber dürfen die Schildläuse nicht abkratzen, da sonst die Larven auf der Pflanze verteilt werden können. Das Werkzeug (Messer oder Pipette) sollte immer wieder gesäubert oder in Alkohol getränkt werden, damit sich die Jungtiere nicht ausbreiten.

Alternativ kann man ein Wattestäbchen in Spiritus tunken und dieses auf den Panzer der Schildläuse drücken. Teebaumöl auf einem Wattestäbchen hat die gleiche Wirkung, sollte aber nicht auf die Blätter aufgetragen werden.

Schildläuse bekämpfen mit Hausmitteln: Welche eignen sich?

Schildläuse mit Hausmitteln zu bekämpfen, sollte immer der erste Weg sein, bevor zu chemischen Mitteln gegriffen wird. Denn häufig sind die Hausmittel weniger aggressiv und zugleich günstiger. Dabei können verschiedene Mittel ausprobiert werden, die dann mit einem Pinsel oder einer Sprühflasche auf die befallene Pflanze aufgetragen werden, bis die Schädlinge verschwunden sind.

Brennnessel-Sud

Man gibt 0,5 Kilogramm Brennnesseln mit 5 Liter Wasser in ein Gefäß und lässt dies bei geschlossenem Deckel für drei Tage ziehen. Die Mischung muss gelegentlich umgerührt und zum Schluss gefiltert werden. Durch den penetranten Geruch des Gemisches empfiehlt sich die Anwendung nur im Garten und nicht bei Zimmerpflanzen in geschlossenen Räumen. Alternativ kann man auch frischen Oregano verwenden.

Kernseife-Spiritus

Wer 15 Milliliter flüssige Kernseife mit der gleichen Menge Brennspiritus und einem Liter Wasser mischt, stellt sich sein eigenes Hausmittel gegen Schildläuse her. Das Ganze muss für 30 Minuten ruhen. Vorsicht: Das Mittel sollte zunächst vorsichtig an einem Blatt getestet werden, da einige Pflanzen die Lösung nicht vertragen.

Rainfarn-Sud

Hierfür hackt man 150 Gramm Rainfarn-Blätter klein und füllt diese mit 5 Liter heißem Wasser auf. Nach zehn Minuten Einwirkzeit ist der Sud bereits fertig. Die Anwendung sollte mindestens dreimal pro Woche wiederholt werden.

Schildläuse natürlich bekämpfen: Mit Nützlingen gegen die Schildlaus

Wer einen Schädlingsbefall im eigenen Garten hat, kann auch gezielt Nützlinge einsetzen. Diese positioniert man auf der befallenen Pflanze und vernichtet somit die Schildläuse.

Diese Nutztiere sind besonders geeignet:

- Marienkäfer
- Ohrwürmer
- Schwebfliegen
- Schlupfwespen
- Gallmücken
- Florfliegen

Da sich rund um die befallenen Pflanzen oft Ameisen tummeln, müssen diese auch bekämpft werden, da sie sonst die Nützlinge angreifen würden.

Mittel gegen Schildläuse

Im Gewächshaus können Gelbtafeln oder Gelbsticker aufgestellt werden. Mit Hilfe ihrer Wirkstoffe werden Schildläuse angelockt und von den geliebten Pflanzen ferngehalten. Wenn sich die Schildläuse noch nicht im Gemüsebeet bequem angesiedelt haben, können feinmaschige Gemüsenetze die Pflanzen schützen. Allerdings muss die Maschengröße unter zwei Millimeter betragen, da die Schildläuse in der Regel zwei bis drei Millimeter groß werden.

Zudem gibt es auch bestimmte Kräuter, deren Duft die Schildläuse fernhält. Bohnenkraut hält die Schildläuse von Bohnen fern, Kapuzinerkresse von Bäumen und der Lavendelduft von Rosen.

Schildläuse bekämpfen mit Spülmittel

Ausgewachsene Schildläuse können mit Spülmittel oder Seife und einem feuchten Lappen oder einer Bürste abgewischt werden. In den frühen Morgenstunden (wenn die Tierchen noch träge sind), kann man sie am besten loswerden.

Schildläuse am Zitronenbaum

Schildläuse klammern sich an den Blättern des Zitronenbaums fest und saugen diese aus, was deren Wachstum negativ beeinflusst. Auf chemische Mittel sollte allerdings auch hier verzichtet werden, da die Chemie auch die Zitronen angreift. Daher sollte man auch hier versuchen, die Schädlinge mit Hausmitteln loszuwerden.

Wasser und Zahnbürste

Zuerst sollte man den Zitronenbaum auf die Seite legen oder die Erde im Kübel mit einer Folie abdecken, damit die abgespülten Schädlinge nicht wieder in die Erde gelangen. Nun nimmt man einen Wasserschlauch oder eine Gießkanne und sprüht die Schildläuse ab. Wenn sie nicht von allein abgehen, kann man auch eine Zahnbürste zur Hilfe nehmen. Dieser Vorgang muss nach ein paar Tagen wiederholt werden, um auch die letzte Schildlaus zu vertreiben.

Seifenlauge

Ein Teelöffel Kernseife wird mit einem Liter Wasser gemischt und anschließend auf die Blätter und Stiele des befallenen Zitronenbaums gesprüht. Die Lauge sollte am besten über Nacht einwirken und kann dann am nächsten Tag abgespült werden.

Rapsöl

Wer keine Möglichkeit hat, den Zitronenbaum abzuduschen, kann auch auf Rapsöl zurückgreifen. Dabei sollte allerdings immer der Untergrund abgedeckt sein, damit heruntergelaufenes Öl aufgefangen wird. Zuerst wird eine Lösung aus 30 Prozent Rapsöl und 70 Prozent Wasser hergestellt. Damit besprüht man im Anschluss die komplette Pflanze.

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