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Sonntag, 21.07.2019

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Petition in Erlangen: Kinder nicht ins Abseits stellen

Erfolgreiches Projekt in Erlangen für Kinder mit einer Rechenschwäche - 05.08.2018 11:30 Uhr

Doris Olschner, BEV-Regionalbeauftragte, Susanne Schindler, Joachim Herrmann, Julia Weitz und Elke Dünninger vom BEV-Kreisverband Erlangen, Monika Roemer-Girbig, Mitglied im BEV-Landesvorstand und Sabine Stigler. © Foto: Edgar Pfrogner


Nach einer Eingabe an den bayerischen Landtag wurde Anfang 2018 im Bildungsausschuss beschlossen, dass Beratungsstellen für Kinder mit Dyskalkulie eingerichtet werden. Da dies aber nach Ansicht des BEV und vieler betroffener Eltern bei weitem nicht ausreicht, hatte der BEV begonnen, Unterschriften zu sammeln, die an Innenminister Joachim Herrmann übergeben wurden.

Zu den insgesamt 1295 Unterschriften, etwa 350 davon aus dem Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, hat der BEV zahlreiche Kommentare erhalten. Besonders deutlich wird daraus, dass Kinder mit einer Rechenschwäche meistens durchschnittlich, nicht selten aber auch überdurchschnittlich begabt sind. Aufgrund der mangelnden Leistung in Mathematik dürfen sie jedoch nicht die ihrer Intelligenz entsprechende Schulart besuchen. Häufig erhalten diese Kinder eine Empfehlung für die Förderschule. Im Laufe ihrer Schulzeit fühlen sich die jungen Menschen zunehmend als Versager und entwickeln psychische Erkrankungen oder schwerwiegende Verhaltensstörungen. Viele verlassen die Schule ohne Abschluss.

Dies ist insofern bedauerlich, als dyskalkule Kinder mit einer Förderung durch einen Lerntherapeuten und wenn sie unterstützende Materialien in Unterricht und Prüfungssituationen verwenden dürfen, durchaus ganz passable Leistungen in Mathematik erbringen können.

Eltern schilderten ihren enormen, oft auch großen finanziellen Einsatz dafür, dass ihr Kind möglichst wenig psychische Störungen entwickelt und einen Schulabschluss erreichen kann. Das erfolgreiche Dyskalkulie-Projekt in Erlangen wird mit staatlicher und städtischer Unterstützung im nächsten Schuljahr zwar ausgeweitet. Für die umliegenden Landkreise und bayernweit gilt dies nicht. Im Bundesland Brandenburg gibt es einen Nachteils-ausgleich für Kinder mit Dyskalkulie, und die Anwesenden fragten, warum dies in Bayern nicht möglich sei und warum die Kinder in Bayern aussortiert und nicht ausgebildet werden.

Was bei Lese-Rechtschreib-Schwäche längst der Fall ist, so Monika Roemer-Girbig, Mitglied im Landesvorstand des BEV und Vorsitzende des Kreisverbands Erlangen, muss endlich auch für besondere Schwierigkeiten in Mathematik gelten. Ein Nachteilsausgleich muss für

dyskalkule Schüler ins bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz aufgenommen werden.

Weitere Informationen zur Petition des BEV unter www.openpetition.de/!dyskalkulie 

mrg

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