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«Prima Klima» auch in Erlangen?

Klimaschutztagung zeigt Handlungsmöglichkeiten auch für Städte und Gemeinden - 03.12.2007

Die Eisblockwette ist entschieden, worüber sich Fulbright-Alumni-Vorsitzender Uwe Koch, Prof. Martin Hundhausen, OB Siegfried Balleis sowie die Gewinner Tanja, Alfred und Christine Kellnberger (für Sieger Stephan) sowie Hannelore Wentzke und Reinhold Koch freuten. © B. Böhner


Zu den prominentesten Referentinnen gehörte Prof. Annette Menzel, die Mitglied der Autorengruppe für den vierten IPCC- (Weltklima)- Report ist, der im April in Brüssel verhandelt wurde. Für diesen Report wurde dem IPCC der diesjährige Friedensnobelpreis zugesprochen. Prof. Menzel erinnerte in ihrem Kurzvortrag an ihre Untersuchungen auf die Auswirkungen des Klimawandels auf biologische Systeme. Sie konnte auch in Erlangen auf dieses Thema eingehen, nachdem ihr der Schauspieler Stefan Rieger - er lockerte die Tagung mit Erich-Kästner-Beiträgen auf - mit dem Hinweis darauf, dass er als Kind stets am 1. Dezember auf dem Dechsendorfer Weiher habe Schlittschuh laufen können, die Vorlage gab: Die Vegetationsperioden hätten sich nachweislich verschoben, was massive Verluste für die Landwirtschaft bedeuten werde und dazu führen könne, dass die großen Kohle- und Kernkraftwerke aus Kühlwassermangel im Sommer den Betrieb einstellen müssten.

Hoffnung, zumindest was die Energieversorgung anbetrifft, machten Referenten von Windkraftherstellern und Solarfirmen: Bei den in der Vergangenheit erreichten Kostenreduktionen, die sich weiter fortsetzen würden, sei bald sogar für die heute noch teure Photovoltaik jener Punkt erreicht, bei dem Strom aus Photovoltaik genauso teuer wie konventionell erzeugter Strom sei.

Auf steigende Energiekosten hatte auch Oberbürgermeister Siegfried Balleis hingewiesen, und es sei nicht abzusehen, dass fossile Energien in Zukunft billiger werden könnten. Erlangen habe also einen enormen Nachholbedarf vor allem im Baubereich, so der Oberbürgermeister in einem Internetbeitrag, auf den auf der Tagung verwiesen wurde. Die Stadt Erlangen unternimmt, wie auch Hans-Jürgen Seeberger vom Umweltamt ausführen konnte, einiges, um möglichst große Energieeffizienz in den Gebäuden zu erreichen.

Prof. Martin Hundhausen teilt die Meinung. Plusenergiehäuser, also Passivhäuser mit Solarthermie und Photovoltaik, müssten beim Neubau Standard werden und die Stadtplaner seien in der Verantwortung, hierfür die Weichen zu stellen. Balleis will allerdings - neben der Solarthermie - auch die anderen regenerativen Energien fördern und kündigte an, dass die Stadtverwaltung bald neue Gespräche mit der Bürgerinitiative «Sonne nutzen auf jedem Dach» führen wolle.

Die Eisblockwette zum Umweltjahr natürlichERLANGEN2007 wurde zum Veranstaltungsbeginn aufgelöst: Das Passivhaus am Hugenottenplatz hielt das Eis fast dreimal länger als das konventionell gedämmte, und gewusst haben dies längst nicht alle der 430 Teilnehmer. Gewinner sind Stephan Kellnberger, Hannelore Wentzke, Reinhold Koch, Amelie Gericke (alle Erlangen) sowie Tanja Büttner aus Röttenbach. pm

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