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Mittwoch, 16.10.2019

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Alpen-Handy begleitet Jubiläum

Die Volksmusikanten Sigi und Erich Ottenschläger feierten in Schellenberg - 11.07.2009

Auch Alpenhandys waren beim Ottenschläger-Jubiläum zu hören. © Meyer


Das Handy aus dem Alpenland des 19. Jahrhunderts ist 3,4 Meter lang, fünf Kilogramm schwer, gebaut aus Fichten- und Ahornholz, und eröffnete das Musikantentreffen in Schellenberg. Früher, als es noch nicht in jedem Winkel der Welt ein Telefon gab, dienten Alphörner der Verständigung über die Täler hinweg. Exotisch mutet das Instrument von Inge und Heinz Schrüffer aus Bamberg noch immer an. Vor allem in Franken.

Mehr als 20 Sängerkollegen waren zum Jubiläumsfest nach Schellenberg gekommen und boten einen Brückenschlag von Wien bis Dublin, vom Akkordeon bis zur Kontragitarre. Langjährige Freunde, die den wöchentlichen Musikanten-Stammtisch der Brüder Sigi und Erich Ottenschläger in Schellenberg bereichern.

Denn der Begriff «Volksmusik» ist für die beiden Kleinsendelbacher breit gefächert, solange sie sich jenseits von Karl Moik und seinem volkstümlichen Musikantenstadel bewegt. Pat Cooksie, gebürtiger Ire aus Altdorf, der schon Songs für die «Dubliners» geschrieben hat, hat hier genauso seinen Platz wie das Duo «Seppi und Peter», Geigenbaumeister aus Österreichs Hauptstadt, mit ihren melancholischen Wiener Geschichten.

Sanfte Töne für Papa

Überraschungsgast war Tobi, der Sohn von Sigi Ottenschläger. Normalerweise in der jungen Musikszene bekannt als ultralauter Punkrocker. Doch für das Jubiläum seines Vaters und seines Onkels schlug er sanftere Töne an. Mit ruhigen Rockballaden begeisterte auch er das Publikum, einschließlich Bürgermeisterin Gertrud Werner und Maria Bauer, Volksmusik-Spezialistin des Bayerischen Rundfunks.

Mehr als 200 Gäste drängten sich in der mit frischen Birkenzweigen und Frankenrechen-Fahnen geschmückten Maschinenhalle der Wirtsfamilie Wölfel. Und die Akustik ist in der Halle, in der normalerweise Bulldog und Ackergeräte ihren Platz haben, erstaunlich gut. Echte Musikanten haben einen erstaunlich langen Atem: Bis weit nach Mitternacht dauerte das offizielle Programm. Doch einige Gäste wollen gesehen haben, wie noch lange danach der offensichtlich unermüdliche Ire mit einigen jüngeren Musikanten in der lauen Vollmondnacht probte. MANUELA MEYER

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