16°

Freitag, 19.04.2019

|

Der Bahnsteig lässt sich schon erahnen

Am 21. November sollen die S-Bahnen hier halten — Weiter Ärger um den Schwenk - 28.10.2011 22:00 Uhr

In dreieinhalb Wochen soll von der Baustelle hinter dem Bahnhofsgebäude nichts mehr zu sehen sein: Bequem sollen die Fürther dann vom neuen Bahnsteig aus in die S-Bahn einsteigen können. © Michael Müller


Es sieht noch nach viel Arbeit aus, aber Bahn-Sprecher Frank Kniestedt versichert auf FN-Anfrage, dass man mit den Bauarbeiten im Zeitplan sei. Der neue Bahnsteig lässt sich immerhin bereits erahnen, auch führen Treppen schon von der Unterführung herauf. Damit hier in etwas mehr als drei Wochen die ersten Fürther in die S-Bahn einsteigen können und der abseits gelegene, provisorische Holzbahnsteig überflüssig wird, muss weiterhin an mehreren Stellen gleichzeitig auf Hochtouren gearbeitet werden.

Im Untergeschoss gehen hinter den Holzwänden des provisorischen Fußgängertunnels die Arbeiten an der neuen, breiteren Unterführung in den Endspurt, während oben die Fertigelemente angeliefert werden, mit denen der Bahnsteig gebaut wird; zudem stehen Montagearbeiten an den Oberleitungen an, die aufgrund der neuen Gleisführung ebenfalls verlegt werden müssen. Fertiggestellt werden muss auch eine spezielle Konstruktion im Boden neben dem Postgebäude, die sicherstellen soll, dass es zu keinen Erschütterungen kommt, wenn demnächst in unmittelbarer Nähe die S-Bahn vorbeifährt.

Fest steht bereits, dass es von Freitag, 18. November, 18 Uhr, bis Montag, 21. November, 6 Uhr, eine größere Sperrung am Fürther Hauptbahnhof geben wird. Welche Konsequenzen das für Reisende hat, will die Bahn in einer Woche ausführlich erläutern. Die Sperrung ist nötig, um die neuen S-Bahngleise an die Stellwerkstechnik anschließen zu können.

Kein Ende ist indes in der Hängepartie um den von der Stadt Fürth abgelehnten S-Bahn-Schwenk durch das Knoblauchsland in Sicht. Wie der städtische Verkehrsplaner Matthias Bohlinger auf FN-Anfrage mitteilt, geht die Kommune inzwischen juristisch gegen die Bahn vor. Sie pocht vor Gericht auf die Herausgabe von Informationen, mit denen sie beweisen will, dass die von ihr geforderte Trassenführung entlang der Bestandsstrecke tatsächlich wirtschaftlicher ist.

Es geht um Angaben zur Dimension der geplanten Lärmschutzmaßnahmen, zur Verteilung der Fahrten und zum Fahrgastaufkommen. Die bisherigen Annahmen der Bahn nennt Bohlinger „extrem unplausibel“. Das Bundesverkehrsministerium, das schon im September Stellung zum einstimmigen Votum des Petitionsausschusses des Bundestags — dieses fiel ganz im Sinne Fürths aus — nehmen sollte, habe eine Nachfrist bis Dezember bekommen. Mit einer Entscheidung in diesem Jahr rechnet der Fürther Verkehrsplaner nicht mehr.

  

Claudia Ziob / Volker Dittmar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth