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Mittwoch, 24.07.2019

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Die Plattenputzer

Am Sonntag ist Tag des offenen Denkmals - 10.09.2008

«Da putzen wir die Platte!» So klingt Vorfreude aus dem Mund Ralf Röders, Leiter der Gebäudewirtschaft im (federführenden) Bauamt der Stadt. «Das Informative und das deutlich Unterhaltsame» sollen 2008 nach Auskunft von Schloss-Pressesprecherin Bettina Wiemer Doppelpass spielen. Die klassizistische Anlage fungiere «als Gesamtkunstwerk», zu dem nicht lediglich Festsaal und Ausstellungsräume, sondern auch die beiden Pavillons, Park, Ostremise, Meierei und Marstall gehören. Dort wird einiges los sein zwischen 10 und 17 Uhr - Führungen, Vorträge, Buchpräsentation, Lesungen und Kurse.

Klingt akademisch, ist so aber nicht gemeint, denn zumal Kinder und Jugendliche sollen am Ende dieses Tages glückstrunken in den Seilen hängen. Dafür sorgen etwa historische Mal- und Bastelangebote in der Kreativ-Werkstatt, Bewegungsspiele aus Urgroßmutters Zeiten im Schlosshof sowie ein Vorlese-Marathon mit Schloss- und Gespenstergeschichten im ParkPavillon Karolinenruh. Besucher können sich zudem in historischen Kostümen in den Schlosssälen fotografieren lassen - diese Motive fehlen gewiss noch im heimischen Fotoalbum. Ab Sonntagabend nicht mehr.

Besonders erfreut ist Schlossherrin Sabine Brenner-Wilczek, dass die lieben Nachbarn im Windschatten des Schlosses ehrenamtlich dabei sind. So macht das im Marstall residierende Museum Frauenkultur Regional-International zwischen 14 und 17 Uhr Führungen; die Soldatenkameradschaft 1971 Burgfarrnbach führt zum Pavillon Schneiderhäuschen (11, 12, 14, 15 und 16 Uhr); kundige Damen und Herren aus der benachbarten Seniorenresidenz bieten im Lesesaal Kurse in altdeutscher Schrift (11 und 15.30 Uhr) an.

Wer picknicken mag, hat im Park dazu Gelegenheit. Schlossführungen stehen um 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr auf dem Programm. Der Archäologische Arbeitskreis ist mit einer Vitrine vertreten, die Devotionalien aus dem Lochner’schen Gartenhaus zeigt. Was aber heißt Denkmalpflege am Schauplatz Schloss konkret? Hier spucken zwei Architektenteams in die Hände. Das Büro Kuschel/Jost, aktuell betraut mit dem Umbau der alten Meierei, ermöglicht letzte Einblicke in die alte Bausubstanz; das ab Oktober mit der Schlosssanierung beauftragte Büro Keim - es sanierte bereits das Stadttheater - macht Führungen (12 und 15 Uhr) und erteilt um 14 Uhr Bericht im Festsaal.

Höhepunkt des Tages soll die Pückler-Ausstellung werden, die um 10 Uhr eröffnet und keine Frage über die alten gräflichen Schlossherren offen lassen will.

«Außenstelle» des Denkmaltages ist das Haus Königstraße 27, wo die renovierende Familie Bär im Februar auf ein Zimmer stieß, das sich als Geburtszimmer von Diakoniegründer Wilhelm Löhe herausstellte. Stadtheimatpfleger Alexander Meyer macht dort ab 10 Uhr Führungen im Halbstundentakt bis 17 Uhr. Meyer gibt Tickets aus, da pro Führung höchstens 15 Besucher dabei sein können. Manches offene Denkmal ist eben offenkundig klein. MATTHIAS BOLL

www.schloss-burgfarrnbach.de 

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