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Für uvex fing alles im Poppenreuther Schuppen an

Sonderschau zum 90. Jubiläum der Firma - Erinnerungen und Blick auf heute - 21.03.2016 11:00 Uhr

Auch moderne Exemplare der uvex-Skibrillen gehören zur Ausstellung im Stadtmuseum. © Foto: Anestis Aslanidis


Ein Werkschuppen in Poppenreuth – das kleine, alte Foto, das den Ausstellungsauftakt markiert, macht auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu viel her und erzählt aber doch eindrucksvoll von einem Kapitel deutscher Industriegeschichte, das hier begann. 1926 gründete Philipp M. Winter die „Optische Industrieanstalt“, die seinen Namen trug. In jenem Schuppen werden die ersten Schutzbrillen gefertigt.

Schon in den dreißiger Jahren produziert man dann die ersten Skibrillen. Die waren sogar bereits belüftet. Wie, das zeigen die Original-Modelle jetzt im Stadtmuseum: Ausstanzungen in den Seitenteilen sorgten dafür, dass die Sicht klar blieb. Für den Komfort wurde ein plüschbesetztes Band auf die Kanten appliziert.

Nur ein paar Schritte in der Ausstellung, aber Jahrzehnte stetiger Weiterentwicklung trennen die Vorgänger von einer 2016er Skibrille aus dem Hause uvex, die nun unter anderem einen perfekten 180-Grad-Überblick gewährt. Bereits 1938 begleiteten Gletscherbrillen aus Fürth eine Expedition auf den Nanga Parbat, Sherpas und die deutschen Bergsteiger waren mit dem Augenschutz der Firma Winter ausgestattet worden.

Die Ausstellung, die von Alexandra Herzog und Ruth Kollinger mit Unterstützung und Stücken aus dem uvex-Archiv eingerichtet wurde, zeigt Exponate, die nostalgische Gefühle auslösen. Da wäre etwa die Fahrbrille, die 1926 nach Jagdflieger Manfred von Richthofen, dem „Roten Baron“, benannt wurde. Das schicke Stück sollte bei Touren im offenen Wagen vor dem Wind schützen.

Eine Broschüre von 1957 wirbt für elegante Sonnenbrillen, die es ganz im Stil der Zeit in Schmetterlings- oder Cat-Eye-Form gab. Im Jahr zuvor hatte Rainer Winter, der Sohn von Philipp M. Winter, die Marke uvex entwickelt: Zum Namensgeber wurde eine Kurzform für „UltraViolet EXcluded“. Auf dem Weg zur internationalen Marke etablierte sich das Unternehmen als Spezialist für Arbeitsschutz und Sport. Neue Produktions- und Vertriebsstandorte wurden nicht zuletzt durch eine Vielzahl von Kooperationen geschaffen, während die Herstellerkompetenz für Augenschutz am Stammsitz konzentriert blieb.

Die Jubiläumsschau blickt auf die Firmengeschichte von der Gründung bis heute. Neben den richtungsweisenden Entwicklungen und Innovationen für die Sicherheit am Arbeitsplatz stehen natürlich die Produkte für Sport und Freizeit im Fokus.

Spitzenathleten wie Rennrodler Georg Hackl oder Ski-Rennläufer Markus Wasmeier fuhren mit uvex Erfolge ein. Sogar komplette Familien beweisen im Foto ihre Verbundenheit: Rosi Mittermaier mit Ehemann Christian Neureuther und Sohn Felix stehen dafür. In den Vitrinen punkten Original-Helme mit den Signaturen von Rennrodlerin Natalie Geisenberger, Doppel-Olympiasiegerin bei den Winterspielen in Sotschi.

2009 startete das Unternehmen die Produktgruppe Reitsport. Athletinnen wie Ingrid Klimke und Isabell Werth setzen darauf. Ein besonderes Ausstellungsstück aus diesem Segment glänzt nun in Fürth: ein moderner Reithelm in matt-schwarzem Finish, der mit unzähligen glitzernden Swarovski-Steinen verziert ist.

Eine Erinnerung an die Anfänge ist ein Werbefoto, es zeigt einen jungen Mann, der eine Schutzbrille des damals noch jungen Unternehmens vorführt – als Model setzte sich Rainer Winter vor vielen Jahren persönlich vor die Kamera. Der Einsatz für alle Belange zählt eben bei Familien-Unternehmen – damals wie heute.

„90 Jahre uvex“: Stadtmuseum (Ottostraße 2) von 19. März bis 21. August. Im Internet: www.stadtmuseum-fuerth.de  

Sabine Rempe

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