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Sonntag, 21.07.2019

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Helfer gesucht: Polizei will Sicherheitswacht aufstocken

Die Ehrenamtlichen sollen das allgemeine Sicherheitsgefühl stärken - 18.06.2019 06:00 Uhr

Die dunkelblaue Einsatzkleidung der Sicherheitswacht ist den neuen bayerischen Polizeiuniformen (rechts im Bild) nachempfunden. © Foto: Daniel Karmann/dpa


Michael Dibowski leitet die Polizeiinspektion Fürth seit April 2018. Zuvor hatte er Führungspositionen bei der Münchner Polizei inne und war Referent im bayerischen Innenministerium. Als Polizeichef setzt er auch auf „das Vertrauen und die Mithilfe der Bürger“. © Foto: Thomas Scherer


Herr Dibowski, sind schon erste Bewerbungen eingetrudelt?

Dibowski: Meines Wissens nach noch nicht. Aber die Meldung, dass wir weitere Ehrenamtliche suchen, ist ja auch noch ganz neu.

 

Die Polizei wird in Fürth schon seit Mai 1996 bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung von Ehrenamtlichen unterstützt. Wie viele Personen zählt die örtliche Sicherheitswacht zurzeit?

Dibowski: Das sind jetzt 16 Männer und Frauen. Zwei aus dem Kreis sind seit dem ersten Tag dabei, zwei andere sind erst kürzlich dazugekommen.

 

Die Sicherheitswacht weist Leute beispielsweise darauf hin, dass es nicht okay ist, mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone zu brettern. Was noch?

Dibowski: Die Ehrenamtlichen sprechen Leute, die in Grünanlagen Müll liegen lassen, ebenso an wie jemanden, der andere auf offener Straße belästigt, und erklären, dass das so nicht geht. Das Wesentliche aber ist: Mitarbeiter der Sicherheitswacht, die im Übrigen keine Angehörigen der Polizei sind, zeigen Zivilcourage. Leider schauen ja viele Menschen weg, wenn etwas vor sich geht, mit dem sie nichts zu tun haben möchten. Die Sicherheitswacht schaut hin und reagiert. Ihre Vertreter sind für die Bürger ansprechbar und wurden früher auch "wandelnde Notrufsäulen" genannt. Ist irgendwo eine Schlägerei im Gang, setzen sie übers Funkgerät einen Notruf ab. Bei Streitereien greifen sie auch mal schlichtend ein.

 

Sie nehmen aber niemanden fest?

Dibowski: Nein, das nicht. Die Sicherheitswacht darf Personalien aufnehmen, Platzverweise erteilen und – wie jeder andere auch – jemanden, den sie "auf frischer Tat" ertappt, festhalten, bis die Polizei kommt. Festnahmen aber sind Aufgabe der Polizei.

 

Woran erkennt man die Sicherheitswacht?

Dibowski: Die Mitarbeiter tragen dunkelblaue Einsatzkleidung mit der Aufschrift "Sicherheitswacht". Außerdem haben sie einen Ausweis bei sich.

 

In Fürth gibt es auch noch den kommunalen Ordnungsdienst. Das sind ebenfalls Leute in dunkelblauer Montur, nur eben mit der Aufschrift "Kommunaler Ordnungsdienst". Was ist der Unterschied?

Dibowski: Beim Ordnungsdienst arbeiten Hauptamtliche, die bei der Stadt angestellt sind, feste Arbeitszeiten und auch weiter reichende Befugnisse haben. Die Mitarbeiter dort dürfen Verwarnungen aussprechen oder Ordnungswidrigkeiten verfolgen. Bei uns dagegen engagieren sich Menschen, die ganz andere Berufe haben, in ihrer Freizeit für ihre Stadt, und das tun sie als Mittler zwischen Bürgern und Polizei. Dabei können sie sich ihre Zeit frei einteilen. Sie müssen nur beim Dienstgruppenleiter angeben, wann und wo sie im Einsatz sind.

 

Der Ordnungsdienst führt Teleskopschlagstöcke mit sich. Ist die Sicherheitswacht auch bewaffnet?

Dibowski: Nein, Angehörige der Sicherheitswacht haben, abgesehen von Pfefferspray, keine Waffen bei sich.

 

Für Außenstehende ist diese Parallelexistenz etwas verwirrend. Wie sehen Sie das?

Dibowski: Nun, die einen werden eben von der Stadt finanziert, die anderen vom Freistaat. Als Ehrenamtlicher bei der Sicherheitswacht bekommt man kein Gehalt, nur eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde für Unkosten wie die Anfahrt zum Dienst. Ich bin froh, dass wir in Fürth beide Dienste haben und dass sich beide Seiten kennen und austauschen.

Interessenten mit abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung können sich bis 14. Juli bei der PI Fürth, Kapellenstraße 10, 90762 Fürth bewerben. Wer zum Zug kommt, wird für die Aufgabe geschult. 

Interview: Birgit Heidingsfelder

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