Junge Pflege-Hochschule sucht Räume

13.10.2013, 10:00 Uhr

© Thomas Scherer

Vor fast genau einem Jahr hat die staatlich anerkannte Privathochschule, die Studiengänge in den Bereichen Pflege- und Gesundheitsmanagement anbietet, ihren Betrieb in der früheren Schickedanzvilla aufgenommen. Inzwischen lehren nach Angaben von Institutsleiter Prof. Dr. Jürgen Zerth drei Professoren in seinem Haus. Die Zahl der Studierenden stieg von 18 auf derzeit 40 bzw. von gut 100 auf knapp 200, rechne man die Teilnehmer berufsbegleitender Studiengänge mit ein. Wie berichtet, will die WLH wachsen und in fünf, sechs Jahren 500 Studenten zählen.

„Nur im Notfall“

Rückblick: Nach dem Abzug der US-Amerikaner wurde aus der früheren Darby-Kaserne nach und nach ein attraktives Wohnviertel mit großzügiger Parkanlage. Auf deren ausgedehnten Wiesenflächen befinden sich drei historische Gebäude: die als Veranstaltungsort genutzte Grüne Halle, die heutige Musikschule und die Wilhelm-Löhe-Hochschule. Untergebracht ist Letztere in einem Komplex, in dem Versandhausgründer Gustav Schickedanz vorübergehend gewohnt haben soll. Für 3,75 Millionen Euro wurde der schadstoffbelastete Altbau saniert und umgebaut, ehe im September die Studenten Einzug hielten.

Jetzt, ein Jahr später, kursierten Gerüchte, wonach die Uni aus allen Nähten platzt. In der Folge, so wurde gemunkelt, werde neben der ehemaligen Schickedanzville gebaut, und zwar — so die Befürchtungen — im Wortsinn mitten auf der grünen Wiese. Dass die Gerüchte keineswegs jeglicher Grundlage entbehren, zeigen Äußerungen des Fürther Baureferenten Joachim Krauße. Auf Nachfrage sagte dieser nun, vor etwa einem halben Jahr seien Vertreter von Diakonie und Hochschule auf die Stadtspitze zugekommen, um ihre Vorstellungen von einer Standort-Erweiterung zu erläutern, auch anhand von Modellen. Das Gespräche endete nach Kraußes Darstellung mit der Empfehlung an die potenziellen Bauherren, nicht nur einen Neubau mitten im Park in Betracht zu ziehen, sondern sich in der Nähe, eventuell auch am Parkrand nach Alternativen umzusehen. Laut Krauße wäre eine Erweiterung der Schickedanzvilla zwar machbar, „aber nur im Notfall“. Sollte es dazu kommen, meinte der Referent, müsse das öffentlich diskutiert werden.

Diakonie-Sprecher Schaller sagte dazu, man habe zwar von Anfang an eine Standort-Erweiterung auf dem Gelände in Betracht gezogen und daraus nie ein Geheimnis gemacht. Allem Anschein nach aber zeigen die Worte aus dem Rathaus Wirkung. „Wir haben nicht vor, einen Anbau zu errichten“, erklärte Schaller jetzt auf Anfrage. Das Thema ist also vom Tisch? „Für die nächsten Jahre schon“, schränkte der Sprecher ein und erklärte: „Wegen unserer wachsenden Studentenzahlen suchen wir aktuell nach Seminarräumen im Umfeld der Hochschule.“ Laut Krauße wollen die Betreiber der Hochschule in diesen Wochen abklären, ob und welche Kooperationen mit umliegenden Einrichtungen wie der Hans-Böckler-Schule oder etwa der Volksbücherei denkbar wären.

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