Freitag, 13.12.2019

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S-Bahn-Strecke wächst im Schneckentempo

Im Fürther Bogen sind die Arbeiten kaum vorangekommen — Bahn-Sprecher: „Wir haben keinen Zeitdruck“ - 01.06.2013 13:00 Uhr

Immerhin tut sich etwas: Die Regnitztalbrücke hat einen Anbau für das S-Bahn-Gleis bekommen. © Johnston


Der lange Winter ist schon eine ganze Weile vorbei. Doch während Bauprojekte andernorts in den vergangenen Wochen sichtbare Fortschritte machten, war im sogenannten Fürther Bogen — im Abschnitt also zwischen Siebenbogenbrücke und Stadeln – von Bautätigkeit nicht viel zu merken. Die beiden zusätzlichen Gleise, auf denen die S-Bahn eines Tages zwischen dem Fürther Hauptbahnhof und Erlangen verkehren soll, reichen weiterhin nur bis zur Cadolzburger Straße; dort ist erst einmal Schluss. Und auch der Haltepunkt Unterfarrnbach gibt ein vertrautes Bild ab – obwohl es hieß, dass „im Frühjahr 2013“ die Arbeiten beginnen, in deren Zuge aus dem Provisorium ein ordentlicher Mittelbahnsteig werden soll.

„Hier geht es demnächst erst richtig los“, sagte jetzt Bahn-Sprecher Frank Kniestedt auf Anfrage der FN. Man habe keine Eile, erklärte er, weil sich Bahn und Stadt ja noch immer um die Trassenführung ab Stadeln — Stichwort: Verschwenk – streiten. Kniestedt erteilte dabei Forderungen nach einer Übergangslösung erneut eine Absage: Der Haltepunkt Unterfarrnbach werde erst in Betrieb gehen, wenn über die Trasse entschieden sei. Bereits vor einem Jahr hatte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly als Zweckverbandsvorsitzender des VGN mit Blick auf die fortdauernde Unpünktlichkeit der S1 gefordert, dass wenigstens die zwei neuen Gleise bis Stadeln fertiggestellt und mit Weichen an die Bestandsstrecke angebunden werden.

Neben den Arbeiten am Haltepunkt Unterfarrnbach sollen laut Kniestedt weitere Aufgaben in den nächsten Wochen angepackt werden. So soll endlich die Lärmschutzwand auf der Brücke über die Schwabacher Straße fertiggestellt werden. Wie berichtet, soll die Wand an dieser Stelle zum Teil transparent sein. Die Firma, die das Stück fertigen sollte, sei in Schwierigkeiten geraten, erklärt der Bahn-Sprecher. Nun habe man aber eine Lösung gefunden.

Einige Restarbeiten stehen auch noch am Hauptbahnhof an. Durch die Erschütterung beim Bau des Mittelbahnsteigs haben sich im Tunnel, der zur U-Bahn führt, Fliesen von einer Wand gelöst. Sie werden demnächst ersetzt. Zudem muss noch die Zufahrt für die Feuerwehr gestaltet werden.

Kein Provisorium ist übrigens Kniestedt zufolge die Benennung der zwei neuen S-Bahn-Gleise am Hauptbahnhof: Dort findet man seit dem Umbau die Gleise 20 und 21 – bevor man zu Gleis 2 gelangt. Ein Gleis 1 aber fehlt. Der Grund: Die beiden neuen Gleise als „Null“ und „1“ zu bezeichnen, kam nicht in Frage, so Kniestedt, gleichzeitig konnte aber auch nicht komplett neu durchnummeriert werden. Das alte Gleis 2 müsse Gleis 2 bleiben, andernfalls müssten sämtliche Fahrpläne geändert werden.

Einige Fortschritte hat Kniestedt dann aber doch zu vermelden. Getan hat sich zum einen etwas am Ende des Fürther Bogens. Dort hat die Regnitztalbrücke einen Zwilling aus Stahlbeton für das neue S-Bahn-Gleis erhalten. Hier gehen die Arbeiten weiter, demnächst muss der dortige Radweg für drei Monate verlegt werden.

Zum anderen hat die Bahn im Bereich der Peter-Flötner-Straße am Finkenschlag ihre Pläne geändert: Ursprünglich sollten hier Kleingärten „angeschnitten“ werden. Nun aber sei die Strecke so umgeplant worden, dass sie unberührt bleiben.

Claudia Ziob

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