"Kleeblatt fürs Leben"

Spielvereinigung gründet eigene Stiftung für soziales Engagement

8.9.2021, 07:11 Uhr
Eine Stiftung, im besten Fall für die Ewigkeit: Holger Schwiewagner (von links), Holger Carstens und Hans Wölfel bei der offiziellen Gründung von "Kleeblatt fürs Leben".

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Eine Stiftung, im besten Fall für die Ewigkeit: Holger Schwiewagner (von links), Holger Carstens und Hans Wölfel bei der offiziellen Gründung von "Kleeblatt fürs Leben".

Eigentlich hätten sie diese Unterschriften gerne schon deutlich früher getätigt, erzählen die drei Herren auf dem Podium, aber dann kamen ein paar Dinge dazwischen; eine Pandemie zum Beispiel, und ein Bundesligaaufstieg. Ereignisse also, die auf der Geschäftsstelle der Spielvereinigung Greuther Fürth nicht ignoriert werden konnten, und die dieses schöne Ereignis auf der To-Do-Liste ein wenig nach unten verdrängten.

Die drei Herren auf dem Podium, das sind am Dienstagvormittag im Pressekonferenzraum des Ronhofs Holger Schwiewagner, der Geschäftsführer des Kleeblatts, Hans Wölfel, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fürth, und Holger Carstens von der Deutschen Stiftungstreuhand. Zusammen haben sie vor über zwei Jahren die ersten Gespräche geführt, wie sich das gesellschaftliche Engagement der Spielvereinigung noch besser auf den Punkt bringen lässt.

Inklusion, Antirassismus und regionales Engagement

In sozialen Einrichtungen mithelfen, Geflüchtete ins Stadion einladen, Menschen mit Behinderung den Profi-Fußball nahe bringen, Spendenaktionen – gute Ideen gab es in der Vergangenheit viele und gibt es natürlich auch für die Zukunft. Nun geht der Verein aber noch einen Schritt weiter und gründet seine eigene Stiftung. "Kleeblatt fürs Leben" nennt sie sich und soll weiterhin vor allem die drei bekannten Säulen des Fürther Engagements abdecken.

"Inklusion, Antirassismus und regionales Engagement" zählt Schwiewagner auf, das sind weiterhin die Säulen, "wir wollen keine Bauchladenstiftung sein". Auch wenn er weitere Themen nicht ausschließt, sollten sie sich in Zukunft aufdrängen.

Dementsprechend ist der Stiftungsrat aufgestellt: Ingrid Hofmann, Geschäftsführerin des Hauptsponsors, fördert seit Jahren gemeinsam mit dem Verein die Aktion "Vielfalt gewinnt", Rolf Bidner von der Lebenshilfe Fürth steht stellvertretend für den inklusiven Anspruch, Markus Braun, der zweite Bürgermeister der Stadt, hat den lokalen und regionalen Aspekt im Blick. Dazu beschäftigt die Spielvereinigung mit Stiftungsreferent Stefano Ridolfo extra einen Mitarbeiter, der sich künftig ausschließlich um dieses Aufgabengebiet kümmert.

"Keine PR-Maßnahme", sagt Schwiewagner

Einen "unteren sechsstelligen Betrag" hat der Verein in den vergangenen Jahren in soziale Projekte gesteckt, rechnet Schwiewagner vor, auch und gerade in Krisenzeiten haben sie das nicht zurückgefahren.

Mit dem Bundesligaaufstieg, das stellt Schwiewagner bei der Pressekonferenz zur Sicherheit noch einmal klar, habe die Stiftungsgründung nichts zu tun. "Wir sind schon lange damit beschäftigt, das ist keine PR- Maßnahme", sagt er, und: "Wir wollen ein klares Bekenntnis abgeben, wir sehen das als Verpflichtung für die Zukunft." Und auch als Beleg dafür, dass die Gelder gezielt eingesetzt werden und nicht – "wie gerne mal unterstellt wird" – in der Sparte Profi-Fußball des Vereins landen.

Auf "ein langes Leben"

Bei der Sparkasse und der Deutschen Stiftungstreuhand haben sie das Kleeblatt unterstützt, "damit sich der Verein auf das Sportliche konzentrieren kann", wie es Hans Wölfel formuliert. Holger Carstens wünscht der Stiftung "ein langes Leben", "wie der Mannschaft in der Bundesliga". Es dürfte keine allzu gewagte Prognose sein, dass die Stiftung länger hält.

Mehr Infos: https://kleeblatt.die-stifter.de

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