Freitag, 26.04.2019

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Gunzenhausen: Künstler-Nachwuchs stellt aus

Schüler des Simon-Marius-Gymnasiums zeigen ihre Werke im M 11 - 17.01.2018 08:45 Uhr

Die Schülerinnen Johanna Sader (links) und Julia Pawlicki haben sich in gezeichneten Porträts mit der Ausdruckskraft von Promi-Gesichtern beschäftigt. © Kristy Husz


Schulleiterin Susanne Weigel oblag es, im Namen des SMG die gespannte Runde zu begrüßen, die natürlich aus vielen Schülern, Familienmitgliedern und Lehrern bestand, ebenso jedoch aus Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Landrat Gerhard Wägemann, dem Freundeskreis und dem Elternbeirat der Schule sowie den zahlreichen Unterstützern des Projekts. Wie Weigel erläuterte, setzten sich die ausgestellten Arbeiten der Jahrgangsstufen 11 und 12 vorrangig mit dem menschlichen Körper auseinander, außerdem mit den Bereichen Design und – durch die Gestaltung von Plakaten – Kommunikation.

Vor allem aber die Beschäftigung mit dem Thema "Körper" sei für die Jugend ein zentraler Bestandteil persönlicher und künstlerischer Identitätsfindung. Dazu gehört laut Weigel nicht bloß das Studium von Anatomie und Proportionen (etwa durch das präzise Erfassen der Mimik von Prominenten in Bleistiftzeichnungen), sondern zusätzlich das Erkunden der Grenzlinien von Leib und Psyche, das Hinterfragen wirklichkeitsfremder Medienbilder und das Experimentieren mit ungewohnten Ästhetiken mittels Rollenspiel und Verkleidung. Wichtig sei dabei immer, das eigene Denken und Handeln zu reflektieren und aufgeschlossen zu bleiben für Unbekanntes.

Leider nicht „live“ vorgeführt, aber auch als Foto durchaus imposant: das Lego-Outfit von Theresa Reif. © Kristy Husz


Aufgeschlossenheit gegenüber Verblüffendem wurde vom Publikum verlangt, denn das P-Seminar Kunst der Q 12 hat sich unter der Leitung von Pädagogin Gabriele Altmann mit dem Entwurf und der Erzeugung von Kleidungsstücken befasst und äußerst unorthodoxe Materialien in Mode verwandelt. So entstanden Gewänder aus Verpackungsfolien, Umhängetaschen aus alten Jeanshosen oder Oberteile aus Legosteinen, die den Körper als Zeichenträger inszenieren, indem sie ein kritisches Zeichen gegen Konsumwahn und die Unmoral der Bekleidungsindustrie setzen.

Magischer Look

Letzteres betonten auch die Künstlerinnen Louisa Späth und Rebecca Kohl in ihrer Einführungsrede, bevor sie, stellvertretend für ihre Mitschüler, denen dankten, die ihnen bei der Realisierung und Präsentation ihrer Ideen tatkräftig unter die Arme gegriffen haben: Ohne die beiden Kunsterzieher Gabriele Altmann und Philipp Findeisen, das Kunstforum, das Fotostudio Formann, das Grafikbüro Selz, die Druckerei Kipfmüller und den WDS-Werbeshop hätte die Schau nicht so einen magischen und professionellen Look erhalten.

Fachmännisch angefertigt, gedruckt und aufgehängt sind sie in der Tat, die Fotografien, die außer der Lust am "Fashion Remake" die vielen Persönlichkeitsfacetten der Jungdesigner offenbaren: Diese sind für die Aufnahmen alle in ihre Kreationen geschlüpft und haben sich in höchst unterschiedlichen Posen und Settings ablichten lassen. Für die Vernissage durfte es dann noch eine Stufe mehr sein, und die schrillen Outfits wurden den Gästen auf einem improvisierten Catwalk und mit Musikuntermalung direkt vorgeführt.

Beherztheit erforderte dieser "Sprung ins Neue" sicherlich, der auf gewisse Weise bereits auf den bevorstehenden Schulabschluss verwies. Beherztheit braucht es, gemäß SMG-Chefin Susanne Weigel, darüber hinaus für die mit dem Abitur nicht endende Erforschung von Identität und Umwelt. Erst das mutige Ausbalancieren individueller und gesellschaftlicher Standpunkte forme das Ich. Und die Kunst leistet, wie im M 11 zu erkennen war, bei diesem lebenslänglichen Unterfangen eine nicht zu unterschätzende Hilfe.

Die Ausstellung kann noch bis 28. Januar samstags und sonntags (11 bis 16 Uhr) besucht werden. 

KRISTY HUSZ E-Mail

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