Gustl Mollath
Der Fall Mollath ist brisant, weil die Schwarzgeld-Vorwürfe offensichtlich stimmen. Für das Landgericht Nürnberg waren sie aber Teil eines "paranoiden Gedankensystems".

Sieben Jahre lang - seit 2006 - saß der Nürnberger Gustl Mollath wegen eines angeblich gemeingefährlichen Wahns in der Bayreuther Psychiatrie. Vorausgegangen waren der Einweisung ein Prozess wegen Tätlichkeiten gegen seine damals bei der HypoVereinsbank beschäftigte Frau. Dabei ging es auch um Vorwürfe Mollaths, seine Frau sei in Schwarzgeldverschiebungen verwickelt, die die Justiz jedoch als wahnhaft einstufte. Diese Vorwürfe bestätigte zwar eine interne Untersuchung der HypoVereinsbank von 2003, was allerdings erst 2011 durch Recherchen der Nürnberger Nachrichten bekannt wurde. Seither beschäftigt der Fall Mollath Politik, Justiz und die bundesweite Öffentlichkeit. Justiz und Finanzbehörden stehen in der Kritik. Der bayerische Landtag richtete einen Untersuchungsausschuss ein. Am 6. August 2013 entschied das Oberlandesgericht Nürnberg, dass das Verfahren vor dem Landesgericht Regensburg neu aufgerollt werden muss. Gustl Mollath verließ die Psychatrie in Bayreuth noch am selben Tag. Der neue Prozess in Regensburg endete am 14.8.14 mit einem Freispruch.