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Asiatischer Falter in ERH auf Buchs-Jagd

Die Gärten im Landkreis leiden unter den Larven des Buchsbaumzünslers - 26.07.2018 13:29 Uhr

Unwahrscheinlich gefräßig: Die Raupe des Buchsbaumzünslers, der auch in Franken für viele Gärtner und Gartenbesitzer ein Horror-Schädling ist. © Archivfoto:Eva Wiedemann


Auch dieses Jahr hat der Schädling Höchstadt schon erreicht. Zwar sei die Plage noch ,,erträglich", so Hermann Zehn, der bei der Stadt Höchstadt auch für Grünanlagen und Gewässer zuständig ist. Die starke Hitze begünstige auch die Fortpflanzung.

Sowohl Buchsbaumzünsler als auch Eichenprozessionsspinner zeigen ein vermehrtes Aufkommen. Auch in Hemhofen gibt es große Probleme mit dem Falter, so Siegfried Großkopf. Er ist bei der Gemeinde für die Bewässerung der Pflanzen zuständig. Herzogenaurachs Friedhöfe bleiben auch nicht verschont. Auch hier mussten Hecken im Restmüll verschwinden, sagte Friedrich Bayer, Leiter der Stadtgärtnerei.

Hat zwar ein attraktives Flügelkleid, ist jedoch Teil der enorm schnellen Vermehrungskette: Der Falter des Buchsbaumzünslers. © Archivfoto: Edith Kern-Miereisz


Ein Buchsbaumzünsler kann in seinem Leben bis zu 150 Eier legen. Diese legt er auf die Unterseite der Buchsbaumblätter. Die etwa acht Millimeter langen, jungen Raupen des Buchsbaumzünslers werden bis zur Verpuppung etwa fünf Zentimeter lang.

Sie haben einen grünen Körper mit dunklen Rückenstreifen und einen schwarzen Kopf. Ab Mitte März beginnen sie den Buchs zu fressen. Der nach der Verpuppung schlüpfende Falter wird nur bis zu zehn Tage alt. Im Jahr gibt es etwa vier Generationen von Buchsbaumzünslern. So kann man davon ausgehen, dass etwa alle zwei bis drei Monate eine neue Generation schlüpft. Deswegen kann nie ein genaues Stadium aller Zünsler festgelegt werden.

Um den Schädling zu bekämpfen lassen sich im Internet auf verschiedenen Seiten für Gartenfreunde unterschiedliche Ansätze finden:

Eine Möglichkeit ist, Fressfeinde im Garten zu fördern. Vögel brauchen diese eiweißreiche Nahrung, welche die Larve des Buchsbaumzünslers bietet, um ihren Nachwuchs zu ernähren. Vor allem Spatzen sammeln die Raupen von den Hecken. Die Larven sind auch nicht besonders hitzebeständig. Deckt man also an einem heißen Tag die Hecke mit schwarzer Folie ab, sterben die Larven nach kurzer Zeit. Der Vorgang muss nach etwa zwei Wochen wiederholt werden, denn die Eier gehen von der Hitze nicht so leicht ein.

Ein anderer Weg ist, gut eingewachsene Hecken mit einem Laubbläser oder Hochdruckreiniger zu behandeln. Zum schnellen Einsammeln der Raupen sollte auf der gegenüberliegenden Seite eine Folie ausgelegt werden. Damit die flinken Raupen sofort entfernt werden können, bevor sie wieder zurück in den Busch kriechen.

Kann das Eingreifen nicht mehr vermieden werden, kann man als Privatperson auch zum Bacillus thuringiensis greifen. Das ist ein schmarotzendes Bakterium, das Insektenlarven befällt und abtötet.

Um die Schädlinge im Larvenstadium zu erwischen, können Pheromonfallen aufgestellt werden. Diese versprühen weibliche Pheromone und locken damit männliche Falter an. Sind also viele Falter in der Falle, ist das Stadium bekannt. Sieben bis zehn Tage später sollte das Pestizid gesprüht werden. Da sind die meisten Larven gerade frisch geschlüpft. Eine Woche später sollte eine zweite Spritzung folgen. Wenn alles unwirksam bleibt, bleibt nur, die Buchse zu entfernen. Aber bitte nicht in den Biomüll, sondern in den Restmüll, denn der wird verbrannt. 

ALICIA KÜSTER

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