Samstag, 28.11.2020

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Konsens für Schuldigitalisierung in Großenseebach

Gemeinde möchte Familien bei Bedarf mit Computern für das Homeschooling ausstatten - 05.06.2020 14:00 Uhr

Digitalisierung in der Schule sei wichtig, fanden alle. Ein Tablet für jedes Schulkind hielt Schulleiterin Simone Hertlein (r.) aber nicht für nötig. Links Heike Weiser (FW).

04.06.2020


So einigten sich Schul-, Kindergarten- und Jugendausschuss zusammen mit Vertretern von Eltern und Schule jüngst in einer Sitzung. Längerfristig will man größere Digitalisierungsmaßnahmen ins Auge fassen. Dann wird sich zeigen, ob vielleicht sogar für jedes Schulkind in Großenseebach ein Tablet angeschafft werden soll. Ausschüsse fassen nur Empfehlungsbeschlüsse, absegnen muss die Aktion noch der Gemeinderat in der nächsten Sitzung.

In zwei Touchpad-Tafeln sowie zwei Tablet-Koffern, mit je 15 Tablets sowie einem Lehrertablet, sahen die Bürgervertreter Vorteile auch außerhalb von Corona-Zeiten. Die Schülerinnen und Schüler könnten so an die Arbeit mit digitalen Geräten herangeführt werden.

Über zwei Stunden tauschten sich Vertreter aus Politik, Schule und der Elternschaft aus. Betont wurde, die Gemeinde könne und wolle keine inhaltlichen Vorgaben machen. Die beiden anderen Parteien, Schule und Elternvertreter, waren sich aber nicht in jedem Punkt einig. Und so langsam kristallisierte sich heraus, dass es sowohl um Corona als auch um Maßnahmen für die Zeit danach geht. Mit einem Laptop und einer Dokumentenkamera ist jedes Klassenzimmer bereits ausgestattet.

Schulleiterin Simone Hertlein erklärte, ein Digitalisierungskonzept der Schule gäbe es seit einigen Jahren. Im November 2018 seien eine Touchpad-Tafel sowie ein iPad-Koffer genehmigt worden. Zunächst habe man die Schulleitung immer vertröstet, die digitalen Anschaffungen könnten erst geleistet werden, wenn der gemeinsame Serverraum mit den Heßdorfern im neuen Schulgebäude in Hannberg fertig gestellt werde. Nun wird davon ausgegangen, dass die IPads auch bei einer vorherigen Anschaffung umfassend nutzbar seien.

Für die digitale Lehre will die Schule fortan auf Mebis setzten. Mebis ist eine Plattform, die neben Archiven und Informationen auch virtuelle Klassenzimmer zur Verfügung stellt. Spätestens nach den Sommerferien sollen alle Lehrer dort eingearbeitet sein.

Die Plattform sei zwar eine Erleichterung, mache Homeschooling aber nicht zum Selbstläufer. Gerade dabei stoßen derzeit auch Eltern an ihre Grenzen. Klar wurde auch, dass in der Elternschaft daher durchaus der Wunsch da ist, die Kindern wieder von dafür geschultem Personal, also Lehrern, unterrichten zu lassen. Notfalls – zumindest zweitweise – über Onlineunterricht. Ein Videokonferenzsystem soll für Mebis bald verfügbar sein, dass es in Großenseebach aber tatsächlich zu flächendeckendem Online-Unterricht kommt, bezweifelt Hertlein. Das sei während Corona zeitlich schwierig, da sich Lehrer auch um die Notbetreuung kümmern müssen. Zum anderen sei das datenschutzrechtlich in einer Grundschule heikel, niemand könne dazu gezwungen werden, sagt Hertlein.

Ein Endgerät pro Schüler sei eigentlich nicht notwendig, sagte sie. Dieser Vorschlag kam mehrfach auf. Eine Garantie, dass die Geräte seitens der Schule weiter in großem Umfang genutzt werden, gebe sie nicht. Sie betonte zwar, dass sich Lehre digitalisieren werde, dass nach Corona aber nicht mehr im aktuellen Ausmaß darauf zurückgegriffen werde. Schon allein durch den Lehrplan sei das gar nicht gegeben.

Für die auf den Weg gebrachten Maßnahmen soll die Verwaltung die Situation rund um mögliche Fördergelder prüfen.

Eine Sache kann zügig umgesetzt werden: Im PC-Raum der Grundschule gebe es seit einiger Zeit zwei Geräte zu wenig. Diese sollen in den nächsten Tagen von Bürgermeister Jürgen Jäkel genehmigt und dann angeschafft werden.

mda

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