15. November 1968: Klein-Manhattan am Finkenbrunn

15.11.2018, 07:11 Uhr

© Ulrich

„Diese Planung reicht weit in die Zukunft“, verkündete gestern Oberbaudirektor Diether Kohler vom Stadtplanungsamt dem Verkehrsausschuß. Wie in vielen Stadtteilen im Südwesten Nürnbergs führt der künftige Staatshafen auch in der Gartenstadt zu einer völligen Neugestaltung.

Der Anschluß der nördlichen Hafenstraße nach Eibach wird auch die jahrzehntelange Beschaulichkeit am Finkenbrunn jäh beenden. Die Stadträte stimmten folgender Verkehrsführung zu: Anschluß der nördlichen Hafenstraße an den „Finkenbrunn“ mit gleichzeitiger Einmündung der Paumannstraße, die bisher „abgedichtet“ war, und des „Buchenschlags“; hier wird die Fahrbahn in Richtung Minervastraße gerückt, so daß vor dem Gesellschaftshaus zusätzliche Parkplätze entstehen.

Mit der Verkehrssanierung ist ein Eingriff in die bisherige Bausubstanz unumgänglich. So wird das Verwaltungsgebäude, das erst vor vier Jahren für einen sechsstelligen Betrag modernisiert worden ist – „Wir wußten damals noch nichts von den Plänen der Stadt“, betont der Geschäftsführer der Genossenschaft, Heinz Zehner – in die Mitte des Bebauungsgebietes versetzt und auch das danebenstehende Wohngebäude muß der Spitzhacke zum Opfer fallen: man braucht Rechtsabbiegespuren zur Julius-Lohmann-Straße.

Mittelpunkt des neuen „Finkenbrunn“ wird ein siebzehnstöckiges Hochhaus an der Ecke Julius-Loßmann-/Paumannstraße sein. 16-, 15- und 14geschossige „Wolkenkratzer“ schließen sich, Brandmauer an Brandmauer, an. Insgesamt entstehen 147 neue Wohnungen. Dazu gehören Ladenzentren, Filialen der Geldinstitute und Grünflächen.

Für die ganze Anlage hat sich die Architektengemeinschaft Hermann Scherzer/Horst Fink einen besonderen Pfiff ausgedacht: die Fußgänger werden sich zwischen den Gebäuden auf riesigen Platten bewegen, die einen weiträumigen Parkplatz überdecken.

Wenn die Genossenschaft im Frühjahr nächsten Jahres den Startschuß für die Neugestaltung gibt, wird sich der Finkenbrunn für lange Zeit in eine riesige Baustelle verwandeln, denn die Arbeiten dürften zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen.

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