28 Tomatensorten? Im Stadtgarten gibt‘s das

8.8.2015, 19:37 Uhr
Die Kinder aus dem Hort Kunterbunt kümmern sich im Stadtgarten auch um das Tipi. Dank der großen Bohnenpflanzen dient das Tipi den Gartenbesuchern als schattiges Plätzchen.

Die Kinder aus dem Hort Kunterbunt kümmern sich im Stadtgarten auch um das Tipi. Dank der großen Bohnenpflanzen dient das Tipi den Gartenbesuchern als schattiges Plätzchen. © Michael Matejka

„Ich habe noch nie so viele Bienen gesehen“, erzählt Paul fasziniert bei seinem ersten Besuch im Stadtgarten. Dort wohnt auch ein Bienenvolk. Als der Zehnjährige erfährt, welche wichtige Rolle Bienen in der Pflanzenwelt spielen, beschließt er, später einen Imkerschein zu machen. Paul und die anderen Kinder aus dem Hort Kunterbunt sind im Stadtgarten einige Stunden beschäftigt. Dort gießen sie jede Menge Blumen, probieren reifes Gemüse und bauen gemeinsam ein neues Hochbeet.

In den letzten acht Wochen hat Umwelt-Pädagoge Oliver Kuntze rund 300 Kinder durch den Gemeinschaftsgarten, ein Projekt des Vereins Bluepingu, geführt und mit ihnen gegärtnert. Selbst Dreijährige können hier schon mit anpacken.

Das ökologische Bildungsprogramm im Stadtgarten soll einen nachhaltigen Bezug zu Lebensmitteln vermitteln. „Es ist uns auch wichtig, dass die Kinder die Sortenvielfalt kennenlernen. Die Supermärkte bieten immer nur eine kleine Standardauswahl an. Manche Kinder pflücken hier zum ersten Mal einen Apfel vom Baum und sind gleich hellauf begeistert“, sagt Kuntze. Auch Jugendliche statten dem Gemeinschaftsgarten häufig einen Besuch ab. Denn die Möglichkeit, mit den Händen etwas Neues zu erschaffen und sich körperlich anzustrengen, kommt im Unterrichtsalltag oft zu kurz.

Auf schwierige Schüler weisen die Lehrer meist im Vorfeld hin. „Diese Teenager sind aber oft wie ausgewechselt und arbeiten fleißig“, erzählt der Umwelt-Pädagoge, „sie sagen dann so etwas wie: Gärtnern ist echte Männerarbeit.“ Am Ende des Ausflugs in den Gemeinschaftsgarten bereiten die Kinder noch einen Quark mit Tomaten zu, die sie zuvor selber geerntet haben. Den achtjährigen Lukas hat es sehr überrascht, dass es im Stadtgarten insgesamt 28 Tomatensorten gibt: „Ich habe bis jetzt nur drei Sorten gekannt – die bio, die kleinen und die normalen. Aber die hier schmecken viel besser.“

Leute jeden Alters können sich in Gruppen ab fünf Personen durch den Garten in der Wandererstraße 44 führen lassen. Was genau man erleben möchte, kann individuell vereinbart werden. Für erwachsene Besucher mit grünem Daumen ist der Stadtgarten zusätzlich am Dienstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr zugänglich sowie samstags von 11 bis 18 Uhr. Während der Öffnungszeiten sind immer Ehrenamtliche von Bluepingu vor Ort.

Kontakt für individuelle Termine:
lernen@stadtgarten.de

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