Einst Straßenhund, heute Held: Lars rettet Nürnberger vor Feuer

26.2.2018, 05:51 Uhr
Der Golden Retriever Lars bemerkte den Brandgeruch und warnte sofort sein Frauchen.

Der Golden Retriever Lars bemerkte den Brandgeruch und warnte sofort sein Frauchen. © Foto: privat

Lars weicht seinem neuen Frauchen Johanna nicht von der Seite. Seit Anfang Januar lebt er zusammen mit der 29-Jährigen in einer Wohnung in der Ludwig-Feuerbach-Straße in Nürnberg. Der Golden Retriever kommt ursprünglich aus Moldawien. Dort lebte er auf der Straße und wurde geschlagen, getreten, misshandelt. Kraulen, Streicheln, Knuddeln – das sind für Lars Fremdwörter. Zumindest bis vor einigen Wochen. Über den Verein "Casa Katharina", der Straßenhunden aus Moldawien in ein neues Zuhause vermittelt, hat Johanna den Hund zu sich geholt - und ihm damit wohl das Leben gerettet. "Lars hängt nun sehr an meiner Tochter", erzählt Papa Alfred Bühl.

Und genau das war am Samstagvormittag wiederum ein kleines Problem, denn Papa und Tochter wollten zusammen im Schlafzimmer einen neuen Schrank aufbauen. Und Lars schlich dabei ständig um sie herum oder huschte zwischen ihren Beinen hindurch. "Da war er uns dann wirklich im Weg", gibt Bühl zu.

Johanna hat den fünf Jahre alten Golden Retriever deshalb ins Wohnzimmer in sein Körbchen gebracht, anschließend haben Vater und Tochter — hinter der nun verschlossenen Schlafzimmertür — in aller Ruhe weiter arbeiten können.

"Uns war klar, dass es irgendwo brennen muss" 

"Plötzlich ist der Lars dann aber ständig vor der Tür auf- und abgelaufen und hat versucht, sich bemerkbar zu machen", erinnert sich Bühl. "Versucht" sich bemerkbar zu machen, weil Lars kaum mehr bellen kann. Eine Folge seiner schlimmen Jahre in Moldawien. Seine Tochter habe sich irgendwann Sorgen gemacht und die Tür wieder geöffnet. Und da war er, der Geruch von: Rauch.

"Uns war sofort klar, dass es irgendwo brennen muss", sagt Alfred Bühl. Der ehemalige Polizist durchsuchte zunächst die Wohnung — kein Feuer. Als er dann die Wohnungstür öffnete, blickte er in ein verqualmtes Treppenhaus. Zusammen mit seiner Tochter klingelte er die anderen Mieter des Mehrparteienhauses aus ihren Wohnungen.

Jede Menge Streicheleinheiten 

Wenig später fand die Nürnberger Feuerwehr die Ursache: Ein Schmorbrand in einem Schaltkasten im Treppenhaus. Rund zwei Stunden brauchten die Einsatzkräfte, um den Qualm aus dem Hausgang sowie den Wohnungen zu beseitigen. "Die Feuerwehr hat gesagt, das hätte auch schlimmer ausgehen können", sagt Bühl — wenn Lars nicht gewesen wäre.

Für den Golden Retriever gab es natürlich jede Menge Streicheleinheiten und Lob. "Er hat seiner Lebensretterin vielleicht sogar das Leben gerettet", meint Bühl.

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