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Elektro-Laster entlastet Luft

Siemens setzt neues E-Lieferfahrzeug in der City ein — Betrieben mit Öko-Strom - 30.03.2018 17:56 Uhr

Ein E-Lkw ist künftig für das Unternehmen Siemens in der Stadt unterwegs, um Bau- und Ersatzteile sowie Elektronik auszuliefern. In der Innenstadt wurde das Fahrzeug vorgestellt. © Foto: Michael Matejka


Nur ein leises Surren. Nichts als das Geräusch der Reifen auf dem Kopfsteinpflaster ist zu hören, als der blaue Kleinlaster zwischen Rathaus und Sebalduskirche seine Runden dreht. Ein paar Geräusche werde man sicherheitshalber noch einbauen, damit der Wagen von Fußgängern wahrgenommen wird, sagt Stefan Utschig vom Eckentaler Logistikdienstleister Bezold, der für Siemens mit dem "Greenliner" unterwegs sein wird. Ein Soundgenerator sei bestellt.

Locker 980 Kilogramm Waren kann er laden, so viel wie andere Transporter dieser Größe auch. "Siemens will bis 2030 CO2-frei sein", sagte Firmenvertreter Hubertus Bernhard, "und das schaffen wir." Der E-Lkw, der vom Nürnberger Logistikzentrum der Siemens-Abteilung Building Technologies aus täglich Bau- und Ersatzteile sowie Elektronik durchs Stadtgebiet transportieren wird, sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Etwa 80 Kilometer beträgt die Reichweite des Lkw, dann muss er zum Tanken an die Steckdose. 70 000 Euro hat der 2,5-Tonner gekostet, der zum Großteil von der Deutschen Post gebaut wurde. Er ist das aktuell größte Modell der Serie, 5000 dieser schadstoffarmen Transporter sind bereits für die Post anderswo in Deutschland unterwegs.

Natürlich soll es nicht bei dem einen Elektro-Lkw im Stadtgebiet bleiben, hieß es bei der symbolischen Taufe an der Sebalduskirche. Doch zunächst soll zusammen mit der Uni Erlangen-Nürnberg geprüft werden, wie alltagstauglich der "Greenliner" ist und wie hoch die laufenden Kosten der elektrischen Belieferung sind. Also werden die Wissenschaftler das zeitlich unbefristete Siemens-Pilotprojekt auswerten.

"Wer mit E-Mobilität ausliefert, wird von Fahrverboten nicht betroffen sein", betonte Tobias Meyer vom Lehrstuhl für Supply Chain Management der Universität mit Blick auf die Debatte um die Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen.

Schon vor 20 Jahren habe man in Nürnberg mit dem Projekt "Isolde", das Lokale in der Altstadt umweltfreundlich mit Getränken beliefert, den Anfang gemacht, so Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU). Nun folge mit dem elektromobilen "Greenliner" ein weiterer Meilenstein in Richtung emissionsarme Logistik. Die Stadt begrüße das Projekt: "Es wird helfen, unsere Luftreinhalteziele zu erfüllen."

CLAUDINE STAUBER

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