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Tiergarten kontert ProWal-Kritik: Kampagne eines Einzelnen

Ein-Mann-Organisation beklagt Müll und Sicherheitslücken - 12.03.2014 05:47 Uhr

Manchmal haben nicht alle vier Großen Tümmler, die derzeit in der Lagune leben, Lust, beim öffentlichen Training mitzumachen. So war es auch am Tag der offiziellen Lagunen-Eröffnung. © Hagen Gerullis


Nach Ansicht der Tierschutzorganisation werden die Anforderungen des seit 1996 geltenden Gutachtens für die Haltung von Säugetieren im Nürnberger Delfinarium im Tiergarten nicht erfüllt. Laut Andreas Morlok, Geschäftsführer von ProWal, bietet die vor drei Jahren gebaute
Delfin-Lagune nicht mehr Platz und natürlichere Bedingungen. „Delfine haben im Winter sogar weniger Platz als früher.“

Dag Encke mag die Behauptung von ProWal nicht so stehen lassen: „Das stimmt einfach nicht. Herr Morlok braucht nur mit einem Zollstock zu kommen und den Platz zu vermessen.“

Weiterhin kritisiert Morlok: Im 1971 erbauten Delfinarium wird noch immer ätzendes Chlor zur Abtötung von Bakterien im Wasser eingesetzt, welches durch Schleusen auch in die ,Delfin-Lagune‘ gelangt.“ Auch diese Kritik weist der Tiergarten-Direktor zurück: „Es ist nicht der Fall.“ Die Wasseraufbereitung im Tiergarten erfolge mit Ozon.

Nur wenn der sogenannte Redoxwert, dessen Höhe eine Aussage über die Sauberkeit des Wassers ermöglicht, nicht hoch genug ist, wird Chlor „in Minimalmengen“ eingesetzt, erklärt Encke. „Das hat mit ätzendem Chlor nichts zu tun.“

„Zoogelände erscheint wie eine Müllhalde"

Die Tierschutzorganisation beklagt in ihrem Report ebenso die ihrer
Meinung nach mangelnde Sicherheit der Besucher im Tiergarten. „Steinbrocken lösen sich von den Hängen der Delfin-Lagune und gefährden die Besucher“, so Morlok. Der Tiergarten-Direktor widerspricht auch hier ProWal und betont, dass das Gelände bewusst so gestaltet wurde, wie es ist, und die Sicherheit der Besucher dabei stets im Auge des Tiergartens bleibt: „Wir überwachen das Gelände. Es ist ein Routinebetrieb.“

Morlok sieht den Tiergarten vor einem weiteren Problem stehen – dem Müll: „Das gesamte Zoogelände erscheint uns wie eine Müllhalde, denn in fast allen Tiergehegen befand sich Müll, den manche Tiere fraßen.“ Dag Encke dazu: „Das ist nicht wahr. Da kann jeder in den Tiergarten kommen und selbst sehen, wie es dort aussieht.“

Es ist nicht das erste Mal, dass ProWal die Leitung des Tiergartens attackiert und dazu aufruft, „die dokumentierten Missstände umgehend zu beseitigen“. Encke sieht dazu keinen Anlass. Für den TiergartenDirektor ist der Report der Tierschutzorganisation keine mit Fakten belegte Kritik, sondern die Kampagne eines einzelnen Menschen, der sich wichtig machen will – Andreas Morlok. „Warum darf jemand solche Lügen verbreiten?“, fragt Encke.

Ella Schindler (Nürnberger Zeitung)

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