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Zu wenig Platz: Radständer an Bauernfeindstraße quillt über

Das Problem ist stadtbekannt - Bei gutem Wetter ist es besonders schlimm - 14.12.2019 05:58 Uhr

Auf dem kleinen Stück Wiese links des U-Bahn-Eingangs könnte sich Lorenz Gradl weitere Fahrradständer – vielleicht sogar überdacht – vorstellen. © Foto: Eduard Weigert


Wenn es regnet, dann geht‘s gerade so, stellt Lorenz Gradl fest. Er steht auf dem Vorplatz der U-Bahnstation Bauernfeindstraße. Um ihn herum diverse Fahrräder, einige Sättel sind mit dünnen Plastiktüten bedeckt. "Die Nutzung von Fahrrädern im Stadtgebiet nimmt immer mehr zu", sagt der SPD-Stadtrat.

Und gerade an "seiner" U-Bahnstation falle ihm auf, dass die Radler mittlerweile gar nicht mehr wüssten, wohin mit ihren Rädern – zumindest bei schönem Wetter. "Teilweise stehen über die Länge des gesamten Geländers Fahrräder, weil die Radständer nicht ausreichen", so Gradl. Das sei nicht optimal, denn das Geländer gehört zu einem schmalen Weg, der auf den unterhalb liegenden Park-and-ride-Platz führt.


An vielen Bahnhöfen mangelt es an Radstellplätzen


"Wenn da jemand runterlaufen will, der sich wirklich festhalten muss, der hat dann Pech gehabt", sagt Gradl. Auch Verkehrszeichen und Zäune rund um die U-Bahnstation müssten oftmals daran glauben: "Im Sommer steht hier alles voll." Ein Problem, obwohl es ja grundsätzlich wünschenswert ist, dass Menschen mit dem Fahrrad zur U-Bahn fahren und mit selbiger weiter in die Innenstadt pendeln.

Besitzer haben Angst vor Diebstählen

"Das ist an vielen Stationen in der Stadt ein Problem", weiß Gradl – und fordert deshalb die Stadtverwaltung auf, zumindest zu prüfen, wo zusätzliche Abstellplätze geschaffen werden können. Für die Bauernfeindstraße hat der Stadtrat bereits eine Idee: ein kleines Fleckchen Wiese direkt neben dem U-Bahn-Eingang. "Da kann man doch wunderbar noch was hinstellen, bevor der Platz einfach ungenutzt ist", findet er.

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Und wenn neue Radständer angeschafft werden, dann sollten diese laut Gradl auch sicher sein. "Mir hat erst vor kurzem jemand demonstriert, wie leicht man die anheben und das angekettete Fahrrad wegnehmen kann", erzählt er. "Das kann es auch nicht sein, dass Fahrradbesitzer Angst haben müssen, dass ihr Rad abends nicht mehr da ist."

Bei schlechtem Wetter sind vereinzelt noch Plätze frei, aber Stadtrat Lorenz Gradl weiß: Im Frühjahr und Sommer reichen die Radstellplätze bei weitem nicht aus. © Foto: Eduard Weigert


Der ADFC kennt das Problem an der Bauernfeindstraße. Und führt noch weitere Haltestellen an, bei denen es oft eng wird: "Am Nordostbahnhof, in Ziegelstein oder am Friedrich-Ebert-Platz sind durchaus Abstellanlagen vorhanden, die reichen aber meist deutlich nicht aus", sagt Albrecht Steindorff vom Kreisverband Nürnberg.

Der Rathenauplatz sei ein Beispiel mit generell viel zu wenig Angebot. "In Langwasser-Nord ist die Situation auf der Ostseite ähnlich, weil dort Abstellmöglichkeiten auf der West- und Nordseite fehlen. Dann werden etliche Räder einfach am Brückengeländer angeschlossen", so Steindorff.

Boxen für mehr Sicherheit

Ähnlich am S-Bahnhof Dürrenhof: Weil es dort außer für Leihräder gar keine Plätze gibt, wird die Absperrkette genutzt, was wiederum den fahrenden Radverkehr beengt. "Vor allem aber herrscht aus unserer Sicht flächendeckend Mangel an Fahrrad-Boxen, die mehr Sicherheit bieten, und oft auch an Überdachungen", sagt Steindorff.

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Probleme, mit denen sich nun die Stadtverwaltung beschäftigen soll. Lorenz Gradl hat einen Antrag gestellt, in dem er die Verantwortlichen auffordert, das Stellplatz-Defizit zu analysieren und – wo platzmäßig möglich – zu beheben. Nicht nur an der Bauernfeindstraße – "da muss im ganzen Stadtgebiet was gemacht werden", findet Gradl.

Stefanie Taube

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