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Am Rand der Randsportart

TSV Bernlohe ist Gastgeber für die deutsche Meisterschaft im 6er Rasenradball - 25.07.2016 16:29 Uhr

Für Radball in der Halle muss man gar nicht so weit fahren. Das Foto entstand beim Bundesliga-Spiel zwischen dem RMC Stein und dem RC Oberesslingen. Auf Rasen ist Sportart erheblich exotischer. © Foto: Ralf Rödel


Das Gelände um die Waldgaststätte eignet sich perfekt für dieses Sportspektakel. Deshalb hat die Radsportabteilung des TSV Bernlohe dem Drängen der Radsportleitung im Bundesverband der Solidarität nachgegeben und sich mit der Ausrichtung der Radballmeisterschaft auf fremdes, aber zumindest doch verwandtes Terrain begeben.

Ist ja Radball für das sportinteressierte Publikum schon eine eher exotische Angelegenheit, so ist Rasenradball selbst für gestandene Radballer (und die sind für ihre Standfestigkeit berühmt) noch einmal etwas sehr Besonderes. Der äußerste, aber extrem dynamische und unterhaltsame Rand einer Randsportart sozusagen.

Das war in den 30er Jahren der vergangenen Jahrhunderts noch ganz anders. Deutschland war lange Zeit führende Nation im internationalen Radballsport. Bis in die 1970er Jahre hinein wurde der Sport bundesweit sehr intensiv betrieben, auch im Landkreis machten mehrere Vereine mit.

Rasenradball wird auf einem halben Fußballfeld gespielt, auf Tore, die in etwa die Abmessung der Fußball-Jugendtore haben. Sechs Spieler auf dem Platz versuchen, auf Spezialrädern selbst Tore zu schießen und die der Gegenmannschaft zu verhindern. Zwei mal 15 Minuten dauert ein Match. Ein Team besteht aus acht bis zehn Spielern, die ähnlich wie beim Eishockey im fliegenden Wechsel am Geschehen teilnehmen.

Hart und rasant

Der Kampf um den Ball ist hart, oft knallen die Räder mit viel Getöse ineinander. Zimperlich dürfen Radballer nicht sein. Hohes Spieltempo, absolute Radbeherrschung, akrobatische Einlagen und deftige Sprints, wagemutige Torwart-Paraden und viele Treffer prägen das Bild. Radballspieler verbringen viele Jahre mit dem Erlernen der Technik, der schnellen Richtungswechsel, Zweikämpfe und dem Schießen aus dem Vorder- oder Hinterrad. Die Füße dürfen den Boden während der Spielzüge nicht berühren.

Wer das noch nie gesehen hat, sollte am ersten Augustwochenende unbedingt beim TSV Bernlohe vorbeischauen. Sechs Mannschaften nehmen teil: RSV Nieder-Seifersdorf (Sachsen), RMSV Düsseldorf (NRW), SG Hamburg (Hamburg), RSV Bramsche (Niedersachsen), RKV Bischberg (Bayern), RKB Soli Gaustadt (Bayern).

Die deutsche Meisterschaft im 6er Rasenradball wird im Modus „Jeder gegen Jeden“ ausgetragen. Die Spiele finden am Samstag zwischen 13 und 19 Uhr und am Sonntag zwischen 9 und 13 Uhr statt. Sind am Ende zwei führende Mannschaften punktgleich, gibt es ein Entscheidungsspiel um den Titel.

Neben dem Turnier der sechs Mannschaften bietet der TSV Bernlohe ein unterhaltsames Rahmenprogramm. Auf einer Nebenfläche stehen Radballräder in verschiedenen Größen bereit, auf denen Groß und Klein versuchen können nachzumachen, was die Könner auf dem Feld vorexerzieren. Qualifizierte Übungsleiter weisen die Interessierten in die Grundtechniken des Radballs ein. Eine Gelegenheit vielleicht auch für einige ältere, ehemalige Radballer aus der Region, einmal zu testen, was in Sachen Radbeherrschung noch geht.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Auf dem idyllischen Gelände am Ortsrand wird ein Biergarten aufgebaut. Mit etwas Glück und der richtigen Brise kann man beim Luftballonwettbewerb einen Rundflug über das fränkische Seenland und viele wertvolle Preise gewinnen. 

sgr

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