Der Kleinste kam bei der DM ganz groß raus

24.5.2016, 13:15 Uhr
Der Kleinste war bei der deutschen Schülermeisterschaft der Größte: Gerade mal zehn Jahre alt ist Daniel Stark und erreichte im Einer Kunstradfahren den vierten Platz.

Der Kleinste war bei der deutschen Schülermeisterschaft der Größte: Gerade mal zehn Jahre alt ist Daniel Stark und erreichte im Einer Kunstradfahren den vierten Platz. © Foto: Zint

An zwei Tagen kämpften 500 junge Sportler zwischen zehn und 14 Jahren in 13 Disziplinen um Podestplätze und Platzierungen. Das Bernloher Brüderpaar vertrat im Einer-Kunstradfahren in Lengerich nicht nur die Farben des Heimatvereins, die beiden waren darüber hinaus auch die einzigen bayerischen Starter in ihrer Disziplin.

Freude und Enttäuschung lagen nahe beieinander. Nur ein einziger größerer Fehler warf Alexander aus dem Rennen. Daniel wurde dagegen mit seinem wesentlich niedrigeren Schwierigkeitsgrad für eine blitzsaubere Fahrt belohnt. Der Zehnjährige war an neunter Stelle aufgestellt und startete als Erster der beiden.

Bei der Vorbereitung hatte die erste Übung, der Sattelstand, unerwartet Probleme gemacht. Entsprechend schlecht hatte der junge Sportler geschlafen. Ganz zeitig musste er am Wettkampftag in der Halle sein, um sich für den frühen Start um 8.30 Uhr vorzubereiten. Als er dran war, holte er tief Luft, nahm Schwung, stieg auf den Sattel und absolvierte die Angstübung ohne einen Wackler. Ohne Fehler absolvierte er auch seine weiteren 24 Übungen souverän, dank seiner sehr guten Haltung zogen ihm die Kampfrichter kaum etwas ab. Anschließend sah er mehrere besser positionierte Sportler mit höheren Schwierigkeitsgraden einen nach dem anderen hinter seine Punktzahl zurückfallen.

Als der große Bruder Alexander Stark eine halbe Stunde später mit dem vierthöchsten Schwierigkeitsgrad an den Start ging, zeigte die Anzeigetafel immer noch Daniel Stark an erster Stelle. Die Bernloher hofften nun auf eine ähnlich gute Leistung von Alexander. Auch er begann hoch konzentriert und zeigte eine Vorstellung, wie er sie so überhaupt noch nicht gebracht hatte. Im letzten Teil des Programms passierte dann der Fehler, der die Punkte zum purzeln brachte: Bei der Lenkerstanddrehung ging er direkt auf den Boden, statt auf den Lenker zu springen und sich dort einmal um die eigene Achse zu drehen. Das kostete Fehlerpunkte und Sekunden. Den folgenden Kehrlenkerstand konnte er noch zeigen, dann ertönte das Zeitsignal und die letzten beiden Übungen gingen komplett aus der Wertung. Mit diesem Verlust fiel er dann trotz eines fast bis zum Schluss sehr gelungenen Programms sogar noch zwei Plätze hinter seinen jüngeren Bruder zurück.

Stolz und Freude

Nach einem ersten Kopfschütteln über dieses unerwartete Ergebnis obsiegten beim TSV Bernlohe Freude und Stolz: Sowohl Alexander als auch Daniel hatten sich bestens präsentiert und ihr Ausnahmetalent vor großem Publikum unter Beweis gestellt.

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