Schmuckstücke aus dem Drei-S-Werk fürs Jüdische Museum

27.5.2015, 09:20 Uhr
Dieser Stich und diese Mustertafel sind zwei von mehreren Stücken, die an die Geschichte des Drei-S-Werks erinnern. Jaan Otsa aus Schwanstetten (3.v.l.) hat sie ersteigert und unter Vermittlung von Klaus Huber (rechts mit Jaan Otsas Enkelin) an Daniela Eisenstein, die Leiterin des Jüdischen Museums Franken, überreicht. Links Bürgermeister Roland Oeser und Alexander Küßwetter, der Vorsitzende des Trägervereins Jüdisches Museum.

Dieser Stich und diese Mustertafel sind zwei von mehreren Stücken, die an die Geschichte des Drei-S-Werks erinnern. Jaan Otsa aus Schwanstetten (3.v.l.) hat sie ersteigert und unter Vermittlung von Klaus Huber (rechts mit Jaan Otsas Enkelin) an Daniela Eisenstein, die Leiterin des Jüdischen Museums Franken, überreicht. Links Bürgermeister Roland Oeser und Alexander Küßwetter, der Vorsitzende des Trägervereins Jüdisches Museum. © Foto: Wilhelm

Die Sammlung besteht aus kunstvollen Mustertafeln mit Nadeln und Stempeln sowie zwei großen Stichen, die das damalige Fabrikgelände an der Nördlichen Ringstraße in den Jahren 1928 und 1930 zeigen. Sie erinnern an eine Ära Schwabacher Industriegeschichte, die nach der Insolvenz mit dem Abriss vor wenigen Wochen endgültig zu Ende gegangen ist.

Gespendet hat die Sammlung der Schwanstettener Unternehmer Jaan Otsa, der sie gestern an Museumsleiterin Daniela Eisenstein im Goldenen Saal überreichte.

Eigentlich wollte er bei einer Auktion nach der Insolvenz nur einige Werkzeuge für seine eigene Firma ersteigern, berichtete Jaan Otsa. Dabei sei er eher zufällig über diese Schmuckstücke „gestolpert“. Bei einer Tasse Cappuccino mit seinem Freund Klaus Huber vom Förderverein des Jüdischen Museums sei die Idee entstanden, die Stücke dem Museum zu übergeben.

Daniela Eisenstein freute sich über diese Bausteine für eine in drei Jahren geplante erste große Sonderausstellung über die Geschichte des Drei-S-Werks. Der jüdische Kommerzienrat Max Philipp Tuchmann hatte 1913 die damalige Firma Reingruber gekauft. Sein Sohn Walter Tuchmann musste sie aber unter dem Druck der Nazi-Diktatur verkaufen. Walter Tuchmann emigrierte über Prag und die USA nach Mexiko, wo sich seine Spur verliert.

Alte Fotos gesucht

Das Jüdische Museum hofft auf weitere Leihgaben oder Schenkungen insbesondere von Fotos, die den Alltag in Schwabachs jüdischer Gemeinde zeigen. „Da ist leider nichts vorhanden“, berichtete Daniela Eisenstein.

Jüdisches Museum, Telefon (09 11) 77 05 77

www.juedisches-museum.org

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