Warnschuss für Waffennarr

8.2.2011, 10:00 Uhr
Der Prozess um den Baulöwen aus dem Raum Pottenstein dauert länger als eigentlich angesetzt.

Der Prozess um den Baulöwen aus dem Raum Pottenstein dauert länger als eigentlich angesetzt. © colourbox.com

Ein bisschen ahnungslos gab sich der 47-Jährige, der bis vor kurzem noch in Abenberg gewohnt hatte, vor dem Amtsgericht Schwabach schon. „Ich wusste nichts vom Rückbau der Flinte“, sagte er. Das Gewehr habe er bereits vor 20 Jahren bei einer Western-Veranstaltung gekauft und bei derartigen Festen auch dabei gehabt, räumte er im Gerichtssaal ein. Das Schwarzpulver, das Polizeibeamte bei ihm fanden, „stammte noch von früher“, nuschelte der Mann. Er habe es für die Vorderlader im Schützenverein abgefüllt.

Dass die Ordnungshüter dem 47-Jährigen auf die Schliche kamen, hatte er seiner Schwester zu „verdanken“. Die hatte im Februar 2009 aus Angst vor einem Selbstmord ihres Bruders bei der Polizei angerufen und wusste, dass bei ihm Waffen im Haus sind. Ja, eine Therapie habe er dann gemacht, sagte der Angeklagte, „denn irgendwann musste doch Schluss sein mit der Sauferei.“

Die Tatsache, dass sich der Arbeiter seinem Hauptproblem, dem Alkohol, gestellt hat und seit zwei Jahren „trocken“ ist, und die Tatsache, dass er sich seit seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr nichts mehr zu Schulden kommen ließ, wirkte sich bei der Strafbemessung positiv aus: sechs Monate Haft, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung. Zudem muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.