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Vorzeigeprojekt "Sonnenhäuser"

Weißenburger Mietwohnungen sind bayernweit einmalig - 29.09.2016 13:00 Uhr

Freuen sich, dass die insgesamt 19 Wohnungen der „Sonnenhäuser“ eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich bereits bezogen werden: Architektin Michaela Bittner, Eigenheim-Vorstand Thomas Hanke (links) und Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Körzendörfer (rechts). Das ökologische Vorzeigeprojekt ist bayernweit einmalig. © Markus Steiner


Thomas Hanke, der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Eigenheim Weißenburg, fasst die Idee, die hinter den Sonnenhäusern steckt und die den Mietern hohe Nebenkosten ersparen soll, gerne so zusammen: „Die Sonne schickt keine Rechnung!“ In die Praxis umgesetzt bedeutet das, dass die Sonnenhäuser ihren Energiebedarf für Warmwasser und Heizung tatsächlich durch Sonnenenergie decken.

Wie das technisch funktioniert, ist schon von weitem sichtbar, weil riesige Kollektorflächen auf der Südfassade und auf dem 60 Grad steilen Dach angebracht sind. Ganz entscheidend für die Sonnenhäuser, die in massiver Ziegelbauweise gebaut sind, ist die Dachfläche. Sie ist so geneigt, dass sich die einzelnen Solarthermie-Module nicht gegenseitig verschatten. Alle Dächer sind nach Süden ausgerichtet.

150000 Liter großer Pufferspeicher

Insgesamt summiert sich die Fläche auf 260 Quadratmeter. Die Solarplatten erwärmen zwei riesige Pufferspeicher, die jeweils 75000 Liter Wasser fassen, die in den beiden Haushälften eingebaut sind und vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss reichen. Das Wasser darin heizt sich im Sommer bis auf 93 Grad Celsius auf, benachbarte Gebäude können in der wärmeren Jahreszeit sogar aus dem großen Wasserspeicher mitversorgt werden.

„Wir sind damit nicht nur regional, sondern auch bundesweit einer der Vorreiter im energieeffizienten Bauen im Geschosswohnungsbau“, freute sich Hanke bei der Besichtigung der fertiggestellten Wohnungen, von denen man teilweise eine tolle Aussicht auf die Altstadt und bis zur Wülzburg hat. Selbst deutschlandweit gebe es derzeit nur noch ein weiteres Projekt mit so einer großen Solaranlage.

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Auch die bereits bestehenden Eigenheim-Häuser an der Berger- und der Dr.-Traber-Straße profitieren künftig von den Sonnenhäusern. Denn auch diese werden von dort aus künftig mit Warmwasser versorgt. Sollte der Warmwasservorrat in den Wintermonaten für die Sonnenhäuser nicht ausreichen und zugeheizt werden müssen, kann dies wiederum von den Nachbargebäuden aus geschehen.

Fortschrittliche Gebäudetechnik

Die Mietwohnungen sind zwischen 50 und 100 Quadratmetern groß, barrierefrei und erfüllen energetisch den KfW-55-Standard. Geplant wurden sie von der Stopfenheimer Architektin Michaela Bittner, die ebenfalls überzeugt ist, dass die Sonnenhäuser für Eigenheim und Weißenburg „ein echtes Vorzeigeobjekt“ sind. Zum einen wegen des Energiestandards, zum anderen wegen der fortschrittlichen Gebäudetechnik, die dazu führt, dass für die künftigen Mieter nur noch sehr geringe Heizkosten anfallen werden.

„Wir streben 25 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche an“, hofft Hanke. Das wäre tatsächlich rekordverdächtig und würde bedeuten, dass die durchschnittlichen Heizkosten bei rund 1,16 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen. Das hieße: in den beiden Sonnenhäusern wäre nur ein Zehntel der sonst üblichen Heizkosten zu bezahlen. Offensichtlich auch für Mieter attraktive Aussichten: Alle 19 Wohnungen sind Hanke zufolge bereits vergeben.

Auch Eigenheim-Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Körzendörfer freute sich, dass die Sonnenhäuser in Weißenburg von Eigenheim gebaut werden konnten: „Das würde so derzeit kein privater Investor realisieren.“ Aber nicht nur die Energieeffizienz, auch die Ökologie sei der Wohungsgenossenschaft wichtig gewesen, betonte Hanke. Das gesamte Haus wurde mit hochwärmedämmenden Ziegeln mit Steinwolle gebaut, die mit Kalk-Zement verputzt wurden.

Wert auf Nachhaltigkeit gelegt

Ein Vollwärmeschutz aus Styropor sei für Eigenheim dagegen nicht in Frage gekommen. „Wir bauen für hundert Jahre in der Genossenschaft und sind nicht auf kurzfristige Renditen ausgelegt“, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Körzendörfer beim Pressetermin. Deshalb sei auch bei der Materialauswahl in den Wohnungen viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt worden: „Die Mieter können sich auf ein gesundes Raumklima und sehr geringe Heizkosten freuen.“

Auch beim nächsten Bauabschnitt, bei dem ab dem nächsten Jahr 26 weitere Wohungen, davon vier Penthouse-Wohnungen und vier Maisonette-Wohnungen, entstehen, will Eigenheim das Sonnenhaus-Konzept umsetzen. Hier sollen Hanke zufolge auch hochwertige Wohnungen für Führungskräfte von Weißenburger Firmen entstehen, wie sie im Stadtentwicklungskonzept gefordert wurden.

Markus Steiner

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