Der Club-Stürmer und sein Verletzungspech

Es zwickt immer noch: Lohkemper fehlt dem FCN weiterhin

8.9.2021, 19:07 Uhr
Wann Felix Lohkemper wieder mit den anderen üben darf? Sein Trainer ist mit Prognosen extrem vorsichtig.

Wann Felix Lohkemper wieder mit den anderen üben darf? Sein Trainer ist mit Prognosen extrem vorsichtig. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Fußballtrainer sind häufig keine Mediziner. Robert Klauß kann das bestätigen, obwohl er hin und wieder wahrscheinlich gerne ein bisschen mehr Ahnung hätte von Verletzungen. Nur zum Gesundheitszustand seines Spielers Felix Lohkemper ist er sehr oft befragt worden in den vergangenen acht Monaten, konnte aber nur selten Auskunft darüber geben, wie es dem Stürmer des 1. FC Nürnberg gerade wirklich so geht. Und was er eigentlich genau hat.

Seit Ende Dezember ist es ein ständiges Auf und Ab; im Test gegen 1860 München gab Lohkemper am 17. Juli sein Comeback, noch getopt von 45 starken Minuten beim 2:2 in Paderborn knapp zwei Wochen später. Und die beste Nachricht, besonders danach: keine Schmerzen mehr.

Vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC am 27. August musste Lohkemper aber mal wieder das Training abbrechen: "Probleme im Hüft- und Leistenbereich", hieß es damals, knapp zwei Wochen später gab Klauß folgende Info der Ärzte weiter: komplexe Hüft-Band-Verletzung.

Knochenödem im Beckenbereich

"Mal die Adduktoren, mal das Becken, mal das Schambein, mal ein kleiner Nerv" würden bei Lohkemper in unschöner Regelmäßigkeit für Rückschläge sorgen, sagt sein Trainer, der Anfang März ebenfalls glaubte, dass das Schlimmste überstanden sei. Der Spezialist Jens Krüger hatte in Berlin ein Knochenödem im Beckenbereich als Auslöser der chronischen Beschwerden ausgemacht und wenig später auch operiert.

Danach hofften sie auf rasche Genesung, die aber noch etwas auf sich warten ließ; eigentlich wollte Lohkemper zum Auftakt der Sommer-Vorbereitung wieder fit auf dem Platz stehen, musste aber einsehen, dass es wenig bringt, zuviel zu wollen.

In vielen kleinen Schritten arbeitete er sich wieder heran, muss jetzt aber wieder einen relativ großen zurückmachen. "Felix ist jetzt in der Phase, in der wir einfach nochmal alles genau abchecken", sagt Klauß, mit den Vereinsärzten und ein paar anderen Experten: "Wir müssen schauen, wie er auf die Belastung reagiert." Schon wieder.

Bei Köpke sieht's gut aus

Es ist zum Verrücktwerden, besonders natürlich für den ausgesprochen sympathischen Fußballprofi. Kaum da, schon wieder weg. Seit Ende Dezember muss Lohkemper bereits mit der Ungewissheit leben, wie und vor allem wann es mit seiner Karriere endlich weitergeht. Auch Klauß kann es natürlich nicht sagen. Weiß aber, dass Lohkemper mehr und mehr darunter leidet.

Seine Verletzung sei letztlich untypisch, nehme "keinen linearen Verlauf", sagt Klauß. Heute so, morgen so, "das zieht einen auch ein bisschen runter, das ist nicht einfach für den Kopf". Erst recht nach einer so langen Zeit. Lohkemper versucht trotzdem, positiv zu denken, auch wenn es ihm jetzt hin und wieder schon schwerfällt.

Was bleibt ist die Hoffnung auf seine vollständige Wiederherstellung, eines Tages; wie lange Lohkemper noch ausfallen wird, steht in den Sternen. Der Ex-Nürnberger Tim Leibold musste wegen einer Schambeinentzündung mal ein halbes Jahr pausieren, das ist bei Lohkemper schon lange vorbei.

"Es geht nicht darum, ihn kurzfristig spielfähig, sondern langfristig belastungsresistent zu bekommen", sagt Klauß, auch damit wiederholt er sich unfreiwillig, kann aber auch positive Nachrichten verbreiten. Bei Pascal Köpke sieht es nach seiner schweren Knieverletzung samt Komplikationen im Frühsommer "richtig gut aus".

Bremsen müssten sie ihn und seinen Ehrgeiz, vor November wird mit Köpke aber wohl nicht zu rechnen sein. "Auf eine oder zwei Wochen kommt es nicht an", sagt der Fußballtrainer, der sich mit Medizin aber mittlerweile trotzdem ganz gut auszukennen scheint.


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