HSV bleibt vom Punkt cool

Trauriger Pokal-Abend: Der FCN scheitert im Elfmeterschießen

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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26.10.2021, 23:43 Uhr
Packender Pokalabend: Lino Tempelmann und seine Nürnberger leisteten ihren Beitrag.

Packender Pokalabend: Lino Tempelmann und seine Nürnberger leisteten ihren Beitrag. © Foto: Wolfgang Zink

Die schweren Verletzungen von Tim Leibold und Tom Krauß haben den Pokalabend zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV überschattet. Sowohl der Hamburger Linksverteidiger als auch der Nürnberger Mittelfeldspieler mussten nach Zusammenstößen vom Platz getragen werden. Es waren das die sehr unschönen Begleiterscheinungen eines Fußballspiels, das mit etwas Verspätung das wurde, was sich alle Beteiligten vorab von ihm erwartet hatten – ein großer und intensiver Pokal-Fight.

Das schönere Ende hatte am Ende der Gast für sich. Nach dem Elfmeterschießen setzte sich der HSV durch, weil Lino Tempelmann und Asger Sörensen ihre Elfmeter nicht ins Tor brachten.

Gute Stimmung zu Beginn

Trauriges Ende eines Abends den der Club beinahe so begonnen hatte, wie er den schönen 4:0-Samstagnachmittag gegen Heidenheim begonnen hatte. Einzig im Tor hatte Trainer Robert Klaus gewechselt: Carl Klaus ersetzte Christian Mathenia. Eine Belohnung für die guten Trainingsleistungen des Ersatztorwarts. Der Club begann den Abend aber vor allem mit der Stimmung, mit der sie den Erfolg gegen Heidenheim beschlossen hatten: mit sehr viel Begeisterungsfähigkeit.

Dummerweise hielt diese Begeisterung über das eigene Tun nicht allzu lange im ersten Durchgang. Spätestens nach 20 Minuten machte sich der Gast das Spiel zu seinem. Der ehemalige Nürnberger Tim Leibold war da schon nicht mehr dabei. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Tom Krauß musste der Hamburger Linksverteidiger mit einer offenbar schweren Knieverletzung vom Platz getragen werden.

David ärgert den FCN - Duman gleicht aus

Beide Mannschaften schafften es in der Folge nur selten, sich gefährliche Situationen zu erspielen, etwas besser sah in dieser Übung allerdings der HSV aus. Zwar setzte Johannes Geis nach 28 Minuten einen Versuch aus der Distanz knapp daneben, ansonsten aber war wenig zu sehen von der Spielfreude, die die Nürnberger gegen Heidenheim noch ausgezeichnet hatte. Allerdings: Auch der HSV näherte sich dem Club-Tor vor allem mit Versuchen aus der Distanz an – stellten Klaus damit aber meist vor keine größeren Schwierigkeiten. In der 44. Minute wehrte Klaus zum Beispiel einen Schuss von Reis zur Ecke ab. Eine Hereingabe und einen Kopfball von Jonas David später stand es 1:0 für Hamburg.

Der zweite Durchgang begann mit dem zweiten schwerer verletzten Spieler. Tom Krauß und Miro Muheim waren in der Luft mit den Köpfen zusammengestoßen – der Nürnberger blieb danach minutenlang regungslos auf dem Rasen liegen, konnte allerdings zumindest etwas Entwarnung geben. Als er vom Platz getragen wurde, ging der Daumen nach oben. Für Krauß kam Taylan Duman ins Spiel und veränderte acht Minuten nach seiner Einwechslung die Dynamik der Partie erneut. Nach einer präzisen Flanke von Tim Handwerker traf Duman per Direktabnahme zum 1:1 (59.).

Dovedan verfehlt nur knapp - dann gibt's Verlängerung

Gemeinsam mit einem nun euphorisierten Publikum machten sie die Nürnberger nun ihrerseits die Partie zu eigen. Plötzlich war da wieder diese Spielfreude, die den hohen Erfolg gegen Heidenheim erst möglich gemacht hatte. Belohnt worden wäre das gesteigerte Engagement beinahe nach 78 Minuten, als Dovedan nach einem Freistoß von Geis den Ball nur Zentimeter über die Latte setzte.

Auf der anderen Seite spielte aber auch der HSV des Trainers Tim Walter dem eigenen Selbstverständnis entsprechend sehr unbeeindruckt weiter nach vorne, so dass sich auch Klaus selten entspannen konnte.

Im Gegenteil: In der Schlussphase war eigentlich wieder der Gast besser, ehe sich der Club erneut befreien konnte. Am Beginn der siebenminütigen Nachspielzeit hätte sich Lino Tempelmann wieder einmal zum Helden machen können, seinen Schuss aus elf Metern aber lenkte Daniel Heuer Fernandes mit einer Hand über die Latte.

Heuer Fernandes hält den entscheidenden Elfmeter

Mehr passierte nicht mehr in der regulären Spielzeit. Wie bei zwei Teams, die in der Liga jeweils sechs Remis angesammelt haben, fast schon zu erwarten, blieb es beim 1:1 nach 90 Minuten. Nur diesmal musste ein Sieger gefunden werden.

Das gelang auch in der Verlängerung nicht, weshalb das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Dort zeigten sich dann die Nürnberger nervenschwächer und verabschiedeten sich unglücklich.

1. FC Nürnberg: Klaus - Valentini, Schindler, Sörensen, Handwerker - Geis - Krauß (51. Duman), Tempelmann - Möller Daehli (116. Nürnberger) - Dovedan (87. Schleimer), Shuranov (87. Schäffler).

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Leibold (22. Muheim) - Meffert, Reis (101. Kinsombi) - Doyle (78. Alidou), Kittel - Kaufmann (60. Wintzheimer), Glatzel (78. Jatta).

Tore: 0:1 David (45.),1:1 Duman (59.) - Elfmeterschießen: 2:1 Geis, 2:2 Kinsombi, 3:2 Duman, 3:3 Kittel, Tempelmann vergibt, 3:4 Schonlau, Heuer Fernandes hält gegen Sörensen, 3:5 David | Gelbe Karten: Dovedan - Glatzel, Muheim, Schonlau, Alidou | Schiedsrichter: Dankert (Rostock).

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