Samstag, 28.11.2020

|

zum Thema

Club gegen Kerk: Ex-Spieler freut sich auf den FCN

Der 1. FC Nürnberg will sich in der Liga endlich wieder belohnen - 21.11.2020 05:39 Uhr

 Höhenflug: In Osnabrück glänzt Sebastian Kerk als Top-Scorer.

08.11.2020 © Armin Weigel, dpa


Wer wissen möchte, welche Rolle Vertrauen im Sport spielen kann, dem bot Sebastian Kerk am siebten Zweitliga-Spieltag eine beeindruckende Demonstration. Beim 4:2-Sieg seines VfL Osnabrück in Regensburg holte Kerk zwei Elfmeter heraus, verwandelte sie souverän selbst und fand zwischendurch auch noch Zeit, einen Freistoß aus 30 Metern ins Netz zu jagen.

Die Idee dazu hatte, wie Kerk schmunzelnd verrät, Kollege Ulrich Taffertshofer. "Er meinte: Kerki, du hast so ’nen guten Schuss, knall das Ding doch direkt aufs Tor." Gesagt, getan. Fußball kann manchmal so einfach sein.

Bilderstrecke zum Thema

Remis-FCN tritt auf der Stelle: Der Klauß-Club in der Kritik

Nach dem nächsten Remis fallen die Club-Noten von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer dementsprechend aus: Dreimal Fünf und sechsmal Vier sind das Endresultat. Krauß und Sörensen bekommen hingegen passable Zensuren. Aber lesen Sie selbst...


Beim 1. FC Nürnberg, so schien es zumindest, war für Kerk nichts mehr einfach gewesen. Nach einem Achillessehnenriss, der ihn fast die komplette Saison 2017/18 kosten sollte, war der 26-Jährige nie wieder richtig in Tritt gekommen. Der einst so dynamische Linksfuß wirkte offensiv seltsam gehemmt und im Zweikampf zaghaft, seine vielgerühmten Standards verpufften. Unter Trainer Jens Keller spielte er schließlich kaum eine Rolle mehr.

Bilderstrecke zum Thema

Früher FCN, jetzt erfolgreich? So läuft's bei den Abgängen und Leihspielern

Beim 1. FC Nürnberg hat sich im vergangenen Sommer personell jede Menge getan. Neun Spieler, die Leihgeschäfte von Michael Frey und Philip Heise ausgenommen, haben den FCN dauerhaft oder zumindest für ein Jahr verlassen. Während Mikael Ishak in Polen derzeit nach belieben trifft, kommt Patrick Erras in Bremen noch kaum zum Zuge. Doch wie geht es unter anderem den Leihspielern Schleimer und Cerin? Ein Überblick.


Wenig überraschend wurde Kerks Vertrag nach insgesamt vier Jahren in Nürnberg, unterbrochen von einem einjährigen Intermezzo beim 1. FC Kaiserslautern, nicht mehr verlängert. Der einst populäre "Captain Kerk" war – ähnlich wie Hanno Behrens – zu einem Gesicht des Nürnberger Niedergangs geworden. Ein Auslaufmodell, eine Reizfigur. Als Kerk beim VfL unterschrieb, wurde das in Fankreisen mit beißendem Spott kommentiert. Allgemeiner Tenor: Was wollen die denn mit dem?

Bereit für die Bremer Brücke? Das Club-Osnabrück-Quiz

© Sportfoto Zink / DaMa

Wurstel, Schinkel, Käsel? Wo muss der Club am achten Zweitliga-Spieltag ran? In Osnabrück, schon klar. Aber wo genau? Diese und auch deutlich sportlichere Fragen - etwa zu einem Nürnberger Fast-Vorstand, Mikael Ishaks Bilanz an der Bremer Brücke oder einem dort ebenfalls treffsicheren Teamkollegen von Sasa Ciric - müssen Sie in unserem lila-weißen FCN-Quiz beantworten. Auf geht's!

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 1/25:

Welcher VfL-Macher war im Sommer heißer Kandidat bei der Besetzung des Nürnberger Sportchef-Postens?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 2/25:

Schmedes! Was für ein Name. Doch wie ist der Vorname des Beinahe-Nürnbergers?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 3/25:

Wie oft hat Osnabrück in der laufenden Saison bislang verloren?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 4/25:

Und wie oft hat Ex-Nürnberger Sebastian Kerk im letzten Spiel getroffen?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 5/25:

Was prophezeite Ex-VfL-Coach Daniel Thioune dem FCN vor dem letzten Duell bei einem Sieg?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 6/25:

Und was machte der Club dann in Osnabrück?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 7/25:

Welcher Nürnberger Europapokal-Teilnehmer spielte später auch für den VfL Osnabrück?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 8/25:

Wer hat mehr Zweitliga-Spielzeiten auf dem Buckel?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 9/25:

Führt die Bremer Brücke in Richtung Bremen?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 10/25:

Wie hießen dort beim glücklichen 2:0 in der ersten Pokalrunde Ende August 1998 die Club-Torschützen?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 11/25:

Wer sorgte bei den Hausherren damals für ganz schön Durcheinander in den FCN-Defensive?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 12/25:

Beim 3:1 im November 2000 traf auch Martin Driller. Sein wievieltes Tor war das am 12. Spieltag?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 13/25:

Der VfL hieß mal Rapid. Zudem firmieren die Niedersachsen als Lila-Weiße. Womit hängt das zusammen?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 14/25:

Welcher späterer Star- und Bayern-Trainer ließ es in den 60ern für den VfL klappern?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 15/25:

Was machte der Club in der Zweitliga-Auseinandersetzung an einem Mai-Abend 2004 in Osnabrück?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 16/25:

Wer traf beim turbulenten Aufstiegsentscheid an der Bremer Brücke für den FCN damals doppelt?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 17/25:

Wie heißt das Wohngebiet, in dem Osnabrücks Vorzeige-Stadion steht?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 18/25:

Und in welcher Straße kann man dort hochklassigen Fußball sehen? Eh klar, in der…

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 19/25:

Horror-Derby! Beim Duell mit welchem Rivalen wurde dort 2011 ein Sprengsatz gezündet?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 20/25:

Welcher Club-Profi betätigte sich beim 2:0-Heimsieg im Mai 2009 als Doppeltorschütze?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 21/25:

Wer wurde 2017 beim 3:2-Pokal-Erfolg in Osnabrück nach einer halben Stunde ausgewechselt?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 22/25:

Das Achtelfinal-Ticket gegen klassentiefere Osnabrücker löste man auch dank Mikael Ishak, der...

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 23/25:

Wie heißt im Volksmund die berühmte Stehplatzecke, in der nur wenige VfL-Fans ihre Heimat haben?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 24/25:

Wer entschied beim 1:0-Heimsieg in der Vorsaison mit seinem Tor das Duell in der Hinrunde?

© Sportfoto Zink / DaMa

© Sportfoto Zink / DaMa

Frage 25/25:

Und wie?

© Sportfoto Zink / DaMa

Längst zeigt sich, dass die Idee vielleicht doch keine so schlechte war. Kerk etablierte sich auf Anhieb als Stammkraft, ist mit drei Toren und fünf Vorlagen aktueller Top-Scorer und wurde vom kicker schon viermal in die "Elf des Tages" berufen. Die Erklärung für die wundersame Wandlung klingt profan: "Ich habe wieder Spaß am Fußball", sagt Kerk. Dass ihm diese Freude am Beruf beim Club etwas abhanden gekommen war, lässt er allenfalls erahnen: "Letztes Jahr lief vieles nicht so, wie es hätte laufen können", sagt Kerk nur, ohne ins Detail zu gehen: "Ich hatte eine schöne Zeit in Nürnberg und will nicht nachkarten."

Bilderstrecke zum Thema

Der Club kann's noch! 2:0 - der FCN überflügelt Frankfurt

Was im Liga-Betrieb nicht so recht gelingen mag, realisiert der Club in Testspielen. In der Vorbereitung hatte der FCN bereits dem Erstliga-Team aus Hoffenheim das Nachsehen gegeben, in Frankfurt bezwingt der Altmeister nun dort ansässige Adlerträgern mit 2:0. Bilder aus der Bankenmetropole? Freilich, die haben wir auch!


Der Wechsel nach Niedersachsen bot die Chance, "die Reset-Taste zu drücken und wieder bei Null anzufangen", wie es der Schwabe formuliert. Und Trainer Marco Grote setzte auf seinen bundesliga-erfahrenen Neuzugang, gab ihm die Matchpraxis, die er braucht, "um meine Leistung abrufen zu können". In Osnabrück habe man ihm "von Anfang an Vertrauen entgegengebracht", sagt Kerk: "Und ich habe gezeigt, dass ich dann schon was mit dem Ball anzufangen weiß."

Vor allem, wenn er auf seiner Wunschposition im zentralen Mittelfeld wirbeln darf. "Da kann ich mehr Einfluss auf das Spiel nehmen, meine Mitspieler in Szene setzen oder selbst zum Abschluss kommen", erklärt Kerk, der in Nürnberg meist auf der linken Außenbahn eingesetzt wurde. "Der einzige Club-Trainer, der mich auf der Zehn spielen lassen wollte, war Damir Canadi. Aber dann war auf einmal für diese Position in seinem System kein Platz mehr."

In Osnabrück ist das anders. "Der Trainer gibt uns gewisse Vorgaben, lässt uns auf dem Platz aber auch viele Freiheiten. So kann jeder seine individuelle Note einbringen." Die große Stärke des Tabellenzweiten sei der Zusammenhalt, die Mannschaft verfüge aber auch über viel fußballerische Qualität. "Das hatte ich bei meiner Vertragsunterschrift so nicht erwartet", gesteht Kerk und schwärmt von der innovativen Kaderplanung des im Sommer ja auch vom Club umworbenen Sportdirektors Benjamin Schmedes: "Chapeau, wie er mit den wenigen Mitteln, die dem VfL zur Verfügung stehen, so eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt hat."


FCN-Stürmer Schäffler hat gute Erinnerungen an Osnabrück


Das soll am Montagabend auch Nürnberg zu spüren bekommen. In einem Spiel, das für ihn "schon etwas Besonderes ist", wie Kerk einräumt. Weil er zu Ex-Kollegen wie Tim Handwerker, Lukas Mühl, Nikola Dovedan oder Felix Lohkemper noch Kontakt pflegt, aber auch, weil "mir Verein und Fans am Herzen liegen". Trotz allem. Darum wünscht Kerk dem Club auch, "dass es wieder aufwärts geht – nach dem Spiel gegen uns".

21

21 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport