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Club-Kapitän! Valentini fühlt sich geehrt - aber nicht wichtiger

Die Bedeutung von Vorgänger Behrens beim FCN ist weiterhin immens - 11.09.2020 09:06 Uhr

Der neue Kapitän des 1. FC Nürnberg: Enrico Valentini.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr


"Die Mannschaft, die aktuell den besten Eindruck macht", hatte Robert Klauß im Stadion an der Alten Försterei aufs Feld geschickt, so dass es auch durchaus Spannung verhieß, auf die zu schauen, die zunächst auf der Bank saßen. Auf Oliver Sorg zum Beispiel, auf Nikola Dovedan oder auch auf Hanno Behrens, seit über drei Jahren unumstrittener Kapitän des 1. FC Nürnberg.

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Statt seiner trug, wie schon gegen Augsburg, Hoffenheim und Türkgücü, erneut Enrico Valentini die Binde am Arm, was, siehe oben, nicht viel heißen sollte. Einer muss ja, wenn Hanno Behrens mal nicht zu den ersten Elf zählt. Nur beim ersten Test in Regensburg, als Hanno Behrens zu den ersten Elf zählte, sich aber früh an den Adduktoren verletzte und danach zwei Wochen kürzer treten musste, durfte er in gewohnter Rolle beginnen.

Trotzdem scheint es zwischen ihm und dem Club nicht mehr so zu sein wie früher. Wie, weiß nur die Kabine. Seit gestern ist Hanno Behrens jedenfalls kein Kapitän mehr; die Mannschaft sprach sich für Enrico Valentini aus, sein Vorgänger bildet mit seinem Nachfolger sowie Fabian Nürnberger, Christian Mathenia und Manuel Schäffler aber noch den Mannschaftsrat.


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Dass ein neuer Trainer gerne mal alte Hierarchien zertrümmert, um veränderte Strukturen wachsen zu lassen, ist in der Branche nicht unüblich. Dass Robert Klauß ähnlich verfahren könnte, hatte sich abgezeichnet, als er zum Beispiel gleich den erst 19-jährigen Tom Krauß mit zentralen Aufgaben betraute oder sich auffällig lange nicht festlegen wollte, wer zum engsten Kreis der Stammplatzfavoriten zu zählen ist und wer vielleicht nicht. Oder nicht mehr.

"Viele große Vorgänger"

Hanno Behrens, das betonen die Verantwortlichen bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit , ist nach wie vor immens wichtig für den ganzen Club, sein Ruf hat besonders in der vergangenen Katastrophen-Saison aufgrund wechselhafter Leistungen aber doch etwas gelitten, offenbar auch intern. Selbst dass Enrico Valentini 2019/2020 wegen Verletzungen und Formschwäche in der Zweiten Liga nur auf 19 Einsätze kam, davon neun über 90 Minuten, konnte die meisten Kollegen nicht davon abbringen, ihn zu wählen.

Der gebürtige Nürnberger aus Zabo, schon als kleiner Bub glühender Club-Fan, trug sein Glück mit Fassung. "Es ist für mich natürlich eine große Ehre, dass ich für diesen Verein Kapitän sein darf", sagte der 31-Jährige dem Vereinsfernsehen, "ich habe viele große Vorgänger, da gehört der Hanno auch dazu. Ich versuche, mein Bestes zu geben, um in seine Fußstapfen zu treten."

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Der Trainer hatte sich ein Mitspracherecht eingeräumt und scheint mit der Entscheidung gut leben zu können. Seine Erwartungen ans Amt hatte Klauß schon in der vergangenen Woche formuliert. "Grundsätzlich ist es natürlich schön, wenn der Kapitän oft auf dem Platz steht, weil er nicht nur viele Aufgaben neben dem Platz hat, sondern auch auf dem Platz, der Kapitän gibt der Mannschaft Struktur und Halt", sagte Klauß da in einer virtuellen Presserunde. Allerdings sei der Posten nicht gleichzusetzen mit einer Stammplatzgarantie. "Es wird sich zeigen, ob derjenige spielt oder nicht, das ist ja kein Wunschkonzert", so Klauß, "ich kann ja nicht zur Mannschaft sagen: Die fünf Spieler werden immer spielen und daraus wählen wir bitte einen Kapitän, das funktioniert ja so nicht."


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Überhaupt denkt er nicht gerne in den Kategorien Stamm- und Ergänzungsspieler, sondern lieber erfolgsorientiert. Das Aufgebot sei "sehr ausgeglichen und gut besetzt" (Klauß) und hat jetzt nach über drei Jahren eben einen neuen Leader. "Ich fühle mich jetzt nicht wichtiger oder besser", sagte Enrico Valentini noch, "nur weil ich die Binde am Arm trage." Immerhin konnte er in der Vorbereitung schon ein bisschen üben.

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