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Der FCN und Corona: Keller spart sich seinen Kalou-Senf

Maskenpflicht am Millerntor: Der Club-Coach fokussiert sich auf St. Pauli - 10.05.2020 05:43 Uhr

Wird in Hamburg nur durch eine Maske hindurch Anweisungen geben können: Club-Coach Jens Keller. © Sportfoto Zink / Daniel Marr


Folge 31: Fußball - oder soll man es lassen?

Am Anfang der Woche hätte wahrscheinlich auch Jens Keller nicht gedacht, dass dann doch plötzlich alles so schnell gehen würde. Während sie in Nürnberg brav in Kleingruppen trainierten, unternahm in Berlin Salomon Kalou einen filmischen Amoklauf; ob es sich dabei um Naivität handelte oder um pure Absicht, das wird wohl sein Geheimnis bleiben, so oder so dürften alle im Bundesliga-Betrieb geschockt gewesen sein. Die Live-Übertragung aus der Hertha-Kabine hatte das Potenzial, die eifrigen Pläne von einem schnellen Neustart massiv zu gefährden.

+++ Kalou und der Fußball-Abgrund +++

Da hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) aber offenbar schon Fakten geschaffen und die Politik anscheinend kein Interesse mehr daran, den Prozess zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Die Handshake-Orgie von Kalou wurde als Einzelfall verbucht, drei Tage später wurde das Mannschaftstraining an allen Standorten der 1. und 2. Bundesliga erlaubt.

"Ich bin in erster Linie einfach nur froh, dass es keiner von unseren Spielern war", sagte Nürnbergs Trainer am Freitag in einem Videochat mit Pressevertretern. So wie es Keller formulierte, klang fast ein wenig Mitleid mit den Kollegen in Berlin durch. Viel mehr wollte er zu der Angelegenheit, die beinahe noch einmal das Großprojekt ins Wanken gebracht hätte, nicht sagen. "Dazu wurde schon viel gesagt und diskutiert, da muss ich jetzt nicht auch noch meinen Senf dazugeben." Nur so viel: Am Valznerweiher sei alles sauber und diszipliniert abgelaufen.

+++ Neustart beim FCN: Keller erkennt gefährliche Stituation +++

Maskenball an der Seitenauslinie - ein Zugeständnis der DFL?  

Seit Donnerstag dürfen die Spieler auf dem Platz auch ganz offiziell wieder Körperkontakt haben. Um sich nicht um die Privilegien zu bringen, die dem Fußball eingeräumt wurden, müssen sie trotzdem jede Menge beachten. Während er im Training keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, ist Keller während des Spiels offenbar dazu verpflichtet. Ob es sich dabei um eine sinnvolle Maßnahme handelt, darf stark bezweifelt werden, sehr wahrscheinlich handelt es sich um ein Zugeständnis der DFL, um der Vorbildrolle gerecht zu werden. 

Wobei es sich dabei noch lange nicht um die absurdeste Diskussion handelt, die gerade geführt wird. Soll auf Ecken verzichtet werden, damit es im Strafraum nicht zu einer Rudelbildung kommt? Dürfen die Spieler zusammen jubeln, wenn ihnen einen Tor gelingt? Solche und andere Fragen werden im Moment tatsächlich mal mit mehr, mal mit weniger Ernsthaftigkeit geführt. Ob er schon einen "Corona-Jubel" hat einstudieren lassen? Nein, sagt Keller, "wir werden nichts einstudieren, wir werden jubeln“. Schließlich dürften seine Spieler ja auch Zweikämpfe führen.

+++ Und gleich der Kreuzbandriss: Besong fehlt dem FCN lange +++

 

Vermutlich dürfte bis zum kommenden Wochenende noch das ein oder andere Detail aus dem Hygienekonzept konkretisiert werden. Am Sonntag, 17. Mai, ist der Club ab 13.30 Uhr beim FC St. Pauli gefordert (Live-Ticker auf nordbayern.de), bis dahin werden sie sich vermutlich im Hotel auf dem Vereinsgelände in Quarantäne begeben und ein Transportmittel finden, das sie nach Hamburg bringt. 

Nürnbergs Hotelsuche im Norden

Mit zwei Bussen, Mannschaft und Betreuer getrennt, per Charterflug oder eine Kombination aus beidem, das steht zur Diskussion. Am Samstag wird der 1. FC Nürnberg in den Norden reisen, sofern sie bis dahin ein Hotel gefunden haben, das den Betrieb schon wieder aufgenommen hat und die Hygienevorgaben erfüllt. "Nicht optimal" nennt Keller die Umstände, ist aber überzeugt, "dass unsere Verantwortlichen da gute Lösungen finden". Die Kameras lassen sie dabei trotzdem wahrscheinlich aus.

+++ Zwei Fälle in Dresden: Ganz Dynamo muss in Quarantäne +++

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Zurück auf dem Platz: Der Club trainiert wieder gemeinsam

Passübungen, Eckla, Sechs-gegen-Drei, Einrücken, Abschlussspiel. So sah das erste Mannschaftstraining des 1. FC Nürnberg seit acht Wochen aus. Vieles davon war in Kleingruppen zuvor nicht umsetzbar. Am Donnerstag durften die Spieler des FCN zum ersten Mal wieder in voller Mannstärke auf den Max-Morlock-Platz auf dem Vereinsgelände, konnten Zweikämpfe führen und Spielformen üben. In einer guten Woche geht es bei St. Pauli schließlich schon wieder um wichtige Punkte im Abstiegskampf.



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