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Durchatmen nach dem Derby? FCN bleibt in der Bringschuld

Ein leidenschaftlicher Club nutzt erneut eine Führung nicht zum Sieg - 22.03.2021 16:05 Uhr

Bitter für den Club! Lukas Mühl und Christian Mathenia können Dickson Abiamas Last-Minute-Treffer im Derby nicht verhindern.

22.03.2021 © Sportfoto Zink / MeZi


Den bitteren Ausgleich in der Nachspielzeit wollte Nürnbergs Trainer nach dem 268. Frankenderby nicht ausschließlich dem Defensivpersonal ankreiden. So richtig ankreiden wollte Robert Klauß nach der Punkteteilung im Ronhof wahrscheinlich niemandem etwas - zumindest so unmittelbar nach Abpfiff. Von seinem Team hatte der Coach beim packenden 2:2 am Laubenweg eine in allen Mannschaftsteilen ordentliche und vor allem leidenschaftliche Leistung gesehen. Eine Leistung, die einen Club-Coup bei favorisierten Fürthern in greifbare Nähe rückte.

Dass es dennoch im Ronhof nicht reichte zu einem scheppernden und im Zweitliga-Klassement sichtbaren Befreiungsschlag, rief bei Nürnbergs Trainer natürlich eine momentane Enttäuschung hervor. Wobei sich diese weniger auf den ausgebliebenen Befreiungsschlag im Zweitliga-Keller gründete, sondern darauf, dass "wir so nah dran waren, hier einen Derbysieg zu landen". Einen Erfolg, der - wie Klauß zur Kenntnis gab - "verdient gewesen wäre".

Nach dem Führungstreffer hätte man "hintenraus ein paar Situationen zu überstehen" gehabt, was angesichts der Fürther Spielstärke und den vehementen Anstrengungen des formstarken Rivalen klar gewesen sei. "Da hätte ich mir gewünscht, dass wir noch einen Konter richtig setzen", adressierte Klauß‘ seine während der Schlussminuten vergebliche Hoffnung in Richtung Kreativabteilung. Da es trotz entsprechender Räume nicht gelang, "einen klaren Ball vorne reinzuspielen", eine Vorentscheidung zum 3:1 herbeizuführen, musste der FCN "bis zum Ende zittern". Und nach einer aus seiner Sicht unerfreulichen Zitterpartie den Ausgleich quittieren: Maßflanke Itter, der auf Fürths linker Angriffsseite nicht bedrängt wird, Kopfball Abiama, 2:2!

"Sehr bitter"

Fürth wäre - so erklärt es Klauß - in dieser Szene "mit mehr Personal am ersten Pfosten" gewesen, "wo wir es nicht ganz schaffen, durchzuverteidigen beziehungsweise reinzufallen in die Kette" und nennt das Resultat davon "sehr bitter". Lukas Mühl, der schon zuletzt - etwa bei Osnabrücks Beinahe-Führung in Nürnberg infolge eines Querschlägers - in der Abwehrzentrale nicht immer den sattelfestesten Eindruck machte, ist zu weit weg von Branimir Hrgota, der den Ball verpasst. Und auch nicht nah genug an Dickson Abiama, der das Spielgerät letztlich ins Club-Tor befördert.

Nürnberger Nachlässigkeiten

Ähnliche Defensivmängel hatten den FCN im Ronhof übrigens auch früh in Rückstand gesetzt. Der Club folgt der flotten, im Fürther-Flachpass-Stile vorgenommen Ballzirkulation nicht aufmerksam genug. Tim Handwerker, der sich wie Außenverteidiger-Pedant Valentini in der Vorwärtsbewegung sehr präsent, in der Abwehrarbeit aber nachlässig zeigt, tappt am rechten Sechzehnerrand vergleichsweise teilnahmslos durch die Gegend. Der nicht entschlossen genug verfolgte Marco Meyerhöfer kann entspannt flanken. Und in der Mitte das Trio Sörensen, Mühl und Valentini Club-Schreck Nielsen nicht am wuchtigen Kopfball hindern - das 0:1 nach sieben Minuten.

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Das Führungsproblem des FCN

Auch fortan wirkt der FCN in Phasen, in denen das Kleeblatt eine Druck- und Drohkulisse aufbauen konnte, in brenzligen Situationen nicht immer auf dem Posten. Dennoch verteidigt Nürnberg im Derby mit Glück und Geschick, lässt im Derby insgesamt nur zehn Torschüsse zu, ehe es in der Nachspielzeit doch noch den 40. Gegentreffer der laufenden Spielzeit kassiert. Nach zwischenzeitlich gedrehter Partie weist der Club damit erneut ein Führungsproblem nach. Bereits 23 Zähler gab der FCN in dieser Saison nach einem Vorsprung ab - zwei davon in Fürth, als in letzter Instanz ebenfalls die finale Entschlossenheit und Qualität im kollektiven Verteidigen fehlt. An Stabilität in der Abwehr sollte der Club jedoch bald schon wieder gewinnen. Ob mit dem wiedergenesenen Georg Margreitter, der sich für einen Platz in der Innenverteidigung anbieten würde oder ohne.

Pause und dann Paderborn

"Wir schauen, dass wir jetzt in der Länderspielpause gut regenerieren und ein paar inhaltliche Schwerpunkte setzten, damit wir für das letzte Viertel der Saison gut gerüstet sind", sagt Robert Klauß und meint damit wohl auch das in den entscheidenden Momenten verbesserte Verteidigen. Schließlich soll im Heimspiel gegen Paderborn (Sonntag, 4. April, 13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) nicht erneut ein bitterer Ausgleich notiert werden. Sondern vielleicht doch der erhoffte Befreiungsschlag im Zweitliga-Keller.

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