Mutmacher Derby: FCN hat wieder etwas mehr Hoffnung

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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22.3.2021, 06:00 Uhr
Glückliche Nürnberger: Erik Shuranov (Mitte) und Kollegen nach seinem Premierentreffer.

Glückliche Nürnberger: Erik Shuranov (Mitte) und Kollegen nach seinem Premierentreffer. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Natürlich waren sie beim 1. FC Nürnberg alle traurig, dass sie dieses Derby nicht gewonnen hatten. Dass sie tatsächlich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich der SpVgg Greuther Fürth zum 2:2 hatten quittieren müssen. Aber wenn man sie mit zumindest etwas zeitlichem Abstand über dieses Spiel hat sprechen hören, dann klang da auch die Rückkehr der Zuversicht immer ein wenig mit.


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Sie hätten sich diesen Sieg nämlich "verdient" gehabt. Das sagte Kapitän Enrico Valentini. Das sagten so ähnlich alle anderen Nürnberger, die danach getrennt voneinander befragt worden waren. Trainer Robert Klauß sprach von einem "tollen Spiel, das wir geliefert haben".

Und das war es überraschenderweise tatsächlich, was auch wieder an Valentini lag. Der war unter der Woche zum zweiten Mal Vater geworden und grüßte seinen nun jüngsten Sohn Elia und den Rest der Familie mit einem fulminanten Schuss, der noch leicht abgefälscht die Fürther Führung ausglich.

Schöne Premiere

Es lag dieses tolle Spiel aber auch an Erik Shuranov. Der Angreifer hatte es etwas überraschend erstmals in die Startelf geschafft - und überzeugte nicht nur wegen seines Treffers zur zwischenzeitlichen Führung. "Das ist ein Tag, den ich nicht vergessen werde", sagte Shuranov später.

Seit 2010 spielt er für den Club, jetzt gelang ihm sein erster Treffer für die Profis. "Es gibt nichts Geileres, als im Derby ein Tor zu schießen", sagte der 19-Jährige. Wie er das Tor erlebt hatte? "Das ist unbeschreiblich", sagte Shuranov, "ich warte seit ich ein kleines Kind bin darauf, ein Tor in der Bundesliga zu machen. Ich bin dankbar."

Neuer Maßstab

Unter anderem wahrscheinlich dem Trainer, der ihm die Möglichkeit gegeben hat, für die Dankbarkeit. Mit Blick auf Shuranov, sagt Klauß, habe er so ein "Bauchgefühl" gehabt vorab. Alleine darauf aber hat er sich nicht verlassen: "Erik hat gut trainiert in den letzten Wochen, er hat sich das verdient." Ganz selbstlos war die Nominierung nicht. "Als Junge aus unserer Jugend weiß er, wie man Derbys gewinnt", sagt Klauß.

Nun weiß Shuranov auch, wie man in Derbys kurz vor dem Ende den Ausgleich kassiert. Länger ärgern wollte sich bei den Nürnbergern aber niemand über das "sehr bittere" Ende (Valentini). Stattdessen gab Valentini das Motto für den Rest des Kampfes gegen den Abstieg vor: "Das Engagement von heute muss unser Maßstab sein für die letzten Spiele. Jeder Spieler weiß nach der Leistung von heute, woran er sich messen lassen muss."


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Der Sportvorstand sieht das ganz ähnlich. "Die Mannschaft hat eine gewisse Grundqualität", sagte Dieter Hecking, "aber sie muss auch immer so arbeiten wie heute". Allerdings gehen sie jetzt erst einmal in die Länderspielpause. "Durchschnaufen", sagt Klauß. Ehe sie dann mit etwas mehr Zuversicht weiter arbeiten.

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