Kampf und Leidenschaft

Flutlicht-Derby: Schwabach sorgt für Kornburgs ersten Punktverlust

19.9.2021, 15:50 Uhr
Thomas Mohrbach vom SC 04 Schwabach kommt vor dem Kornburger Firat Cagli an den Ball. Vor allem in der ersten Hälfte zeigen sich die Schwabacher als unangenehmer Gegner für das Top-Team aus dem Nürnberger Süden.

Thomas Mohrbach vom SC 04 Schwabach kommt vor dem Kornburger Firat Cagli an den Ball. Vor allem in der ersten Hälfte zeigen sich die Schwabacher als unangenehmer Gegner für das Top-Team aus dem Nürnberger Süden. © Foto: Salvatore Giurdanella

"Im Mai haben wir von sowas geträumt", sagte Hendrik Baumgart am späten Freitagabend, als er vor dem Kabinentrakt im mittlerweile finsteren Schwabacher Stadion den Landesligagipfel zwischen seinem TSV Kornburg und dem gastgebenden SC 04 Schwabach Revue passieren lassen sollte. Dass beide Mannschaften 90 gutklassige und sehr unterhaltsame Minuten abgeliefert hatten, darüber war man sich schnell einig.

Aber auch die tolle Kulisse und die gute Stimmung bei Flutlichtatmosphäre war vielen Beteiligten eine Erwähnung wert. "Nach der langen Pause ist so ein Abend schon etwas Besonderes", sagte Baumgart mit Blick auf den quälend langen Lockdown und anschließenden Vorgaben, nach denen man im Frühsommer froh sein durfte, dass überhaupt wieder Zuschauer an die Fußballplätze kommen dürfen.

Das Spitzenspiel hatte die Kulisse von über 600 Zuschauern verdient – 1000 sind übrigens erlaubt, darüber tritt die 3G-Regel plus Registrierung in Kraft –, das bekräftigte auch ein vollauf zufriedener Jochen Strobel. "Ein geiles Fußballspiel", sagte Schwabachs Trainer, "ich freue mich mega für die Jungs, diesen Punkt haben sie sich absolut verdient". Und die Schwabacher hatten damit für eine Premiere gesorgt. Erstmals in dieser Saison konnte ein Team dem hochkarätig besetzten Aufstiegsfavoriten aus dem Nürnberger Süden ein Unentschieden abringen.

Den Gegner unter Druck setzen

Mit der stolzen Bilanz von sieben Siegen aus sieben Spielen waren die Kornburger an die Nördlinger Straße gereist, zum Abschluss der Vorrunde in der Gruppe 2 der Landesliga Nordost durfte also noch der SC 04 sein Glück versuchen. Und die junge Schwabacher Elf tat dies zunächst in überragender Manier. "Du musst die beschäftigen, sonst hast du keine Chance", hatte Jochen Strobel mit seinem Co-Trainer Christian Krach, ein Ex-Kornburger, als Taktik ausgegeben.

Und schob zufrieden nach: "Das haben wir gemacht." Was auch Hendrik Baumgart anerkannte. "Schwabach hat das super gemacht, so hat uns in dieser Saison noch keine Mannschaft unter Druck gesetzt." Verdient daher die Führung der lauf- und einsatzfreudigen Hausherren: Mit einem tollen Schlenzer ins lange Eck traf Marco Hennemann zum 1:0.

Schwabach hatte Oberwasser, auch weil sie es schafften, "das Kornburger Herzstück", wie es Jochen Strobel formulierte, weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Danilo Dittrich, ehemaliger Jugend-Bundesligaspieler und lange Jahre in der Regionalliga aktiv, war lange kein Faktor (zumindest nicht wie gewohnt) im Kornburger Zentrum. "Aber alles kannst du halt nicht verteidigen", seufzte Strobel. Nach 35 Minuten schaltete der 26-jährige Dittrich schnell, Sebastian Schulik war auf der Außenbahn durch, seine überlegte wie uneigennützige Hereingabe verwertete Marco Wiedmann zum Ausgleich. Mit dem Gegentreffer haderte das Schwabacher Lager weniger, vielmehr mit den zuvor vergebenen, von TSV-Schlussmann Arthur Ockert – klasse Parade gegen Distanzschuss von Timo Meixner – vereitelten Chancen zum 2:0.

Hitzige Schlussphase

"Wenn wir 2:0 führen…", grummelte "Co" Christian Krach vor sich hin. Meixner gelang per Kopf nach einer knappen Stunde zwar das 2:1, doch auch diese Führung sollte gegen nun bessere Kornburger nicht halten. "In der zweiten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass hier mehr drin war", sagte ein leicht hadernder TSV-Coach Baumgart, der auch Schwabachs Torhüter Dominik Brunnhübner einen großen Anteil am Punktgewinn des SC 04 zuschrieb.

Vor allem bei zwei Kopfbällen von Tim Olschewski durfte der 31-Jährige zwischen den Schwabacher Pfosten seine Klasse unter Beweis stellen. Geschlagen worden war er aber bereits zuvor, als nach 73 Minuten der aufgerückte Innenverteidiger Marco Janz aus gut und gerne 25 Metern ansatzlos und sehenswert zum 2:2 abzog. In der Schlussphase wurde es in der ein oder anderen Szene, in der auch der gute Unparteiische Jonas Beinhofer manchmal die Übersicht verlor, noch einmal hektisch, am gerechten Endstand sollte sich aber nichts mehr ändern.

"Kornburg hat so viel Qualität, mehr geht da nicht", setzte Jochen Strobel den Schlusspunkt aus Schwabacher Sicht. Und auch Hendrik Baumgart konnte mit dem Ergebnis sowie dem Dargebotenen leben. "Wir sind ja nicht so vermessen und glauben, dass wir jedes Spiel gewinnen." Davon träumt Kornburgs Trainer nicht mal.

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