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Nicht schön - aber erfolgreich: Es läuft wieder beim FCN

Club-Coach Klauß betont: Niemand ist größer als die Gruppe - 08.12.2020 05:56 Uhr

Regelrecht abgeprallt: Tim Handwerker (rechts) und sein 1. FC Nürnberg haben sich in Paderborn auch von Johannes Dörfler nichts gefallen lassen.

07.12.2020 © Foto: David Inderlied/dpa


Ein kleiner Schritt für den 1. FC Nürnberg, ein etwas größerer für mindestens zwei Spieler, so in etwa lässt sich das 2:0 vom Sonntagnachmittag grob zusammenfassen. Als in der Paderborner Arena kurz vor Schluss nochmal richtig die Fetzen flogen, überraschte der Trainer mit seinen Wechseln drei und fünf. Dass er Defensivkraft Noel Knothe und Offensivkraft Virgil Misidjan zu ihren Zweitliga-Premieren verhalf, wird Robert Klauß in der 78. und 87. Minute allerdings herzlich egal gewesen sein.


Leidensfähig! FCN bangt um Hack - und freut sich mit Misidjan


Mit den beiden Unterbrechungen nahm er erst mal paar Sekunden von den Uhr, wie es in der Branche heißt, wenn eine Mannschaft der anderen etwas Zeit klauen möchte. Tatsächlich fügten sich auch die Debütanten gleich problemlos ein und halfen mit, den Vorsprung zu verteidigen. Dem Niederländer wird die 87. Minute aber vor allem als der Moment seines Comebacks nach fast eineinhalb Jahren in Kliniken oder Reha-Zentren in Erinnerung bleiben.

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Mit diesem Kader geht der 1. FC Nürnberg in die Zweitligasaison 2020/21. Nach dem Klassenerhalt in letzter Sekunde hat sich der Club für die neue Spielzeit viel vorgenommen: Mit dem neuen Trainer Robert Klauß soll es für den FCN wieder nach oben gehen.


"Richtig glücklich und fröhlich" sei Misidjan am Sonntag gewesen, auch schon vor seinem Einsatz, sagte Klauß am nächsten Tag und nahm ihn hinterher auch gleich in den Arm: "Schön, dass er wieder da ist." Sollte er gesund bleiben, könnte Misidjan mit seinen "außergewöhnlichen Fähigkeiten" (Klauß) wohl eher später als früher zur richtigen Verstärkung werden. So wie ein fitter Robin Hack, dessen Knöchelverletzung erst heute näher untersucht wird. Aber da sind ja auch noch ein paar andere.

Niemand ist größer als die Gruppe

Niemand ist größer als die Gruppe, betont Klauß ziemlich regelmäßig, wenn auch häufig eher indirekt. Nur eine wirklich intakte Gemeinschaft kann funktionieren, so wie am Sonntag, als wie so oft im Fußball Nuancen, Zentimeter über Sieger und Verlierer entschieden. Klauß hatte seine Elf ja auch gegen Fürth nicht so schlecht gesehen und in Paderborn auf sehr ähnlichem Niveau.

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Folge 72: Der Club hat ein Sturmduo!

Wobei sich der junge Trainer zur Einordnung auch gerne modernerer Analyse-Tools als der Zweikampf- oder Passquote bedient. Vielmehr interessiert Klauß die Qualität der Chancen, die grundsätzliche Effektivität in beide Richtungen, die Anzahl der Sprints. Am Sonntag legten beide Teams etwa 111 Kilometer zurück, die Nürnberger aber insgesamt ein paar mehr in höchster Geschwindigkeit. Klauß gefällt das, weil sich damit eine Entwicklung dokumentieren lässt. Klauß gefiel aber natürlich auch das 2:0 kurz nach der Pause durch den neuerdings wie aufgedreht über das Feld düsenden Felix Lohkemper. "Das hat uns einen Riesen-Push gegeben."

FCN-Sturmtank Schäffler: "Wir waren einfach da"

Manchmal braucht es die ganze Datensatzleserei aber auch gar nicht, um zu erkennen, wer sich da unten auf dem Platz gerade an der eigenen Leistung berauscht und wer nicht. Gegen den Ball, fand Klauß, sei das schon richtig gut gewesen, mit Ball hingegen weniger, wobei sie den Ball auch gar nicht so oft haben wollten. Paderborns Pressing ist gefürchtet, kann aber bloß zur Geltung kommen, wenn sich der Gegner an einem gepflegten Aufbau über möglichst viele Stationen versucht.

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Also traten sie die Kugel nicht selten in hohem Bogen nach vorn auf ihren furchtlosen Zielspieler Manuel Schäffler, an dessen breiten Schultern auch etliche Paderborner regelrecht abprallten. "Uns hat heute ausgezeichnet, dass wir einfach da waren", fand Schäffler, ungemein präsent, lauf- und einsatzfreudig und mit einer ganz anderen Körpersprache als noch im Derby. Sie feuerten sich gegenseitig an, machten sich heiß, bejubelten geblockte Schüsse oder Pässe wie eigene Tore.

Das 2:0 bei einem der Aufstiegskandidaten dient nunmehr als Beweis, dass sie es auch anders können. Also nicht besonders schön, aber erfolgreich. "Heute hat man gesehen, dass es funktioniert", meinte Johannes Geis, ein kleiner Schritt für seinen Club, der nächste ist noch etwas anspruchsvoller: "Dass wir es schaffen, die richtige Mischung zu finden, um Spiele zu gewinnen", wie es Klauß formuliert, also nicht nur in einer oder zwei Kategorien richtig gut zu sein, sondern in mehreren.

Vielleicht ja schon am Sonntag gegen die Würzburger Kickers.

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