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Sportvorstand Martin Bader und 1. FC Nürnberg trennen sich

Öffentlicher Druck war nach Treffen mit Ultras zu groß geworden - 30.07.2015 20:33 Uhr

Verlässt nach über elf Jahren beim 1. FC Nürnberg den Verein: Sportvorstand Martin Bader.

© Sportfoto Zink


"Wir bedauern die Entwicklung außerordentlich", kommentierte Aufsichtsratsboss Thomas Grethlein am Donnerstagnachmittag das, was der Verein in einer ausführlichen Pressemitteilung zuvor als “beste Lösung“ bezeichnet hatte: Der FCN und sein starker Mann gehen nach elfjähriger Zusammenarbeit getrennte Wege.

Es ist eine Meldung, die rund um den Valznerweiher einschlägt wie ein Blitz. Das Donnergrollen, welches das Ende der langjährigen von Erfolgen und Misserfolgen geprägten Liaison begleitete, war jedoch schon vorher hörbar gewesen. Werde er zur “Belastung“, hatte der von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Krisenherbst 2014 noch gestärkte Bader gesagt, werde er den Platz an der Vereinsspitze freimachen.

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Lange Club und kurz Hannover: Martin Bader in Bildern

Es war ein Auf und Ab, eine Zeit zwischen Siegen für die Ewigkeit, der Konsolidierung des Vereins und niederschmetternden Erlebnissen. Im Sommer 2015 hat Martin Bader den FCN nach über elf Jahren verlassen. In Hannover endete die Arbeit von Nürnbergs langjährigem Personalplaner danach deutlich früher. Die besten Bader-Bilder!


Nach dem 3:6-Debakel zum Saisonstart in Freiburg und einem dubiosen nächtlichen Raststätten-Treffen der Mannschaft mit den Ultras Nürnberg, das von Bader aufgetragen wurde, hatte der inzwischen immer stärker in der Kritik stehende Sportvorstand offenbar auch im Aufsichtsrat den letzten Rückhalt  verloren. "In den vergangenen Wochen war der Druck in der Öffentlichkeit für den Verein und meine Person belastend. Der Club muss sowohl nach außen als auch nach innen handlungsfähig bleiben." 

Ein kurzer Rückblick:

Im Januar 2004 hatte die Bader-Ära am Neuen Zabo begonnen. Der Schwabe, der nach seiner Tätigkeit beim Sportrechtevermarkter Sportsfive (damals noch UFA) das Manager-Handwerk bei Hertha BSC gelernt hatte, übernahm in Nürnberg als Sportdirektor.

Er sollte es bis 2010 bleiben. Bis zum Oktober 2010, um genau zu sein, ehe Bader per Satzungsänderung zu einem von zwei Vorständen wurde. Bader prägte den FCN. Das sagt auch Aufsichtsratschef Grethlein, der zudem die Ausdrücke “formen“ und "nach vorne bringen“ verwendet. In der Anfangszeit ging es nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben. 2004, nach der ersten Halbsaison, in welcher der Gelegenheitsraucher beim Club den sportlichen Bereich verantworte, zurück in die Bundesliga.

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Es hagelt Sechser: Die Quittung für das Freiburg-Fiasko

Den Start in die neue Zweitliga-Saison hatten sie sich beim 1. FC Nürnberg ganz anders vorgestellt. Am Montagabend kassierte der Club beim SC Freiburg eine derbe 3:6-Ohrfeige. Die Noten der FCN-Spieler sind entsprechend niederschmetternd.


Das Video zur Bader-Trennung wird präsentiert von frankenfernsehen.tv

Bader: "Der Club wird immer mein Verein bleiben"

2007 feierten der FCN und sein Chefplaner mit dem Pokalsieg den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte. 2009 reparierte der Club unter Bader den Betriebsunfall Abstieg und blieb anschließend fünf Jahre in Deutschlands höchster Spielklasse. Der neuerliche Abstieg 2014 brachte das Erfolgskonzept, für das der Nun-Sportvorstand für viele Jahre stand, ins Wanken.

Es ging bergab, sportlich und finanziell. Bader war nicht der einzige Architekt des Ist-Zustands, für den Absturz wurde er gleichwohl verantwortlich gemacht. Musste er sogar – qua Amt. Nun ist sie vorbei: die Ära Bader am Valznerweiher. Der 47-Jährige erklärt gleichwohl: "Der Club wird immer mein Verein bleiben".

sh, apö

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