Berggreen bei der U23

"Guter Deal": Kleeblatt-Coach sieht das Positive im Stach-Verlust

1.8.2021, 17:21 Uhr
Stefan Leitl (hier im Trainingslager in Österreich) will sich nicht lange mit dem Verlust von Anton Stach aufhalten und blickt lieber nach vorne. 

Stefan Leitl (hier im Trainingslager in Österreich) will sich nicht lange mit dem Verlust von Anton Stach aufhalten und blickt lieber nach vorne.  © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Am Sonntagmittag entschuldigte sich die Spielvereinigung bei allen Fans. Das hatte allerdings weder mit den jüngsten sportlichen Ereignissen noch mit dem Wechsel von Anton Stach nach Mainz zu tun - sondern mit dem Wetter. Eigentlich sollte sich die Mannschaft auf der "Sommer Freiheit" im Herzen Fürths ihren Fans präsentieren, doch daraus wurde nichts.

Nachdem der Regen auch in den Morgenstunden unaufhörlich vom Himmel kam, entschied sich der Verein, die geplante Mannschaftsvorstellung abzusagen. Wenig später aber hatte es sich ausgeregnet - und das Kleeblatt räumte öffentlich ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Trainer Stefan Leitl war da schon auf dem Weg nach München, um den Sonntag mit seiner Familie zu verbringen. Auf der A9 nahm sich der Trainer ein paar Minuten Zeit, um den Samstag noch einmal Revue passieren zu lassen. Da verkündete der FSV Mainz 05 nämlich, dass er mit Anton Stach einen der Aufsteiger der Fürther Aufstiegsmannschaft verpflichtet hat. Es ist sportlich ein großer Verlust für die Fürther, "als Trainer gibt man immer ungern Spieler ab, die eine gewisse Wichtigkeit im Kader haben", sagt Leitl. "Das ist aber unsere Philosophie, wir leben von Transfereinnahmen."

Die hatte das Kleeblatt zuletzt nicht mehr verzeichnen können, nachdem David Raum (Hoffenheim), Sebastian Ernst (Hannover) und Paul Jaeckel (Union Berlin) den Verein im Sommer ablösefrei verlassen hatten. Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi betonte zwar zuletzt immer wieder, dass das Kleeblatt in diesem Sommer keinen Spieler verkaufe müsse, man aber Wechsel "nie ganz ausschließen" könne, "wenn wir unsere wirtschaftlichen Vorstellungen erfüllt bekommen".

Das ist bei Stach, der vor einem Jahr ablösefrei aus der vierten Liga nach Fürth wechselte, offenbar der Fall. Über die genauen Zahlen spricht natürlich niemand, nach Informationen der Bild aber ist der U21-Europameister den Mainzern 3,5 Millionen Euro wert. „Anton hat bei uns eine super Entwicklung genommen, die natürlich nicht verborgen geblieben ist", sagt Azzouzi. "Er wollte jetzt auch direkt noch den nächsten Schritt gehen und da die Rahmenbedingungen dafür ein für uns sehr gutes Niveau erreicht haben, haben wir dem Transfer zugestimmt."

Auch Stefan Leitl spricht am Tag danach von einem "guten Deal mit Mainz" - und erinnert an den letzten Verkauf eines Spielers. Anfang 2020 überwies der FC Heidenheim den Fürthern mehr als eine Million Euro für Tobias Mohr, "seitdem haben wir die Mannschaft für maximalen sportlichen Erfolg über zwei Saisons zusammenhalten können", sagt Leitl.

Neben Stach wird wohl auch Emil Berggreen das Kleeblatt verlassen. Der Angreifer, der in seiner Zeit beim Kleeblatt fast dauerhaft mit Verletzungen zu kämpfen hatte, trainiert ab sofort mit der U23, damit er genug Zeit hat, um "Optionen zu prüfen", wie es von Vereinsseite heißt.

Beim kurzfristig anberaumten Test am Samstagabend in Istanbul fehlten neben Stach und Berggreen auch Marco Meyerhöfer, Havard Nielsen und Max Christiansen, die wegen der Nachwirkungen aus dem Trainingslager geschont wurden. Nachdem die Fürther die ersten 30 Minuten verschlafen hatten, mussten sie gegen Fenerbahce einem 0:3-Rückstand hinterherrennen. Abdourahmane Barry und Jamie Leweling trafen zwar noch für das im zweiten Durchgang spielbestimmende Kleeblatt, konnten die Niederlage aber nicht mehr verhindern.

Stefan Leitl sprach am Tag danach von „groben individuellen Fehlern“ in der Defensivarbeit, „es geht darum, die Zweikämpfe auf dem Platz aktiv zu führen“. Abgesehen von der ersten halben Stunde war der Trainer hinterher zufrieden mit dem letzten Test. Vor allem die zweite Halbzeit gefiel ihm, „da haben wir ein gutes Spiel gezeigt und waren die deutlich bessere Mannschaft“, so Leitl. "Wichtig ist mitzunehmen, dass wir auf den Punkt da sein müssen und nicht einfach in ein Spiel reinstarten können."

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