Fußball Landesliga

Von der Kreisliga zum FSV Erlangen-Bruck: Slama ist angekommen

19.9.2021, 12:12 Uhr
Führte den FSV Bruck gegen Forchheim als Kapitän aufs Feld: Ahmed Slama (rechts im Bild).

Führte den FSV Bruck gegen Forchheim als Kapitän aufs Feld: Ahmed Slama (rechts im Bild). © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Ahmed Slamas grüne Augen strahlen in der Abendsonne: "Es ist super in Bruck. Das ist eine wunderbare Kulisse und der Verein ist top. Vom obersten Boss bis zu jedem Betreuer, jeder ist mit Herz dabei. Hier fühlt man sich einfach wohl", sagt der neue Mittelfeldspieler des FSV. Im Sommer ist er aus der Kreisliga zum Landesligisten gewechselt. Das Fußballerleben ist gerade schön. Auch wenn es noch viel schöner sein könnte.

Das 1:1 (0:1) gegen die SpVgg Jahn Forchheim, bei dem Slama den Ausgleich erzielt hat, war für den FSV Bruck doch noch ein versöhnlicher Abschluss der Hinrunde in der Vorrundengruppe 1. Dass es mit der jungen Mannschaft um den Klassenverbleib gehen würde, war von Anfang an klar.

Der Modus aber ist ein ungewohnter: Die ersten vier jeder Gruppe spielen nach der Winterpause den Direktaufsteiger und den Zweitplatzierten aus. Die anderen sechs Vereine ermitteln die beiden Direktabsteiger sowie die drei oder vier Releganten. So richtig ernst wird es also erst im neuen Kalenderjahr.

Das ist gut für den FSV, der mit seiner jungen Mannschaft Spiel für Spiel dazulernt. Schon in der Rückrunde, da sind alle überzeugt, wird es besser. "Anfangs haben wir uns schwer getan. Doch wir haben des Öfteren bewiesen, dass wir Courage haben und in der zweiten Halbzeit zurückkommen können." So auch gegen den Jahn. "Hätten wir unsere Chancen besser genutzt, hätten wir sogar einen Dreier mitnehmen können." Doch auch wenn das nicht geklappt hat, sagt Slama: "Ich bin stolz auf die Mannschaft."

Selbst ist der 24-Jährige schon ein wichtiger Teil davon, gegen Forchheim führte er sein Team sogar als Kapitän aufs Feld, weil der etatmäßige Spielführer Hayri Özdemir im Urlaub war. Bereits in der Jugend bei der SG Quelle Fürth war Slama unter Trainer Levent Özdemir Mannschaftsführer, das jetzt im Herrenbereich zu wiederholen, sei "etwas Besonderes" gewesen. "Doch ich bin generell ein Spielertyp, der immer Worte findet und versucht, jeden zu motivieren und Stimmung reinzubringen."

Der Mittelfeldspieler kam vor der Saison von der SGV Nürnberg-Fürth zum FSV. "Ich wollte wieder mehr aus mir herausholen. Levent hat mich im Winter kontaktiert. Danach hat es keine zehn Sekunden gedauert, ehe ich zugesagt habe."

Vier Tore in neun Spielen hat Slama bereits erzielt. An das höhere Niveau in der Landesliga hat sich der Nürnberger, der in der Logistikbranche als stellvertretender Teamleiter bereits Personalverantwortung trägt, schnell angepasst. "Es war eine Umstellung, besonders mit der Corona-Pandemie. Wir haben acht Monate kein Fußball gespielt und haben danach Zeit gebraucht. In Erlangen-Bruck kam der Umbruch dazu. Da wussten wir, dass wir anfangs viel Dreck fressen müssen."

Das gilt immer noch. "Es war eine schwere Hinrunde für uns." Bruck hat in neun Spielen nur sieben Punkte geholt und ist Tabellenachter. "Doch ich mache mir keine Sorgen, dass wir uns gegenseitig auffressen", meint der Mittelfeldmann. "Im Training ist gute Stimmung, niemand lässt die Köpfe hängen." Erstrecht nach dem Remis gegen Forchheim.

"Wir kommen immer besser rein. Das war der perfekte Zeitpunkt, ein Statement zu setzen", sagt Slama. "Wir wollen uns bei jedem Gegner revanchieren, das wird unsere Mission sein." Den richtigen Verein hat er dafür gefunden.

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