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Wie geht's weiter, FCN? Die Zeit der Krisen-Manager

Beim Frankfurt-Treffen vertreten Palikuca und Rossow den Quarantäne-Club - 16.03.2020 05:41 Uhr

Während das Team in Quarantäne ist, sind die Vorstände heute in Frankfurt im Einsatz: Robert Palikuca und Niels Rossow vertreten den Club bei der DFL-Versammlung. © Sportfoto Zink / DaMa


Quarantäne heißt unter anderem, soziale Verantwortung zu übernehmen. Bis 27. März werden die Spieler, Trainer und einige Betreuer des 1. FC Nürnberg deshalb ihr Haus oder ihre Wohnung nicht mehr verlassen und zweimal täglich Ihre Körpertemperatur messen, außerdem ist es Pflicht, ein Tagebuch zum individuellen Zustand zu führen.

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Hygiene-Tipps: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich mittlerweile auch in Europa mehr und mehr aus. Doch wie schützt man sich vor der Krankheit und was tut man, wenn man sich in einer betroffenen Region befindet oder dort zu Besuch war? Wir haben neun Hygiene- und Verhaltens-Tipps nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Vorbeugung des Coronaviruses und anderen Virusinfektionen zusammengefasst.


Der eine oder andere hat außerdem endlich Zeit, Schränke von Ikea aufzubauen oder mal wieder ein Buch zu lesen, was nicht schaden soll. Sport ist ebenfalls nicht verboten und wird Profis sogar angeraten, um in Form zu bleiben, zumindest ein bisschen. Christian Mathenia hat ein Bild gepostet, das ihn mit Mütze beim Ergometer-Training zeigt. Auf seiner Terrasse.

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Eine Woche für den FCN - DFL-Zeitplan ist unrealistisch

Sein Gesichtsausdruck lässt tief blicken, aber das Coronavirus betrifft eben zurzeit einfach jeden, auch Berufsfußballer oder Vorstände wie Robert Palikuca. Der zwar auf die Straße darf, sich aber trotzdem irgendwie eingesperrt fühlt, zumindest gedanklich. Weil gerade nicht mehr viel geht, auch bei seinem Club.

Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) heute in einem Konferenzraum am Frankfurter Flughafen werden Palikuca und sein Kollege Niels Rossow zum Thema Corona-Krise einiges beizusteuern haben. Zum Beispiel ist sich der Sportvorstand "nicht sicher, ob die Zeit ausreicht"; am ersten April-Wochenende, so der vorläufige Plan der DFL vom Freitag, sollen die 36 Mannschaften ja wieder auf dem Platz stehen. Für den 1. FC Nürnberg hieße das exakt sieben Tage gemeinsame Vorbereitung auf die Partie bei Jahn Regensburg am 2. April. Was natürlich in jeder Hinsicht großer Quatsch ist.

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Selbst nach zwei Wochen Winterferien, in denen die Profis individuelle Fitness-Aufgaben erledigen müssen, sind etwa vier Wochen Aufbautraining notwendig, um wieder konkurrenzfähig zu sein. Vier Wochen - dann wäre es Ende April und die Saison fast vorbei. Von der man nicht einmal weiß, ob sie überhaupt beendet wird.

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Corona im Sport: Diese Wettbewerbe wurden abgesagt oder pausieren

Das Coronavirus hat längst schon den Sport erreicht und zu massenweise Absagen und der Aussetzung von Spielbetrieb gesorgt. Während manche Saisons vorzeitig und ohne Abschluss beendet wurden, wird in anderen Ligen noch auf Besserung und die Neuterminierung der abgesagten Spiel gehofft. Dabei sind riesige internationale Wettbewerbe wie die Fußball-Champions-League ebenso betroffen wie kleinere Handballvereine, die nun um ihre Existenz fürchten müssen. Wir haben die wichtigsten Wettbewerbe in Deutschland und international aufgelistet, die vom Coronavirus betroffen sind.


Nach Lösungen suchen sie trotzdem, heute in einem Konferenzraum am Frankfurter Flughafen. Auch dem Club droht im schlimmsten Fall ein Minus im mindestens mittleren einstelligen Bereich. Jenseits der Lizenzspielerabteilung und des Nachwuchsleistungszentrums beschäftigt der 1. FC Nürnberg noch 98 festangestellte Mitarbeiter, die Sorge ist berechtigt, dass die Krise wie in anderen mittelständischen Unternehmen auch zu Stellenstreichungen führen könnte.

Diskussionen, unabsehbare Folgen und Hanteln für den FCN 

"Wir arbeiten akribisch an internen Maßnahmen, es gilt aber erst, offene Fragen DFL-intern zu diskutieren, bevor wir öffentlich Dinge kommentieren", so ließ sich am Sonntag der Kaufmännische Vorstand zitieren, der wie alle anderen auch keinerlei Erfahrung hat mit einer Extremsituation wie dieser– "in ihrer Dynamik nicht nur für uns eine Herausforderung," und deshalb, so Rossow weiter, "mit der notwendigen Verantwortung angegangen werden muss".

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Mögliche Folgen und Konsequenzen stehen derzeit noch in den Sternen, "wir können das noch nicht absehen", sagt Palikuca, der seine Profis mit Fitnessgeräten wie Laufbändern und Ergometern sowie Hanteln versorgen ließ, der Athletiktrainer kümmert sich um Notfalltrainingspläne.

Palikuca: "Es wird definitiv Auswirkungen haben"

Also strampeln und laufen sie den Umständen entsprechend und stemmen auch Gewichte, jeder für sich und so gut er eben kann. Mit wahrscheinlich überschaubarer Motivation. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist schließlich völlig offen. "Es wird definitiv Auswirkungen haben, egal, welche Szenarien man jetzt durchgeht", sagt Palikuca in einem Video des Vereins, "aber auch da geben wir uns jetzt kämpferisch."

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Etwas anderes bleibt dem 1. FC Nürnberg und seinen Krisenmanagern wohl auch gar nicht übrig; weil sich Palikuca und Rossow als zwei der wenigen beim Club weiter frei bewegen dürfen, sind sie von den sich überschlagenden Ereignissen förmlich in ihre neuen Rollen gedrängt worden.

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Für Millionen Kinder, Eltern, Kranke und Alte in Bayern wird sich der Alltag in nächster Zeit ändern. Was bedeuten die Beschlüsse der Staatsregierung konkret? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.


Rechenaufgaben für den Club - und Verantwortung für mehr!

Heute in Frankfurt vertreten die beiden einen von aktuell vier Bundesligisten unter Quarantäne; auch Hannover 96, der SC Paderborn und Holstein Kiel haben ihre ersten Corona-Fälle, schon in den nächsten Tagen dürften es eher mehr als weniger Vereine werden. "Klar sind wir alle auch irgendwie am Rechnen, es gibt wirtschaftliche Szenarien", erklärt Palikuca, es gehe jetzt ausschließlich darum, "dass wir genügend Zeit gewinnen, um bedachte Entscheidungen zu treffen."

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Für den Fußball, vor allem aber für jeden Einzelnen. "Wir müssen alle unserer sozialen Verantwortung, unserer Gesellschaftsverantwortung nachkommen", sagt Palikuca, "da spielt der Fußball eine absolut ungeordnete Rolle." Wohl wahr.


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