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IHK Nürnberg: Alte Pensionen sind finanzielle Last

Gebühren steigen, "aber nicht exorbitant" - Problem in vielen Kammern - 07.08.2018 12:40 Uhr

Grob vereinfacht hat die IHK über eine Namensschuldverschreibung einen äußerst günstigen Kredit aufgenommen, dessen Laufzeit mit 33 Jahren ungewöhnlich lang ist.

06.08.2018 © Roland Fengler


Die Kammer habe aber rechtzeitig Rücklagen gebildet, beruhigt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch die Kammermitglieder. Zum Mittel höherer Beiträge müsse man deshalb nicht greifen. Steigen sollen allerdings die Gebühren, "aber auch nicht exorbitant". Bei der IHK Mittelfranken liegt der Beitragssatz seit 2013 bei 0,24 Prozent vom Gewerbeertrag eines beitragspflichtigen Mitgliedsbetriebes.

De Hauptgeschäftsführer der IHK Mittelfranken, Markus Lötzsch.

10.11.2011 © Karlheinz Daut


Unter Druck setzen die Kammer die hohen Pensionszahlungen, die sie für aktive und bereits ausgeschiedene Mitarbeiter zu tragen hat. Es handelt sich dabei um eine Art Betriebsrente, die Beschäftigten früher zugesagt wurde und die folglich im Ruhestand ausgezahlt werden muss. Auch andere Kammern haben ihre Probleme mit solchen Pensionen, allerdings kaum in dem Ausmaß wie die Mittelfranken. Warum? "Das war halt früher Politik unseres Hauses, und wir müssen uns jetzt damit auseinandersetzen. Zusagen sind Zusagen", formuliert Lötzsch betont zurückhaltend. Offenbar wurden früher reichlich Geschenke gemacht, ohne dass man sich ausreichend darum gekümmert hat, dass diese auch hinreichend finanziert würden.

Dem Problem begegnet die IHK nun mit einem neuen Finanzierungsmodell. "Wir sind einen komplett neuen Weg gegangen, den so noch keine andere IHK in Deutschland gegangen ist", erklärt Lötzsch. Grob vereinfacht hat die IHK über eine Namensschuldverschreibung einen äußerst günstigen Kredit aufgenommen, dessen Laufzeit mit 33 Jahren ungewöhnlich lang ist. Mit dem Kredit werden die nach und nach fälligen Pensionen bedient. "Da ist jetzt auf lange Sicht Ruhe im Karton", freut sich Lötzsch. "Ohne diese Lösung wären Beitragserhöhungen oder dramatische Kosteneinsparungen unabwendbar gewesen."

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Klaus Wonneberger E-Mail

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