Verdi ruft auf

Streik vor Ostern bei Lidl und Kaufland - Bleiben Filialen in der Region geschlossen?

Nina Kammleiter

Volontärin

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Jan Heimhold

nordbayern-Redaktion

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28.3.2024, 08:29 Uhr

Direkt vor den Osterfeiertagen ruft Verdi die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel zum Streik auf. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Unter dem Motto "Ostern steht vor der Tür, wir auch!" sollen die Streik- und Aktionstage von Verdi fortgesetzt werden. In den bisherigen Aktionswochen wurden Edeka und Rewe bestreikt. Höhepunkt der aktuellen Aktionswoche sollen zentrale Streikaktionen am Donnerstag, 28. März, sein. Diesmal werden die Supermarkt-Ketten der Schwarz-Gruppe in den Blick genommen, teilt die Gewerkschaft mit. Dazu gehören unter anderem Lidl und Kaufland.

"Die Schwarz-Gruppe ist mit Kaufland und Lidl der drittgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland. Sie hat damit erheblichen Einfluss in den Tarifkommissionen und im tarifpolitischen Ausschuss des Arbeitgeberverbandes HDE, den sie aber nicht nutzt", wird Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied von Verdi, zitiert. Die Beschäftigten seien zutiefst enttäuscht vom Verhalten der Unternehmensleitungen von Kaufland, Rewe und Edeka während dieser Lohn- und Gehaltsrunde.

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde eine Lohnsteigerung von mindestens 2,50 Euro die Stunde für die Beschäftigten im Einzelhandel und eine prozentuale Erhöhung der Gehälter im Groß- und Außenhandel von 13 Prozent, mindestens aber 450 Euro.

Welche Auswirkungen hat der Streik auf die Region?

Eine Kauflandsprecherin erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass das Unternehmen zu den Streikforderungen keine weitere Stellung nehmen möchte. Allerdings sehe man für die Kaufland-Filialen der Region am Gründonnerstag keinerlei Probleme: "Unsere Filialen haben regulär geöffnet. Aufgrund unseres großen Sortiments ist die Warenversorgung für unsere Kunden sichergestellt." Für Lidl sieht das ganz ähnlich aus. Die Filialen werden wohl auch geöffnet sein.

Allerdings sei in den Geschäften mit Unruhen zu rechnen. "Unser Ziel ist es natürlich immer, dass Filialen geschlossen werden, das wird wohl nicht passieren. Doch so genau kann man das aber im Voraus gar nicht sagen", sagt Petra Ringer, Bundesfachbereichssekretärin für Tarifpolitik bei Verdi. Es sei sehr schwierig eine Einzelhandelsfiliale zu schließen, da diese auch geöffnet bleibe, wenn nur noch zwei Mitarbeiter im Laden seien.

Leere Regale möglich

"Dennoch gehen wir davon aus, dass zu den Ostertagen die Kassen schlechter besetzt sind und dass es hier zu Staus kommt", sagt Ringer. Die Abläufe in den Märkten würden erheblich gestört werden. Da sich mehrere Lager am Streik beteiligen, würden auch weniger Lieferungen erfolgen. Leere Regale und Versorgungsengpässe wären die Folge.

Wie werden die Chancen für den Erfolg des Streiks eingeschätzt? Ringer ist optimistisch: "Jeder Streik bringt etwas. Wir haben gerade einen Arbeitgeber, der eine ziemlich harte Linie fährt und wir können nur für unser Anliegen streiken und das tun wir. Die Streikbeteiligung ist sehr gut".