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Wochenmarkt: Entscheidung bahnt sich an

Der dauerhafte Standort soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden — Gespräche mit Händlern - 05.05.2011 13:00 Uhr

Eine von drei Alternativen: Die Kleine Freiheit mit dem Paradiesbrunnen, um den herum die Marktleute ihre Stände bereits in den vergangenen Wochen aufgebaut hatten. Unser Bild entstand vom Riesenrad aus, das im März auf der Freiheit stand. © Hans-J. Winckler


Es dauert länger als gedacht. Die Frage, an welchem Ort die Händler des Wochenmarkts künftig ihre Waren feilbieten, ist immer noch nicht beantwortet. Im Januar hatte Wirtschaftsreferent Horst Müller noch gehofft, im Frühjahr darüber beschließen zu können. Doch dieser Zeitplan ließ sich nicht einhalten.

„Bevor wir mit den Händlern ins Gespräch gehen, wollten wir erst ganz konkrete Pläne in der Hand halten“, sagt Müller. Und diese Pläne, angefertigt vom Stadtplanungsamt, liegen ihm zufolge nun vor. Sie zeigen, wie die Buden künftig stehen könnten, wie man den Markt verschönern könnte und welche Kosten dabei entstünden. Müller denkt beispielsweise an feste Buden, angeschafft von der Stadt und – zur Refinanzierung – gegen eine Gebühr an die Händler verliehen.

Drei Standorte seien noch im Rennen: die Fürther Freiheit, die Kleine Freiheit rund um den Paradiesbrunnen sowie der Fußgängerweg entlang der Rudolf-Breitscheid-Straße auf Höhe des Stadtgartens. In ein bis zwei Wochen will Müller mit den Zeichnungen und den Kostenrechnungen in der Hand das Gespräch mit den Marktleuten suchen.

„Ihre Meinung steht natürlich über allem, wir wollen ihnen nichts aufzwingen“, sagt der Wirtschaftsreferent, schiebt aber hinterher: Die Händler seien mitnichten einer Meinung, was die Entscheidungsfindung nicht leichter mache.

Vorbehalte der Stadt 

Gegen die Freiheit spreche, dass die Buden wegen der Fülle von Großveranstaltungen häufig umziehen müssten, was einigen Händlern nicht in den Kram passe. Andere sind mit dem Standort Paradiesbrunnen unzufrieden. „Fehlende Laufkundschaft“, heißt es. Auch das Stadtplanungsamt hatte Bedenken angemeldet, weil die Stände den Brunnen zu sehr verdecken. Und gegenüber dem Fußweg am Stadtgarten gibt es ebenfalls Vorbehalte von Seiten der Stadt – unter anderem, weil kaum noch Platz für Fußgänger bleibt.

Auch wenn sich im Gespräch mit den Händlern eine Einigung erzielen lasse, müssen laut Müller am Ende die Stadträte eine Entscheidung treffen. Müller hat einen Sitzungstermin nach den Pfingstferien im Auge. Im Juli wolle er das Thema nicht mehr aufs Tapet bringen, weil dann die mit Spannung erwarteten Debatten anstehen, in denen ein Investor den Zuschlag für den Einkaufsschwerpunkt rechts und links der Rudolf-Breitscheid-Straße erhalten wird. Und danach beginnt die Sommerpause.

Im Moment ist der Markt übrigens am Fußgängerweg vor dem Stadtgarten zu finden. Laut André Hollitzer vom Liegenschaftsamt der Stadt war der Umzug von der Kleinen Freiheit notwendig geworden, weil dort traditionell die Maikundgebung der Gewerkschaften über die Bühne geht. Doch schon am Samstag werden die Marktleute ihre Stände erneut abbrechen und zum Paradiesbrunnen zurückkehren — andernfalls wären sie dem Fürthlauf im Weg, der am Sonntag stattfindet.

Egal wie die Entscheidung letztlich ausfällt, Hollitzer warnt schon einmal vor: Jeder Standort habe seine Vor- und seine Nachteile. „Wir werden wohl keine Lösung finden, die alle zu 100 Prozent zufriedenstellt.“ 

VON JOHANNES ALLES

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