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"Brew Pub": Im "Schmelztiegel" gibt's jetzt Premium-Biere

Neue Speisekarte: Betreiber wollen Image des Kellerlokals ändern - 01.01.2018 18:12 Uhr

Der "Schmelztiegel" unterhalb der Burg hat nun den Beinamen "The Brew Pub". Im über 40 Jahre alten Kellerlokal kann man nicht nur über 50 Biere kosten, sondern auch etwas dazu essen. © Günter Distler


Er gehört mit seinen über 40 Jahren zu Nürnbergs ältesten Kneipen: Der "Schmelztiegel" unterhalb des Altstadthofs an der Bergstraße hat sich jetzt den Zusatz "The Brew Pub" gegeben. War er in der letzten Zeit vor allem für jüngeres Publikum zum Synonym für Partys geworden, will Reinhard Engel, der den Club seit fast 20 Jahren führt, das Image ändern. Also weg vom Partykeller, hin zur Kneipe mit einer großen Bierauswahl und einer kleinen Speisekarte. Über 50 verschiedene Biere (0,4 Liter ab 3,40 Euro), internationale, nationale wie fränkische und viele aus der eigenen Hausbrauerei Altstadthof, stehen auf der neuen Karte. Doch nicht nur Biertrinker werden sich in der im letzten Jahr sanierten Kneipe wohlfühlen. Auch die Cocktailkarte und die (zum Teil selbst gebrannten) Spirituosen können sich sehen lassen.

Schick ist er geworden, der neue "Schmelztiegel". Besonders die Bar ist ein echter Hingucker. Ergänzt wurde der Raum erst kürzlich durch mehrere lange Tische aus rohem Holz. Schließlich müssen die Speisen ja auch Platz haben. Brotzeit, Snacks und Fingerfood stehen auf der Karte, die keine Konkurrenz zum "Brau-stüberl" im Erdgeschoss sein soll, das ebenfalls zum Konglomerat Altstadthof gehört.

Die Gerichte sind gute Begleiter zu Wein und Bier, wie ein Knoblauchbaguette (3,40 Euro), eine Käse- oder Brotzeitplatte mit Obazda, Schwarzwälder Schinken und Co. (7,80 Euro). Diverse Suppen (4,20 Euro) und natürlich die unausweichlichen Rostbratwürste (ab 7,90 Euro) vervollkommnen das Angebot. Interessant auch das "Bieramisu", ein Dessert mit Malzlikör, Schwarzbierbrand, Mascarpone, Zimt und Kakao (5,40 Euro), das wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt testen müssen. Partys soll es im "Schmelztiegel" dennoch geben, wenn auch keine im "Ballermann-Format", so Reinhard Engel.

Christian Lunz kocht auf hohem Level in der "Kellerwaldschänke Lunz" in Willersdorf. © Roland Huber


Im Winter gibt es gehobene Küche im Bierkeller

Die "Kellerwaldschänke Lunz" bei Willersdorf (Kreis Forchheim) unter schattigen Bäumen am Waldrand ist ein guter Ort für eine kräftige Brotzeit. Im Sommer ist sie ein Paradies, auch für die Kinder, die auf dem weitläufigen Gelände viele Spielgelegenheiten finden.

Nun hat der Bierkeller zusätzlich im Winter geöffnet. Die Gaststube ist zwar nur klein, circa 40 bis 45 Sitzplätze sind in der hell getäfelten Wirtschaft vorhanden. Dafür hat es die Küche in sich. Denn Juniorchef Christian Lunz, 27, bringt hier seit kurzem die ganze Erfahrung seiner Wanderjahre zwischen Oberstdorf und Ostsee auf den Teller. "Gehobene Küche", so lautet sein Anspruch.

Beim Probeessen zu Saisonbeginn ließ das Vier-Gang-Menü keine Wünsche offen, von der Maronicremesuppe (serviert im Cognac-Schwenker, zum Trinken, nicht zum Löffeln) übers Wolfsbarschfilet mit lila Kartoffelstampf (mit Kapern und Oliven verfeinert) und das Rinderrückenmedaillon mit Selleriepüree ("mit viel Sahne, durchs Sieb gestrichen") und Macaire-Kartoffeln bis hin zum Dessert: Lebkuchentörtchen. Besser gesagt: gehackter Lebkuchen mit Glühweinespuma und Nuss-Grieß-Crumble mit Meersalz und Vanille-Balsamico-Eis. Wer es lieber vegetarisch mag, wird von Christian Lunz genauso zufriedengestellt: "Wir essen sowieso zu viel Fleisch in Deutschland." Seine Steinpilzravioli jedenfalls wurden sehr gelobt.

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Das Eigene und das Selbstmachen sind Christian Lunz’ wichtigste Zutaten. Fünf Hauptspeisen wird er auf seiner Speisekarte haben. Trotz "gehobener Küche" soll kein Hauptgericht über 20 Euro kosten. Die meisten Bestandteile kommen aus der Region. Das zungenzarte, recht blutige Rind ("Ich würde es rosa nennen") stand etwa früher in Birkenreuth bei Ebermannstadt auf der Weide.

Bevor es in Willersdorf auf dem Teller landete, lag das Fleisch eine volle Woche in der Marinade. Die Kellerwaldschänke ist ein Familienunternehmen. Vater Raimund behält den Überblick, Bruder Andreas hilft beim Service und liefert das selbst gebackene Brot. Ende März ist dann wieder Schluss mit der gehobenen Küche. Im Sommerhalbjahr reicht die Familie Lunz wie eh und je Brotzeiten, aber auch warme Speisen durchs Fenster in den Biergarten. Selbst gemacht, versteht sich.

Reservierung unter (0 91 95) 32 71. Vom 1. bis 6. Januar 2018 geschlossen.

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

Katja Jäkel, Ulrich Graser

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