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Winter im Tiergarten: Speckvorrat und dicke Felle für die Tiere

Affen und Giraffen freuen sich auf ihr "Speiseeis" - 04.01.2016 06:00 Uhr

Die Tiere im Nürnberger Tiergarten sind schon lange im Wintermodus. © Tiergarten Nürnberg


Die Schildkröten sind seit Wochen in den Winterschlaf abgetaucht. Sie haben ihr "Hotel" bezogen - einen Kühlschrank, der die Temperatur bei konstant acht Grad Celsius hält. Durch die abgesenkte Körpertemperatur ist die Frequenz des Herzschlags deutlich langsamer und der Energieverbrauch geringer.

So verschlafen Schildkröten wie auch Ziesel und Murmeltiere die - normalerweise - eisige Jahreszeit und wachen erst im Frühjahr wieder auf. Die Nager sind allerdings nicht im Kühlschrank einquartiert: Die Murmeltiere dämmern in ihren Höhlen im Steinbockgehege vor sich hin, die Ziesel haben sich im Mediterraneum (neben den Pavianen) verkrochen.

Speckvorrat angefuttert

Der große Rest der tierischen Belegschaft ist kommt mit der kalten Jahreszeit gut zurecht. Die Seelöwen haben sich einen Speckvorrat angefuttert. Und sie reagieren auf Temperaturstürze sofort: Falls das Thermometer einmal minus 15 Grad Celsius anzeigt, verdoppelt sich beispielsweise die Mahlzeit der großen Bullen: Statt zehn Kilo Fisch vertilgen sie dann 20 Kilogramm.

Das Fell von Schneeleoparden, Bisons, Kamelen, Urwildpferden und Eisbären wird dicker und somit kälteabweisender. Andererseits: Im Vergleich zu den Eisbären am Polarkreis sehen die Nürnberger Raubtiere vergleichsweise dünn und mickrig aus. "Unsere Eisbären lachen doch über die hiesige Kälte, die macht ihnen nichts aus", meint der stellvertretende Tiergarten-Direktor Helmut Mägdefrau.

Weiher und Wassergraben ohne Eis

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Ein dickes Fell muss man haben: Der Winter im Tiergarten

Der Nürnberger Tiergarten ist schon lange im Wintermodus. Tiere und Pfleger haben sich bestmöglich auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Doch die Kälte birgt auch Gefahren: So dürfen die Wassergräben in Außengehegen nicht zufrieren. Denn sonst bekommen Flamingos ungebetenen Besuch.


Die Großkatzen im Raubtierhaus fühlen sich bei etwa zwölf Grad Celsius Raumtemperatur wohl. Sibirische Tiger und asiatische Löwen sind ohnehin ein raueres Klima gewohnt. Allerdings müssen die Pfleger ein Auge darauf haben, dass die Wassergräben in den Außengehegen nicht zufrieren. Denn die Raubkatzen könnten über die Eisfläche mit einem Satz über die Sandsteinmauer ins Freie gelangen.

Auch die Flamingos brauchen einen Weiher ohne Eisdecke — damit sie nicht Besuch vom Fuchs bekommen und um mit ihrem Schnabel weiter Nahrung aus dem Wasser herausfiltern zu können.

  

Hartmut Voigt

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