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Kommentar: Knecht Ruprecht hat noch nicht ausgedient

Aussage sei "eher als Anreiz zu verstehen", findet NN-Redakteurin Hochholzner - 07.12.2018 08:00 Uhr

Grünen-Politikerin Josefine Paul hält Knecht Ruprecht für überholt: Die Geschichten über ihn seien "psychische Gewalt" gegen Kinder. © Federico Gambarini/dpa


Es kommt vielmehr auf die Art und Weise an, wie Eltern ihrem Nachwuchs die Figuren und ihre Lehren näherbringen – schließlich können sie ihren Sprössling doch selbst am besten einschätzen. Natürlich sollen die Kleinen sich auf die Geschenke freuen und nicht vordergründig fürchten, in einem Sack verschleppt zu werden. Aber die wenigsten Eltern werden bewusst für eine bedrohliche Atmosphäre rund um den Besuch des Nikolaus sorgen.

Das Kind jedoch hin und wieder mit sanfter Strenge auf den Krampus hinzuweisen, am besten in einem vertrauten und familiären Umfeld, ist sicherlich keine psychische Gewalt gegen das Kind. Knecht Ruprecht ist eher als Anreiz zu verstehen, sich darum zu bemühen, sich die Geschenke zu verdienen.


Grünen-Politikerin Paul: "Knecht Ruprecht nicht mehr zeitgemäß"


Im Mittelalter drohten Eltern übrigens noch mit dem sogenannten "Kinderfresser", einem Vorläufer von Knecht Ruprecht, der die unfrommen Mädchen und Buben nicht nur mitnahm, sondern auch drohte sie aufzuschlitzen, bis aufs Blut auszupeitschen oder gar aufzufressen. Heute tun sie das nicht mehr. Die Sensibilität von Eltern wächst also durchaus von alleine, ganz ohne das Einschreiten der Grünen.

 

  

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