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RiP-Veranstalter will bewaffnete Polizisten für Konzerte

"Wir sind 'under attack'": Lieberberg bleibt bei seiner Kritik - 10.06.2017 18:43 Uhr

Nach der Terror-Unterbrechung bei Rock am Ring war Marek Lieberberg aufgebracht. Seine Kritik erneuerte der Veranstalter jetzt. © dpa


Es ist der Albtraum für jeden Veranstalter. Kaum ist mit Rock am Ring eines der größten Festivals Deutschlands gestartet, schon wird es unterbrochen. Die Polizei spricht von einer "terroristischen Gefährungslage", von zwei Männern, die möglicherweise Sprengstoff auf dem Gelände in der Eifel platziert haben.


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Auch wenn sich der Verdacht nicht erhärtet hat: Für Generalkritik hatte in diesen Stunden kaum jemand Nerven - außer Veranstalter Marek Lieberberg. Der nahm die europäischen Muslime in die Pflicht, forderte große Demonstrationen gegen den islamistischen Terror. "Es muss jetzt Schluss sein – with: This is not my islam and this is not my shit (Das ist nicht mein Islam und nicht mein Scheiß)", sagte Lieberberg sichtlich erregt vor Journalisten. "Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab' bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?"

Eine Kritik, die durchaus polarisierte. Unter anderem die Alternative für Deutschland stellte sich auf die Seite des Promoters, auch in den sozialen Netzwerken regte sich Protest gegen Lieberberg. Doch jetzt erneuert der 71-Jährige im Interview mit der Welt am Sonntag die Vorwürfe. "Ich sage: Die Liebe ist nicht stärker. Liebe allein wird nicht ausreichen, den Terror zu besiegen", so der Veranstalter. Er forderte für künftige Festivals besseren staatlichen Schutz. "Wir brauchen diese Präsenz bewaffneter Polizisten bei Konzerten. Sie ist notwendig, um die Veranstaltung zu schützen."

Lieberberg wolle "alles tun", damit Rock am Ring auch im kommenden Jahr stattfinden könne, sagte er der Welt am Sonntag. "Die Frage richtet sich prinzipiell an alle Kulturproduzenten. Wo fängt es an, wo endet es. Ich kann nur feststellen: Wir sind 'under attack'."

Eine Fortsetzung der Zwillingsfestivals, zu denen auch Rock im Park in Nürnberg gehört, scheint aber nicht ernsthaft in Gefahr. Bereits vor einer Woche kündigte der Veranstalter auf seiner Homepage den Termin für 2018 (1.-3. Juni) an. "Lasst uns weiterhin feiern, was wir lieben", heißt es dort. 

tl

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