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Sexismus-Debatte: #aufschrei geht durchs Netz

Brüderles Herrenwitz sorgt für Sturmlauf bei Twitter - 25.01.2013 13:53 Uhr

Nürnberg  - Der Sexismus-Vorwurf einer Stern-Journalistin gegen FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle hat eine Welle der Empörung und Betroffenheit im Internet losgetreten. Immer mehr Frauen trauen sich, eigene Erfahrungen über sexistische Begegnungen zu veröffentlichen. Auch bei Männern sorgen die Berichte größtenteils für Kopfschütteln.

Auslöser der Debatte ist ein Vorfall, der sich vor gut einem Jahr in einer Hotelbar ereignet haben soll.
Auslöser der Debatte ist ein Vorfall, der sich vor gut einem Jahr in einer Hotelbar ereignet haben soll.
Foto: dpa
Auslöser der Debatte ist ein Vorfall, der sich vor gut einem Jahr in einer Hotelbar ereignet haben soll.
Auslöser der Debatte ist ein Vorfall, der sich vor gut einem Jahr in einer Hotelbar ereignet haben soll.
Foto: dpa

Auslöser für die derzeit stattfindende Debatte über Sexismus und Altherrenrunden in der Politik ist ein jüngst erschienener Artikel im Stern, in dem die Verfasserin schwere Vorwürfe gegen FDP-Bundesfraktionschef Rainer Brüderle erhebt.

Eben jener Artikel hat nun für einen regelrechten Sturmlauf im Kurznachrichtendienst Twitter gesorgt. Unter dem Hashtag #aufschrei, der von einer Nutzerin in der Nacht zum Freitag vorgeschlagen wurde, gehen immer mehr Erfahrungsberichte von belästigten Frauen ein. Sie schildern Übergriffsversuche beim Arzt, auf Weihnachtsfeiern oder vom Vater einer Freundin.

Doch auch Männer nehmen rege an der Diskussion teil. Die meisten schämen sich und sind fassungslos ob der scheinbaren Schamlosigkeit ihrer Artgenossen.

Auch der Videoblog der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wurde unter #aufschrei gelobt. In diesem bezeichnete sie den Kommentar des Kolumnisten der Bild-Zeitung, Franz Josef Wagner, als "sexistischen Mist", weil er Bildungsministerin Annette Schavan mit den Worten "Sie sind wie eine Cousine, die keinen Mann bekommen hat", beschrieben hatte.

Der baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat dem «Stern»  zwischenzeitlich unredlichen Journalismus vorgeworfen. Rülke sagte der dpa in Stuttgart: «Aus der ganzen Geschichte kann man mehr über den "Stern" als über Herrn Brüderle lernen.»

Rülke warf dem Magazin vor, dazu aufgerufen zu haben, in Niedersachsen nicht für die FDP zu stimmen, damit nach einem schlechten Wahlergebnis Parteichef Philipp Rösler durch Brüderle ersetzt werde. «Offensichtlich hatte man da schon diesen stinkenden Kübel an Unrat in der Schublade und erhoffte sich beim Auskippen maximale Wirkung, wenn Brüderle erst nicht nur Spitzenkandidat, sondern auch Parteichef ist», sagte Rülke.

  

dpa/mw


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